Neuzugang des VfB Stuttgart Darum macht das Debüt von Nathaniel Phillips Lust auf mehr

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Er kam, sah und siegte. Der VfB-Neuzugang Nathaniel Phillips bot in seinem ersten Pflichtspiel im Pokalspiel bei Hansa Rostock eine vorzügliche Leistung – das zeichnet den englischen Abwehrmann aus.

Applaus, Applaus:  Nathaniel Phillips (re.) überzeugt in seinem ersten VfB-Pflichtspiel Foto: Baumann
Applaus, Applaus: Nathaniel Phillips (re.) überzeugt in seinem ersten VfB-Pflichtspiel Foto: Baumann

Rostock - Die große Stunde schlug in der 46. Minute. Für den verletzten Holger Badstuber schickte der VfB-Trainer Tim Walter im DFB-Pokalspiel bei Hansa Rostock den für ein Jahr ohne Kaufoption vom FC Liverpool ausgeliehenen Nathaniel, genannt Nat, Phillips auf den Rasen. Der 22-Jährige ist somit der erste Engländer, der jemals das Profitrikot mit dem roten Brustring getragen hat.

Doch auf derlei statistische Anekdötchen kommt es Sven Mislintat nicht an – weil den VfB-Sportdirektor die Hauptsache überzeugte: Die Leistung des Neuzugangs. „Nat hat das herausragend gemacht. Das war ein ganz starker Einstand“, lobte Mislintat den Spieler mit der Rückennummer fünf, die dieser vom nach Eindhoven abgewanderten Timo Baumgartl geerbt hat: „Er hatte ja nur ein paar kurze, intensive Trainingseinheiten. Dazu einige Videoschulungen – auch für ihn allein.“

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Tatsächlich zeigte der 1,90 Meter große Phillips keinerlei Anlaufschwierigkeiten bei seinem Debüt. Sehr präsent im Spielaufbau, schaltete sich der englische Innenverteidiger, der Mislintat unter anderem vom Liverpooler Trainer Jürgen Klopp empfohlen wurde, auch umgehend, gestenreich und mit Vorwärtsdrang ins Aufbauspiel ein.

Großes Lob

So verdiente sich Phillips eine Bestnote im ansonsten arg behäbig auftretenden VfB-Kollektiv. Auch, wenn mit Blick auf sein Debüt zu berücksichtigen ist, dass es sich bei Hansa Rostock nicht um ein Team aus dem obersten Regal des Profifußballs, sondern um einen Drittligisten handelt.

„In so einer erstligareifen Auswärtsamosphäre schüttelt man solch ein Debüt nicht so einfach aus dem Ärmel“, sagt Sven Mislintat dennoch: „Nat spielt klar von hinten raus, kommt ganz selten in Hektik – und ist auch vom Charakter ein toller Junge.“ Also harmonierte Phillips schnell mit seinem linken Nebenmann im Abwehrverbund, dem Kapitän Marc Oliver Kempf. „Wir haben ihn gut aufgenommen und der Trainer hat ihm einiges mit auf den Weg gegeben, wie sein Spiel hinten aussehen soll“, sagt Kempf: „Wir haben mit ihm Qualität dazu bekommen. Es dürfte passen.“

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Schließlich hat der VfB mit Phillips, der sich aufs Fußballspielen konzentrieren soll und daher bis auf weiteres nicht öffentlich spricht, einen amtierenden Champions-League-Sieger in seinen Reihen. Im Finale der Königsklasse gegen Tottenham stand der 22-Jährige, in England bereits von Teilen der Boulevardpresse als „ewiges Talent“ betitelt, im Kader der Liverpooler, spielte aber wie gewohnt nicht.

Walter ist begeistert

Nun aber profitiert der Verteidiger vom außergewöhnlichen Trainingsniveau bei den Reds von der Anfield Road mit Stars wie Mohamed Salah oder dem ehemaligen Hoffenheimer Roberto Firmino, „auch wenn das Verteidigen da bestimmt nicht immer Spaß macht“, wie Sven Mislintat sagt. Bei seinem VfB-Gastspiel soll für Phillips neben Training jetzt aber auch möglicht viel Spielpraxis her. „Er hat vieles von dem, was wir ihm gezeigt haben, bereits verinnerlicht. Er ist mutig und robust. Ich war von seinem Auftritt sehr angetan“, sagt der Trainer Tim Walter. Ein Anfang ist also gemacht.