Neujahrsempfang in Winnenden Mitten in der Pandemie gibt nicht Corona den Ton an

Der Neujahrsempfang wurde aus der Schwab-Halle gesendet. Foto: Gottfried Stoppel

Der zweite virtuelle Neujahrsempfang in Winnenden ist nicht nur abwechslungsreich gestaltet, sondern er macht auch Hoffnung auf bessere Zeiten. Zum Beispiel mit dem Ausblick auf die Konzerttage.

Winnenden - Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Im kurzärmeligen Kleid nimmt das Winnender Mädle die Zuschauer des Neujahrsempfangs mit auf eine Tour durch eine Stadt, in der es grünt und blüht.

 

Das Video mit Giuliana di Donna ist im vergangenen Spätsommer entstanden, und es macht mitten im Coronawinter Lust auf unbeschwertere Zeiten. Es wird nicht der einzige Programmpunkt dieses zweiten virtuellen Neujahrsempfangs der Stadt Winnenden bleiben, der die Hoffnung keimen lässt: Das Leben geht mit Freude weiter.

Eine überraschend abwechslungsreiche Onlineveranstaltung

Was kann ein virtueller Neujahrsempfang überhaupt leisten? Sicherlich: auf eine persönliche Begegnung mit dem Stadtoberhaupt und mit ihren Mitbürgern müssen die Winnender einmal mehr verzichten. Aber der Stadtverwaltung gelingt eine abwechslungsreiche Veranstaltung mit einer Mischung aus Rede und Gespräch, Livemomenten und eingespielten Beiträgen. Es kommt nicht nur der Rathauschef zu Wort: Die Macher der Winnender Konzerttage berichten von diesem Höhepunkt, die Jugendgemeinderätin Jil Weber wirbt um Kandidaten für die Jugendgemeinderatswahl und Marco Kelch – der mit der Bürgermedaille in Bronze geehrt wird – wagt schon mal einen Ausblick auf das 100-jährige Bestehen der Paulinenpflege im Jahr 2023.

Es menschelt, und ganz am Anfang fühlt es sich sogar so an, als wäre man direkt in der Hermann-Schwab-Halle dabei: Weil der Ton schon an ist, bevor der Live-Stream beginnt, ist zu hören, wie das Städtische Blasorchester seine Instrumente stimmt. Während die Musikerinnen und Musiker den Neujahrsempfang eröffnen, werden Schlagzeilen aus dem Jahr 2021 eingeblendet. Und die machen deutlich: es war eben nicht nur Corona. Das Kinderhaus Burgeräcker wurde neu eröffnet, in Hertmannsweiler entstand eine neue Aussegnungshalle, und die Robert-Boehringer-Straße wurde umgestaltet. Die IBA-Planung wurde festgezurrt, und es gab einen ersten „Kunsttreff on tour“.

Sanierungen von Lessing-Gymnasium und Wunnebad

Die Liste wird von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth in seiner Rede fortgesetzt. Er berichtet zum Beispiel von der derzeit größten Baustelle in Winnenden, der Generalsanierung des Lessing-Gymnasiums. „Der erste Abschnitt ist fertig, die zweite Hälfte soll es bis Ende 2023 sein“, sagt er. In den Startlöchern steht ein weiteres Mammutprojekt: Das Wunnebad soll nicht nur umfassend technisch ertüchtigt werden, sondern ein neues Kursschwimmbecken mit Hubboden und eine neu gestaltete Saunalandschaft bekommen. Die Baukosten belaufen sich auf 28 Millionen Euro. „Und wir drücken den Stadtwerken die Daumen, dass sich der Kostenrahmen einhalten lässt.“

Hartmut Holzwarth bittet um Solidarität

Was steht noch an in Winnenden? Umgestaltung der alten B 14, Digitalisierung der Schulen, Glasfaserausbau, Erneuerung des zentralen Busbahnhofs und vieles mehr. „Die kommunalpolitische Arbeit ist in vollem Gange“, sagt Holzwarth und berichtet, dass der Gemeinderat seit zwei Jahren durchgehend in Hybridsitzungen tage.

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Angesichts von Impflücken und von Corona-Todesfällen wünscht sich das Stadtoberhaupt Solidarität und helfende Hände – etwa, wenn Nachbarn in Quarantäne sind oder gegenüber örtlichen Händlern und Kulturtreibenden. Für letztere gibt es in Winnenden einen Silberstreif am Horizont: Am 29. Januar beginnen die Winnender Konzerttage. Ein Quartett des Festivalorchesters stimmt auf die Zusammenarbeit von Spitzenkünstlern sowie Winnender Profis und Amateuren ein. Nein, Corona ist nicht alles.

Das Video zum Neujahrsempfang ist auf dem Youtube-Kanal der Stadt Winnenden zu finden. Infos zu den Konzerttagen finden sich unter www.konzerttage-winnenden.de

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