Neujahrsempfang Gärtringen Bürgermeister plant ein „Rathaus für Gärtringen“

Bürgermeister Thomas Riesch bei seiner Neujahrsansprache in der voll besetzten Aula der Ludwig-Uhland-Schule. Foto:  

Die Kommunalverwaltung Gärtringen soll unter einem Dach vereint werden. Wie das gelingen könnte, erklärt Bürgermeister Riesch beim Neujahrsempfang.

Das neue Jahr wird herausfordernd werden, das stellt Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch am Dreikönigstag klar: „2026 wird ein ganz entscheidendes Jahr für den südlichen Bereich unserer neuen Ortsmitte“, sagt er beim Neujahrsempfang der Gemeinde vor rund 250 Leuten in der Aula der Ludwig-Uhland-Schule (LUS). Umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Gärtringen unter der Leitung von Matthias May.

 

Im nördlichen Bereich wurde bereits im Jahr 2025 am Neubau der Ludwig-Uhland-Halle (LUH) Richtfest gefeiert. Inzwischen steht die Freilufthalle kurz vor der Inbetriebnahme. Doch wie die Ersatzbebauung anstelle des gemeindeeigenen Gebäudes, das einst eine Apotheke und jetzt eine der Rathaus-Außenstellen neben der LUH beherbergt, Realität werden kann, ist noch unklar. Auch die Zukunft des bisherigen Rathauses, das zwar mit seinem markanten Fachwerk sofort ins Auge fällt, aber als Verwaltungssitz zu beengt ist, war ungewiss.

Lösung für „alle unsere Probleme“ erarbeitet

Nun scheint dieser fast sprichwörtliche Gordische Knoten zerschlagen: „Wir haben miteinander eine Lösung für alle unsere Probleme erarbeitet“ so der Rathauschef – und meint mit dem Miteinander konkret Jörg Stahl, den Vorstandssprecher der Volksbank in der Region, und Markus Speer, den Geschäftsführer der „Volksbank@Home Projektentwicklung“, die beide bei der Veranstaltung im Publikum sitzen.

Diese sieht – vorbehaltlich der Zustimmung aller Gremien auf Bank- und auf Gemeindeseite – vor, dass die Volksbank und deren Immobilienentwickler ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Apotheken-Areal neben der LUH errichten. Dieses soll nicht nur die neue Volksbankfiliale beheimaten, sondern auch weitere Wohn- und Geschäftsräume. „Damit wird das Volksbankgebäude frei“, beschreibt Riesch das nächste Puzzleteil, das sich in den Pan einfügen soll. Die Gemeinde könne dann dieses an der Gärtringer Hauptstraße gelegene Gebäude erwerben. An diesem hat sie bereits ein Teileigentum und ist auch Mieterin – unter anderem hat der Rathauschef dort sein Büro. Zum ersten Mal seit 60 Jahren bestehe so die Möglichkeit „ein Rathaus für Gärtringen“ zu entwickeln.

Zwei Neubauten gespart

Um Parkplätze für das neue Wohn- und Geschäftshaus zu schaffen, so berichtet Riesch weiter, soll eine Tiefgarage unter dem dort vorgesehenen verkehrsberuhigten Platz entstehen, der zukünftig das neue „Wohnzimmer der Gemeinde“ werden soll. Auch öffentliche Stellplätze im Eigentum der Gemeinde seien dort vorgesehen. Erste Entwürfe für das Projekt, das bis 2030 realisiert werden soll, würden dem Gemeinderat im Frühjahr präsentiert werden.

Das alte Rathaus, das einst als Hitlerjugendheim geplant und 1950er-Jahren dann zum Verwaltungssitz wurde, ist das letzte Teil des Puzzles: Es soll nach einem Umbau künftig von der LUS genutzt werden. Im Erdgeschoss soll eine Mensa entstehen und in das erste Stockwerk soll dann die Schulkindbetreuung umziehen. Auf diese Weise wären dann im Schulgebäude wieder Räume für den Unterricht gewonnen, sagt Riesch. Auch für eine interimsmäßige Unterbringung von Teilen der Verwaltung hat die Gemeinde bereits Vorsorge getroffen: In der Nachbarschaft des Volksbankgebäudes hat sie zwei Ladenlokale und zwei Wohnungen gemietet.

„Wir sparen uns zwei Neubauten“, betont Riesch – insbesondere angesichts der angespannten Haushaltslage, die er in seiner rund einstündigen Neujahrsansprache ebenso thematisierte wie Gewerbeansiedlungen, Neubaugebiete und einiges mehr. Ein Mensaneubau würde wohl mit rund fünf Millionen Euro zu Buche schlagen, ein neues Rathaus, dessen Kosten er auf „15 Millionen Euro plus x“ schätzt, könne sich die Gemeinde „voraussichtlich die nächsten 20 Jahre“ nicht leisten.

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