Neuzugang des VfB Stuttgart Noah Darvich – der VfB angelt sich ein Megatalent vom FC Barcelona

Junger Neuzugang: Der 18-jährige Noah Darvich vom FC Barcelona ist eine Zukunftsinvestition ins offensive Mittelfeld des VfB. Foto: IMAGO/Icon Sportswire

Sein ganz großer Traum auf der Weltbühne des Fußballs ist beim FC Barcelona geplatzt. Jetzt wechselt Noah Darvich, 18, bis 2029 zum VfB Stuttgart – und nimmt einen neuen Anlauf.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Zurück im Südwesten Deutschlands hat es sich Noah Darvich nach erfolgreichen Verhandlungen erst einmal schmecken lassen. Also tat der Kapitän der deutschen U-19-Nationalelf, ein gebürtiger Freiburger, in einem Restaurant unweit der Stuttgarter MHP-Arena an der Seite seines Vaters etwas für sein leibliches Wohl.

 

Es war ja auch ein Moment zum Zurücklehnen: Schließlich ist die sportliche Zukunft des offensiven Mittelfeldspielers geklärt, der mit der DFB-Elf gerade erst die U-19-EM in Rumänien bestritten hat, wo im Halbfinale mit 5:6 in der Verlängerung gegen Spanien das Aus kam. Wenn er den Medizincheck in Bad Cannstatt positiv absolviert, woran es trotz aktuell leichter muskulärer Probleme wenig Zweifel gibt, dann wird Noah Darvich von der kommenden Spielzeit an für den VfB Stuttgart in der Bundesliga spielen.

Um sich die Dienste des Linksfußes zu sichern, der bei der U-19-EM als Spielführer das Halbfinale angeschlagen nur von der Tribüne aus verfolgen konnte, wird der VfB eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich an den FC Barcelona überweisen, wo Darvich noch einen Vertrag bis zum Sommer 2026 besitzt. Vorausgegangen waren wochenlange Verhandlungen, die nun in einem Vierjahresvertrag bis 2029 für den 18-Jährigen mündeten.

Dabei soll das Engagement beim VfB für das wohl größte deutsche Talent des Jahrgangs 2006 einen Neuanfang darstellen. Darvich, ein reflektierter Offensivstratege mit Torriecher, rückt mit seinem Wechsel nach Stuttgart geografisch wieder näher an seine Heimat im Breisgau heran, nachdem sich in Barcelona sein ganz großer Traum nicht erfüllt hat. Schließlich war das Ausnahmetalent vor zwei Jahren vom SC Freiburg mit der Hoffnung zu den Katalanen gewechselt, sich bei einem europäischen Topclub im obersten Regal des Weltfußballs durchzusetzen. Damals hatten die Freiburger bis zuletzt vergeblich versucht, ihr Eigengewächs mit den außergewöhnlichen Anlagen im eigenen Club zu halten.

Wie viel sich auch die Barça-Chefetage, die im Sommer 2023 rund 2,5 Millionen Euro an Ablöse an den SC Freiburg überwies, von dem Darvich-Transfer versprach, zeigt allein die Höhe der Ausstiegsklausel, die der Verein in den Vertrag des damals 16-Jährigen verankern ließ. Lediglich für eine Ablösesumme von einer Milliarde (!) Euro hätte der junge Deutsche, Sohn einer Badenerin und eines Elsässers mit irakischen Wurzeln, den FC Barcelona gegen dessen Willen verlassen können.

Nun kommt der Teenager für deutlich weniger nach Stuttgart – denn die ganz große Erfolgsstory haben beide Parteien nicht geschrieben. So setzte Barcelonas Cheftrainer Hansi Flick seinen jungen Landsmann in der zurückliegenden Runde in einem Ligaspiel, einmal in der Champions League sowie im Pokal auf die Bank. Zu einem Einsatz kam es für Noah Darvich im Barça-Trikot aber nicht. Vielmehr absolvierte er in der vergangenen Spielzeit 25 Partien für das B-Team.

Alles kann, nichts muss – so lautet nun das Einsatzmotto beim VfB Stuttgart, wo man Noah Darvich eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung zutraut, wie sie der Winter-Neuzugang Finn Jeltsch genommen hat. Auch der Ex-Nürnberger ist wie Darvich Jahrgang 2006 – und hat beim VfB als Innenverteidiger eine starke Rückrunde ohne große Anlaufschwierigkeiten gespielt.

Obendrein senden die Stuttgarter mit dem Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und dem Sportdirektor Christian Gentner als oberste Architekten des Kaders das Signal, auch künftig auf junge deutsche Toptalente zu setzen. Eine Marschrichtung, die auch der Cheftrainer Sebastian Hoeneß unterstützt. Dennoch sind die Umbauarbeiten im offensiven Mittelfeld des VfB nicht abgeschlossen.

Weitere Namen sind im Gespräch

Weiterhin spricht sehr viel dafür, dass Enzo Millot mittels seiner Ausstiegsklausel von rund 20 Millionen Euro den Club verlassen dürfte. Daher geistern die Namen weiterer Mittelfeld-Kandidaten durch den Neckarpark. Dazu zählen der zuletzt vom FC Bayern an den 1. FC Heidenheim ausgeliehene Paul Wanner, der an der Brenz allerdings eine eher durchschnittliche Rückrunde spielte, sowie der griechische Nationalspieler Giannis Konstantelias, 22, von Paok Saloniki.

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