Neujahrskonzert in der Auferstehungskirche in Stuttgart-Rot Zwischen Sektlaune und Ambivalenz

Bereits im vergangenen Jahr gab es in der Auferstehungskirche ein Neujahrskonzert. Foto: Archiv Lichtgut/Max Kovalenko
Bereits im vergangenen Jahr gab es in der Auferstehungskirche ein Neujahrskonzert. Foto: Archiv Lichtgut/Max Kovalenko

Mit einem Neujahrskonzert in der Auferstehungskirche in Stuttgart-Rot läutet die Künstlervereinigung „NeckArs“ am Samstag die neue Saison von Musik-Rot ein.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Rot - Neujahrskonzerte sind üblicherweise Musik gewordene Sektlaune. Allerdings scheint die weltweite Gemengelage durchaus wenig Grund zum Feiern zu geben. Da passt es vielleicht, dass das morgige Konzert der Künstlervereinigung „NeckArs“ zwar leicht und spritzig, aber durchaus auch nachdenklich und sogar gedämpft daherkommt. Mit dieser ersten Veranstaltung im noch jungen Jahr eröffnet auch die neue Saison von Musik-Rot, in der unter anderem das Lutherjahr eine Rolle spielen wird und einige musikalische Überraschungen auf die Gäste warten.

Verblüffende Details hält schon die Veranstaltung am Samstag bereit: Mit „Ave Maria“ von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) hätte man bei einem Neujahrskonzert nicht unbedingt gerechnet. Wiederum gehört die von einem traditionellen Volkstanz inspirierte „Gavotte“ nicht zu den oft gehörten Bach-Werken. Das Programm verspricht unter anderem aber auch das Recitativo und Scherzo-Caprice von Fritz Kreisler (1875 – 1962), von dem ein Musikkritiker einmal geschrieben hat, es handle sich dabei „um einige Minuten dramatische Rhapsodie mit Feuerwerk“. Und es erklingt „Chanson triste“ von Anton Arensky (1861 – 1906) – ein „trauriges Lied“ zum Prosit Neujahr: Das ist mal eine Ansage.

Vielschichtig präsentiert sich aber auch die neue Saison von Musik-Rot, die damit eingeläutet wird: Im Wechsel mit der Evangelischen Kirche Mönchfeld wird die Roter Auferstehungskirche dabei zum Ort ungewöhnlicher Konzerterlebnisse: Organisator Gerhard Stähler empfiehlt besonders Franz Schuberts „Winterreise“, die Tenor Andreas Weller und Pianist Götz Payer bereits am kommenden Samstag, 21. Januar, von 17 Uhr an in Mönchfeld darbieten.

Konzert zum Lutherjahr

In der Käskirche, wie die Auferstehungskirche von den Rotern genannt wird, steht dann am Sonntag, 12. Februar, ebenfalls von 17 Uhr an, ein Konzert zum Lu­therjahr auf dem Programm, mit Friederike Brucklacher (Sopran), Hermann Trefz (Orgel) und den Stuttgarter Choristen: evangelische Kirchenmusik der Romantik mit Werken unter anderem von Brahms, Mendelssohn Bartholdy und Ritter. Musikfreunde sollten sich außerdem auch den 7. Mai vormerken. Dann gibt es von 17 Uhr an wiederum in Mönchfeld das Konzert „Fantastische Frauen“ mit „Vocalen Werken, Orgel und Cembalostücken weiblicher Komponisten des 16. bis 17. Jahrhunderts“.

Doch zuvor läuten Elena Denisova (Violine), Irina Gulde (Mezzosopran), Lev Sivkov (Violoncello) und Vladimir Romanov (Klavier) am Samstag, 14. Januar, das neue Jahr ein, das vermutlich so ambivalent verlaufen wird, wie das alte geendet hat. Elena Konson, Vorsitzende der Künstlervereinigung, empfiehlt besonders den letzten Programmpunkt. „Wir bleiben auch bei diesem Neujahrskonzert unserer Tradition treu und präsentieren eine Uraufführung“: Romanovs Liedzyklus „Lena Lambert – vier Gedichte“. Das Libretto wird den Gästen als Liedblatt vorliegen: Alle vier Gedichte sind bittersüß, handeln von der Rückkehr an die Orte der Kindheit, von der Kargheit des Winters, die auch den Keim der Erneuerung in sich trägt und vom endgültigen Abschied von der Vergangenheit.

Info Das Neujahrskonzert in Kooperation mit „NeckArs“ am Samstag, 14. Januar, in der Roter Auferstehungskirche, Haldenrainstraße 200, beginnt um 17 Uhr. Das neue Programm von Musik-Rot liegt in den öffentlichen Einrichtungen des Stadtteils aus.




Unsere Empfehlung für Sie