New Year, new me? Welchen kleinen und großen Lastern wir Kesselbewohner:innen dieses Jahr den Kampf ansagen wollten – nur, um am Ende doch klein beizugeben.
Um Silvester herum scheint unsere Motivation unermesslich: Dann spannen die Hosen nach der Feiertags-Völlerei, in den Geldbeuteln sieht’s nach dem Geschenke-Marathon über die Königstraße eher mau aus und vom Alkoholkonsum sollte man vielleicht besser gar nicht erst anfangen. Kein Wunder also, dass uns das kommende Jahr wie ein echter Neuanfang vorkommt. Einer, in dem man plötzlich auf seine Ernährung achtet, den Yogakurs mehr als nur einmal im Quartal besucht und seine Finanzen im Griff hat.
Wie lange diese Einstellung dann tatsächlich hält, ist natürlich Typsache. Eines kann man aber auf jeden Fall sagen: Der Kessel macht es uns Stuttgarter:innen nicht unbedingt einfacher, die guten Vorsätze auch wirklich zu halten. Und welche das sein sollen? Hold my Kesslerschorle, ich werd’s euch verraten:
Weniger Kaffee bei Tatti trinken
Eigentlich hatten wir uns das so schön ausgemalt: Dieses Jahr werden die hauseigenen Barista-Skills aufs nächste Level gehoben! Immerhin hat man die extraordinär-teure Siebträgermaschine nicht umsonst gekauft. Und die guten Bohnen von Harry’s Kaffeerösterei nicht zu vergessen, die hat man doch auch eben noch zu Weihnachten geschenkt bekommen.
Und während wir in den ersten Tagen des Jahres noch ganz relaxed nachmittags unseren Kaffee am heimischen Küchentisch schlürfen, schleichen sich spätestens Mitte Januar wieder altbekannte Muster ein. Wo sollen wir uns treffen? Ach, man war doch so viel zuhause, lass lieber rausgehen. Stadtmitte? Ja, warum nicht zu Tatti. Die machen doch guten Kaffee – und da klappt das mit dem Milchschaum auch viel besser. Und der Kaffee hat auch die richtige Temperatur, zu Hause wird er irgendwie immer zu heiß. Ach, und Kuchen gibt’s ja auch….
Laufen ist gesund, das weiß doch jedes Kind. Genau deswegen haben wir uns für 2026 auch vorgenommen, öfter auf Auto, Bus und Bahn zu verzichten und stattdessen unsere Fitness etwas aufzubessern. Dass das im Kessel aber nicht nur bedeutet, dass wir geradeaus und ebenerdig, sondern in 90 Prozent der Fälle irgendwo bergauf oder bergab marschieren, war in Gedanken natürlich überhaupt kein Problem.
Warum denn auch, Treppen gehen ist ja NOCH gesünder! Und irgendwo haben wir auch gelesen, dass das einen schönen Po macht. Win-Win quasi.
Blöd nur, dass wir schon beim Spaziergang von Stadtmitte Richtung Olgastraße einen Herzkasper kriegen, uns der Anstieg Richtung Killesberg den Atem nimmt und als dann vom Marienplatz in die Liststraße die Zacke an uns vorbeifährt, ist’s um die guten Vorsätze auch geschehen – man muss ja wirklich nicht alles laufen, oder? Reicht doch, wenn man ab und an mal die Tübinger Straße entlangflaniert.
Keine nächtlichen Abstecher in die Trude mehr
Ganz klar: Im letzten Jahr sind wir definitiv einmal zu oft nachts noch in der Trude gelandet – und vor allem erst viel zu spät herausgestolpert. Dieses Jahr wird das anders laufen. Es ist doch wirklich nicht so schwer, nach einem gesitteten Abend mit Freunden und 1-2 Drinks den Absprung zu schaffen. Dann ist man am nächsten Tag ausgeschlafen, viel fitter und zu viel Alkohol ist eh ungesund.
Eigentlich gute Vorsätze, wäre nicht unsere Standhaftigkeit nach dem zweiten Glas Wein genauso stabil wie die Beziehung dieser einen guten Freundin und ihrer Situationship. Und als dann wieder jemand vorschlägt, man könne doch noch für eine Stunde tanzen gehen, hört sich die Idee um Welten besser an, als man noch vor ein paar Stunden gedacht hätte…
Endlich mal die guten Yoga-Matten zum Einsatz bringen
Your Body is a Temple – und Yoga ist der perfekte Ausgleich, den er braucht. Davon waren wir zu 100% überzeugt, als wir „2x die Woche zum Yoga (mindestens!!!)“ auf unsere Vorsatz-Liste geschrieben haben. Das ist ja schließlich auch kein Hexenwerk bei den vielen Studios im Kessel und die tollen Yogamatten von lululemon verstauben doch sowieso schon seit dem letzten Bali-Trip in der Ecke.
Doch schon in den ersten Januar-Tagen zeigt sich, dass auch dieser Vorsatz so seine Tücken hat. Schließlich muss man im neuen Jahr und nach dem Weihnachtsurlaub erstmal wieder in die Arbeit reinkommen – davor oder danach zum Yoga? Ein Ding der Unmöglichkeit. Lieber noch etwas warten. Und wenn erstmal die Feiertags-Völlerei vorbei ist und man sich wieder normal bewegen kann, scheint auch das Sport-Bedürfnis auf einmal nicht mehr so groß. Ach, wer weiß, vielleicht kann man ja doch noch etwas abwarten…
Dry January in der Weinregion
Wer auf Alkohol verzichtet, erhöht seine Fitness, stärkt die Konzentrationsfähigkeit und verbessert seine gesamte Lebensqualität – das haben wir doch kürzlich erst in einem der vielen Instagram-Beiträge zum Thema „Dry January“ gelesen. Deswegen steht für uns auch fest: Das machen wir auch! Und wer weiß, wenn’s gut läuft, kann man ja vielleicht noch den Februar dranhängen.
Während man die ersten Tage noch ganz nonchalant das Glas Wein ablehnt und den anderen erklärt, dass man der Gesundheit zuliebe gerade eine kleine Pause einlegt, wird’s ab der zweiten Woche doch schon schwerer. War die süße Weinbar da schon immer? Und eigentlich wollte man doch schon seit Ewigkeiten mal wieder zu Sitt in der Tübinger Straße. Und kann man nicht doch mal in Vins in der Dorotheenstraße nach einer schönen Flasche stöbern? Spätestens aber beim Spaziergang durch die Weinberge bei Obertürkheim und einem Abstecher ins Rotenberger Weingärtle wird man schwach. Vielleicht muss man vor dem nächsten Dry-January-Versuch doch den Wohnort wechseln…