Neugestaltung in Stuttgart-Hedelfingen Wohin mit der Toiletten-Säule?

Die Toiletten-Säule vor dem Bürgerhaus hat von 2025 an ausgedient. Foto: Mathias Kuhn

Die bisherige WC-Säule am Hedelfinger Platz hat im Jahr 2025 ausgedient. Die Suche nach einem neuen Standort für ein Toilettenhäuschen gestaltet sich allerdings schwierig.

Hedelfingen - Sie steht wie ein Monument am Kopf der Stadtbahnendhaltestelle am Hedelfinger Platz und hat manchem Passanten aus einer misslichen Situation geholfen: die einzige öffentliche Toilettenanlage in Hedelfingen. Die silbergraue, runde Säule steht an zentraler Stelle, passt sich gut ins Stadtbild ein, ist weitgehend selbstreinigend und wird durch Werbung finanziert. „Die Anlage ist allerdings in die Jahre gekommen und der Vertrag mit dem bisherigen Betreiber läuft im Jahr 2025 aus“, sagt Udo Hofmeister von der Abfallwirtschaft Stuttgart.

 

Barrierefreies WC-Gebäude

Dies gilt nicht nur für Hedelfingen, sondern auch für 26 weitere auf diese Art gebauten und finanzierten Toilettenanlagen in der Landeshauptstadt. Die Stadtverwaltung will die bisherigen stillen Örtchen durch neue ersetzen. „Die dann allerdings barrierefrei und wesentlich behindertengerechter sein müssen“, sagt Hofmeister. In den doch sehr engen, runden Toiletten hatten nicht nur Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sondern auch ältere Nutzerinnen und Nutzer Probleme. Die neue Anlagen sollen deswegen die Form eines Häuschens erhalten. Sie sind 3,10 Meter mal 3, 90 Meter groß. Rollstuhlfahrer gelangen ohne Hindernisse ins Gebäude und haben auch genügend Platz, um sich und den Rollstuhl zu bewegen. „Angeschlossen ist zudem ein kleiner Bedienraum“, so Hofmeister. Wie in seinem runden Vorgänger wird die Klobrille nach jedem Toilettengang automatisch gesäubert. In regelmäßigen Abständen wird zudem der Toilettenboden gereinigt. Der Hersteller des quaderförmigen Toilettengebäudes bietet zwei Versionen an – eine mit einer Glas-, die andere mit einer Holzfassade. Das Toilettenhäuschen hat ein Dach und wird auch beleuchtet. „Der bisherige Standort am Kopf der Stadtbahnhaltestelle ist aber zu klein für die Ausmaße des Modells“, sagt Hofmeister.

Schwierige Standortsuche

Deswegen habe die Abfallwirtschaft Stuttgart nach einem neuen Standort in Hedelfingen gesucht und sich mit den entsprechenden Ämtern abgesprochen. Weit mussten die Experten nicht schauen. Der Hedelfinger Platz bietet sich als zentral gelegener und stark frequentierter Standort an. Viele Passantinnen und Passanten kommen dort auf ihrem Weg zu den Stadtbahnen, Bussen oder ins Bürgerhaus vorbei. Genügend Fläche für das neue WC-Haus gibt es aber nur im Bereich unterhalb des Kiosks. „Die dort stehende Litfaßsäule müsste eventuell versetzt werden“, sagt Hofmeister.

Kreisverkehr hat Vorrang

Für das neue Toilettenhaus erntete Hofmeister zwar Zustimmung, mit dem Standort waren die Bezirksbeirätinnen und Bezirksbeiräte allerdings nicht glücklich. „Durch den Neubau würden nämlich die Carsharing-Stellplätze wegfallen, für die wir lange gekämpft haben“, sagt CDU-Bezirksbeirat Mario Graunke. Er hat in unmittelbarer Nähe sein Büro und kennt die Ecke gut.

Wie Graunke wiesen auch die anderen Bezirksbeiräte darauf hin, dass der Hedelfinger Platz in den kommenden Jahren umgestaltet werden soll. Im Sommer 2022 wird in der Hedelfinger Straße die Hauptradroute angelegt und im Anschluss soll – so der Wunsch der Hedelfinger und der Stadtplaner – die viel befahrene Kreuzung dann in einen Kreisverkehr umgewandelt werden. „Der Bau des Toilettenhäuschens muss deswegen mit den Umgestaltungsplänen am Hedelfinger Platz abgestimmt sein“, forderten Grünen-Bezirksbeirat Jürgen Klee und Freie Wähler-Bezirksbeirätin Karin Kaiser. SPD-Bezirksbeirätin Regina Erben regte zudem eine „Gestaltung des kleinen Platzes aus einem Guss“ an. Beispielsweise könnte dann ein neuer Kiosk wie das Toilettenhäuschen gestaltet werden. Der Bezirksbeirat bat deswegen, mit dem Neubau der WC-Anlage bis nach der Fertigstellung des Kreisverkehres zu warten, dies zudem mit den Stadtplanern abzusprechen und die bisherige Möblierung zu beachten. Eventuell müsse man sich sonst nochmals auf die Suche nach alternativen Standorten machen.

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