Neuhausen plant die S-Bahn-Verlängerung Der neue Busbahnhof wird ein Verkehrsknoten

Der Rohbau der Unterführung für den Bahnhof in Neuhausen steht bereits. Foto: Horst Rudel

Mit dem Bebauungsplan geht Neuhausen den nächsten Planungsschritt zur S-Bahn-Verlängerung. Die neue Anlage vernetzt die Schiene mit Bussen, Fahrrädern und Pedelecs.

Am neuen S-Endbahnhof in Neuhausen entsteht eine zweite Ortsmitte. Ein zentraler Baustein ist da der neue Busbahnhof, den die Gemeinde Neuhausen plant. Er soll nicht nur Platz für vier Gelenkbusse und einen Minibus bieten. Das Ziel der Planer ist es, dort einen Verkehrsknoten zu schaffen. „Wir brauchen einen leistungsfähigen und attraktiven Bahnhof“, brachte Neuhausens Bürgermeister Ingo Hacker in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Pläne auf den Punkt. „Der neu gebildete Stadteingang spielt für Reisende mit der Bahn eine zentrale Rolle.“

 

Mit der Auswertung der Stellungnahmen zum Plangebiet „Bahnhof Neuhausen – S-Bahnhof“ brachten die Gemeinderäte den nächsten Schritt des Großprojekts voran. Einstimmig fassten sie den Satzungsbeschluss für das Planwerk. Da die einzelnen Abschnitte des Bahnhofsbaus unterschiedlich schnell vorangehen, hat die Kommune die Bereiche auf dem Bahnhofsareal durch eigene Pläne entkoppelt. Der Busbahnhof mit dem Bahnhofsvorplatz umfasst eine Fläche von 0,8 Hektar. Henning Bock vom Büro Baldauf stellte den Plan vor und ging auf Bedenken und Anregungen ein. Viel sei gegenüber dem Vorentwurf nicht geändert worden. In der Detailplanung wird der geplante Kreisverkehr überarbeitet. Auch bei der Zufahrt und der Eingangsfläche gibt es kleine Änderungen.

Wie soll der künftige Bahnhof in Neuhausen aussehen? „Geplant ist ein attraktiver Bahnhofsvorplatz, eine Pergolakonstruktion über dem gesamten kombinierten Bahn- und Bussteig und ein Radturm mit Einzelboxen und abgeschlossenen Sammelgaragen“, schreibt die Gemeinde auf ihrer Homepage.“ Um auf sich ändernde Verkehrsflüsse zu regieren, sollen verschiedene Mobilitätsträger und -formen verknüpft werden.“ Geplant sind ein Park-and-Ride-Parkhaus, eine Reparatursäule für Fahrräder, Carsharing, Mietfahrräder und -pedelecs. Auch Taxistände und sanitäre Anlagen sind geplant.

Gemeinderäte planen S-Bahn-Verlängerung mit

Die S-Bahn-Verlängerung ist für die Fildergemeinde eine einmalige städtebauliche Chance. Deshalb plant die Kommune die neue Endstation schon seit Jahren. Eine Arbeitsgruppe des Gemeinderats hat die künftige Unterführung mitgeplant, die von der Kommune gebaut wird. Die Gleisanlagen bauen die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). Die einzelnen Bauabschnitte der beiden Träger zu koordinieren, ist nach den Worten von Neuhausens Pressesprecherin Elke Eberle herausfordernd. Nun errichten die SSB den Rohbau der Bahnsteige, die Mastfundamente und den Gleisunterbau.

Die rund vier Kilometer lange Strecke von Bernhausen endet am Kopfbahnhof in Neuhausen. Dieser hat zwei Bahnsteiggleise und ein Abstellgleis auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände der Filderbahn, das zwischen Bahnhofstraße, Robert-Bosch-Straße und Wilhelmstraße eingeschlossen ist. Die Bahnsteige haben eine Nutzlänge von 210 Metern. Die Bauzeit wird voraussichtlich gut vier Jahre betragen, der offizielle Spatenstich war im September 2023.

Voraussichtlich Ende 2027 soll die S-Bahn-Verlängerung in Betrieb gehen. Damit wird Neuhausen über die Schiene direkt an den Flughafen und den Hauptbahnhof angebunden. Alle Züge, die heute in Bernhausen enden, fahren dann bis nach Neuhausen. Sie verkehren von etwa 5 Uhr bis etwa 1 Uhr. Geplant ist ein 30-Minuten-Grundtakt. Während des Tages soll die Zugfolge auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet werden.

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