Neuffen/Nürtingen Diese Musikerin hat Crossover im Blut

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Die aus Neuffen stammende Sängerin Franziska Amelie Schuster bewegt sich spielerisch leicht zwischen verschiedenen Musikstilen. Die 28-Jährige, die in Barcelona, Amsterdam und Stuttgart studiert hat, verfolgt jenseits des Mainstreams konsequent ihren Weg.

Die Sängerin Franziska Amelie Schuster beherrscht auch mehrere Instrumente. Hier ist sie bei einem Auftritt mit ihrer Band RasgaRasga beim Weltmusikfestival Horizonte in Koblenz zu sehen. Foto: Belleisart Photographie

Neuffen/Nürtingen - Jazz, Pop, Soul, Electronic, Worldbeat, – Franziska Amelie Schuster lässt sich in keine einzelne Schublade pressen. Die aus Neuffen stammende Sängerin, Musikerin und Komponistin wechselt mit ihren Band-Projekten stilsicher die Genres. Beweglichkeit und Vielseitigkeit zeichnet die 28-jährige Künstlerin aus, die längst die heimatlichen Gefilde verlassen hat und ihren musikalischen Aktionsradius immer weiter zieht.

Fantasiesprache verstärkt die Emotionen der Zuhörer

Beim Arterminal vor wenigen Tagen in Nürtingen steht Franziska Amelie Schuster mit RasgaRasga auf der Bühne. Für die Band ist es ein Heimspiel. Wenige Stunden vor dem Auftritt wirkt die Sängerin relaxed. „Vor Konzerten bin ich eher introvertiert und ruhig. Ich sammle mich, um dann auf der Bühne voller Energie zu sein.“ Später wird die Band, die ihr neues Album „Hafen Fleur“ im Gepäck hat, das Publikum mit ihrem mal melancholischen, dann wieder sehr rhythmischen Worldbeat mitreißen.

In ihrem Repertoire hat RasgaRasga aber auch ältere Stücke, wie das vor vier Jahren veröffentlichte „Shi taya dar“.

Einen Eindruck ihrer unterschiedlichen Projekte gibt es hier:

Franziska Amelie Schuster, die mehrere Fremdsprachen spricht, singt: „Azu ma tä rouma shi taya dar, Azu ma tä rouma nina jay far, Azu ma te rossa o salar, O le lay la!“ Dies ist Fremdsprache Nummer vier, eine Fantasiesprache, die sie selbst erfunden hat und für die es keine deutsche Übersetzung gibt. „Für mich ist es eine Sprache, bei der es vor allem um das Gefühl geht. Die Sprache soll die Emotionen der Musik verstärken. Ich habe mich damals bewusst für eine nicht existierende Sprache ohne Bedeutung entschieden, da es bei der Fantasiesprache genau darum geht, Gefühle, aber kein konkretes Bild zu vermitteln. Es soll die Fantasie der Zuhörer anregen“, erklärt die Künstlerin.

Alle in der Familie sind Musiker

Ihr Talent ist Franziska Amelie Schuster in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater leitet das Nürtinger Kammerorchester, in dem ihre Mutter zudem Konzertmeisterin ist. Ihre Schwester ist Geigerin und ihr Bruder, der Kontrabassist Sebastian Schuster, wurde 2017 mit dem Landesjazzpreis ausgezeichnet. Mit ihm und dem Stuttgarter Gitarristen und Sänger Marvin Holley tritt Franziska Amelie Schuster am 15. Oktober beim Forum Junger Künstler in der Nürtinger Kreuzkirche auf. Präsentieren wird das Trio neu interpretierte Jazz-Klassiker, Chansons, aber auch Eigenkompositionen.

Die Kritik ist von den Qualitäten der 28-Jährigen, die auch mehrere Instrumente spielt, längst überzeugt. „Die Sängerin füllt die Gablenberger Petruskirche spielend – und das nicht nur mit ihrer großartigen Stimme. Die Stimme von Franziska Schuster ist mal seidig, mal tastend, spielt mit Halbtönen, leuchtet ganz leise und ganz hohe Melodien“, befand Jan Georg Plavec nach einem Konzert im Februar von Ameli in the Woods in der Stuttgarter Zeitung.

Eine Tournee soll nach Südamerika führen

Jenseits des Mainstreams verfolgt die Musikerin ihren Weg. Und der führt die Wahlkölnerin jetzt auch über die Grenzen der Republik hinaus. Am 3. Oktober tritt sie in Paris mit Ameli Paul im Pariser Club Badaboum auf. Und für das Frühjahr ist dann eine Südamerika-Tournee geplant.

Ameli in the woods (Experimental Jazz Pop), Ameli Paul (Electronic Live Act), Seba Kaapstad (Soul Jazz), Tristeza (Bossanova & Samba), Konvolut (Contemporary Jazz), und natürlich RasgaRasga – das sind die Band-Projekte von Franziska Amelie Schuster. Hinzu kommen die Instrumentalbands SMAF, (Groove) und The Huggee Swing Band, bei denen sie Gastauftritte hat. Jedes einzelne Projekt ist ihr wichtig, und diese Vielfalt spiegelt exakt das künstlerische Selbstverständnis der Sängerin wider, die von sich sagt: „Ich habe mich lange gefragt: was ist mein Profil?, und ich weiß inzwischen: es ist genau dieses Mosaik aus verschiedenen Stilrichtungen.“ Am 1. November ist Franziska Amelie Schuster im Laboratorium in Stuttgart. Alle Live-Termine mit Franziska Amelie Schuster finden sich auf ihrer Homepage.