Neuhausen im Netzwerk der Schulen Mit digitalen Medien und Berufspraktika in die Zukunft

Weil der Bäcker Urlaub hat, versorgen die Jungen und Mädchen der Schiller-Schule ihre Mitschüler mit frisch gebackenen Waffeln. Foto: Ines Rudel

Mit Robotern und digitalen Medien lernen die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaftsschule Neuhausen. Die Schule schärft ihr praxisnahes Profil.

Im Wettbewerb mit der Realschule in Filderstadt und den Gymnasien in Ostfildern will die Friedrich-Schiller-Schule in Neuhausen mit praktischen Angeboten punkten. „Wir sind von den Chancen überzeugt, die unsere Gemeinschaftsschule bietet“, sagt Schulleiterin Ulrike Pisching. Mit Roboter-Bausätzen lernen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeiten der Technik kennen. Durch die Partnerschaft mit der Weltfirma Balluff, die ihren Sitz in Neuhausen hat, bekommen sie früh Einblicke in die Welt von Automation und Sensortechnik.

 

Die Qual der Wahl auf den Fildern

Die Schullandschaft auf den Fildern bietet Familien die Qual der Wahl. Seit dem Schuljahr 2016/17 ist die ehemalige Werkreal- und Realschule eine Gemeinschaftsschule. Im Juli hat der erste Jahrgang nun den Abschluss in der Gemeinschaftsschule gemacht – davon haben 13 die Hauptschule absolviert, 32 haben den Realschulabschluss in der Tasche. Vier Schülerinnen und Schüler arbeiten auf erweitertem Niveau und wechseln 2023 auf Gymnasien. 271 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schiller-Schule. Davon kommen 88 aus der Nachbargemeinde Wolfschlugen – die hat seit 2010 keine weiterführende Schule mehr.

„Die interkommunale Zusammenarbeit klappt gut“, findet Schulleiterin Pisching. 17 Schülerinnen und Schüler kommen aus den Nürtinger Stadtteilen Oberensingen und Hardt. „Deshalb schauen wir über unseren Tellerrand“, sagt die Rektorin. Es gibt eine Kooperation mit dem Kinder- und Jugendhaus Wolfschlugen. Im Hexenhäusle an der Nürtinger Straße werden die Schülerinnen und Schüler nachmittags immer mal wieder betreut. Das Kinder- und Jugendzentrum Penthaus in Neuhausen, das wenige Schritte von der Schule entfernt liegt, kümmert sich ebenfalls um die jungen Leute. Schulsozialarbeiterin Magdalena Häussler betreut die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaftsschule im Alltag. Diese Angebote koordiniert der Kreisjugendring Esslingen.

Lernen in der Schülerfirma

Zum Schuljahresende haben die Schülerinnen und Schüler kleine Firmen gegründet. Da der Schulbäcker bereits Urlaub hat, haben sie ihren Pausenverkauf selbst organisiert. „Da lernen die Achtklässler, wie man den Einkauf kalkuliert“, sagt die Pädagogin Meike Rüd. Mit dem Verkauf von Waffeln und Slush-Eis machten die Jungen und Mädchen einen satten Gewinn.

Manche Mütter und Väter täten sich noch mit dem Modell Gemeinschaftsschule schwer. Sie setzten dann lieber auf die klassischen Schulformen wie Realschule oder Gymnasium. „Daher ist es eine wichtige Aufgabe für uns aufzuklären“, ist Ulrike Pisching überzeugt. Nicht allein wegen des kooperativen Lernkonzepts ist die Gemeinschaftsschule für sie das Modell der Zukunft. In den Kernfächern werden die Kinder und Jugendlichen je nach ihrer Leistungsstufe unterrichtet. „Die Klassenverbände erhalten wir aber.“ Schön findet es Ulrike Pisching, dass sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig helfen: „Es gibt immer mehr private Lerngruppen.“

Referenzschule für Digitalisierung

Gerade bei der Digitalisierung der Schulen wünscht sich Rektorin Pisching noch mehr Kooperation zwischen den Schulen im Landkreis Esslingen. Seit 2021 ist die Friedrich-Schiller-Schule Teil des Entwicklungsnetzwerks digitale Transformation, das auf Landesebene Austausch und Kooperation möglich macht. „Durch das Angebot der Landesmedienzentren bekommen wir viel Fachwissen.“ Dieses Wissen möchte Pisching auch an andere Schulen weitergeben.

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