In Neuseelands ältestem Nationalpark, dem Tongariro National Park, hat es verheerende Feuer gegeben. Inzwischen sind alle Brandherde weitgehend gelöscht. Doch die Schäden sind immsens. Ein Überblick in Text und Bildern.

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

Der Tongariro-Nationalpark (englisch: Tongariro National Park) ist ein ökologisches Juwel. Er ist der älteste Nationalpark Neuseelands (und der viertälteste weltweit) und befindet sich im Zentrum der Nordinsel. Der Nationalpark gehört sowohl zum Weltkultur- als auch zum Weltnaturerbe der Unesco.

 
Auf dem Wanderweg des Tongariro Alpine Crossing im Tongariro-Nationalpark mit Blick auf die Emerald Lakes. Foto: Imago/Wirestock
Bach in der Dämmerung im Nationalpark. Foto: Imago/Christian Heeb
Verschneiter Berggipfel bei klarem Himmel mit umliegenden Hügeln und Wäldern. Foto: Imago/Imagebroker

Was ist der Tongariro National Park?

Im Zentrum des 786,18 Quadratkilometer großen Parks (zum Vergleich: Der Stadtstaat Berlin hat eine Gesamtfläche von 891 Quadratkilometern) befinden sich drei aktive Vulkane: Tongariro (1968 Meter), Ngauruhoe (2291 Meter) und Ruapehu (2797 Meter). Nicht zu vergessen die Kultstätten der Māori, der Ureinwohner Neuseelands, welche die Vulkane als heilig verehren.

Auf dem Wanderweg des Tongariro Alpine Crossing im Tongariro-Nationalpark mit Blick auf den Vulkan Mount Ngauruhoe. Foto: Imago/Imagebroker
Farn und Bäume an einem Fluss. Foto: Imago/Christian Heeb

Wann sind die Feuer ausgebrochen?

So weit die schöne Seite des Tongariro National Park. Die hässliche offenbart sich seit dem 12. November 2025: Im Nationalpark wütet eine verheerende Feuersbrunst.

Das Feuer begann am 8. November aus bisher noch nicht geklärten Ursachen zu zündeln. Seitdem sind bereits mehr als 2935 Hektar innerhalb der Parkgrenzen Opfer der Flammen geworden.

Welche Gebiete sind betroffen?

Das Feuer hat bereits mehrere Gebiete im und um den Tongariro-Nationalpark in verkohlte Landschaft und Asche verwandelt.

Darunter sind:

  • Tongariro Alpine Crossing: Einer der beliebtesten Wanderwege Neuseelands, der jetzt wegen Brandgefahr geschlossen ist.
  • Mount Ngauruhoe und Mount Ruapehu: Rauch und Asche haben die Sicht und den Zugang zu den umliegenden Wegen stark eingeschränkt.
Feuerwehrleute bekämpfen am 12. November 2025 die Flammen. Foto: Imago/Xinhua
  • State Highway 47: Die wichtige Verbindung zwischen den Städten Auckland udn Wellington ist vorübergehend geschlossen, um Löscharbeiten und sichere Evakuierungsrouten zu ermöglichen.
Panoramablick auf schneebedeckte Berge mit einem See im Tal darunter. Foto: Imago/Imagebroker
  • Lodges und Besucherzentren im Ruapehu-Distrikt: Die Luftqualität ist durch abdriftenden Rauch erheblich beeinträchtigt.
  • Die Sperrungen und die Auswirkungen des Rauchs haben den Tourismus und die Outdoor-Aktivitäten im gesamten Parkregion massiv eingeschränkt.

Wie ist die aktuelle Lage?

Obwohl die Behörden am heutigen 13. November keine größeren offenen Flammenherde mehr beobachten, wird das Feuer aufgrund der heißen, schwelenden Vegetation weiterhin als sogenannter aktiver Vorfall behandelt.

Die Niederschläge der vergangenen Stunden haben die Bekämpfung des Feuers unterstützt. Aber noch ist nicht klar, wie viel Wald und Buschwerk tatsächlich verbrannt ist und wie groß die Gefahr eines erneuten Ausbruchs von lokalen Feuern ist. Die Überwachung und die Patrouillen an den einzelnen Brandherden gehen also weiter.

Gibt es noch Evakuierungsanordnungen?

Die Behörden haben bekannt gegeben, dass die Evakuierungsmaßnahmen weitgehend abgeschlossen seien.

Traumhafter Blick auf den Mount Ruapehu. Foto: Imago/Depositphotos

Mehr als 50 Wanderer und Park-Mitarbeiter wurden mit Flugzeugen in Sicherheit gebracht.

Der Highway nach Whakapapa ist weiterhin gesperrt. Foto: Imago/Pond5 Images
Die Bewohner des Dorfes durften inzwischen aber wieder in ihre Häuser zurückkehren. Foto: Imago/Dreamstime

Die Bewohner des Dorfes Whakapapa, einem Zentrum der Feuerherde, durften inzwischen zurückkehren.

Das verbrannte Gebiet und die wichtigsten Wege sind weiterhin offiziell gesperrt. Der Öffentlichkeit wird empfohlen, das Gebiet zu meiden, bis es vollständig geräumt ist.