New Yorker singen sich Mut zu „New York, New York“ ertönt von Feuertreppen und Balkonen

Von the/dpa 

Nirgends schlägt das Coronavirus so erbarmungslos zu wie in New York. Doch im „Big Apple“ ist der Kampfgeist ungebrochen. Die Bewohner feiern mit Sinatras inoffizieller Hymne ihre Stadt.

Menschenleere Straßen in New York: Seit Wochen herrscht in der Millionenmetropole eine strenge Ausgangsbeschränkung. Foto: imago images/ZUMA Wire/Kat Gawin
Menschenleere Straßen in New York: Seit Wochen herrscht in der Millionenmetropole eine strenge Ausgangsbeschränkung. Foto: imago images/ZUMA Wire/Kat Gawin

New York - „If I can make it there, I’ll make it anywhere“ („Wenn ich es hier schaffe, werde ich’s überall schaffen“) – kaum ein anderes Lied steht so für das Lebensgefühl im „Big Apple“ als „New York, New York“ von Frank Sinatra. In diesen Tagen wird diese „Make or break“-Mentalität auf eine harte Probe gestellt. Nirgends in den USA schlägt das Coronavirus so unerbittlich zu. Am Mittwoch gab Gouverneur Andrew Cuomo erneut Todeszahlen für den Bundesstaat heraus.: 779 Tote an nur einem Tag.

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Doch die New Yorker sind Kämpfer. Viele fühlen sich dieser Tage an den 11. September erinnert, als in der Metropole zwei Flugzeuge in das World Trade Center flogen. Damals starben knapp 3000 Menschen.

Der Zusammenhalt in der Stadt ist auch in der Coronakrise groß. Ein Video zeigt, wie New Yorker in einem nicht näher genannten Stadtteil auf Häuserdächern, Feuertreppen und Balkonen stehen und gemeinsam Sinatras „New York, New York“ singen.

Im Bundesstaat New York mit seinen knapp 20 Millionen Einwohnern gelten seit Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen.

Notfallklinik in einer Kathedrale

In New York City werden alle möglichen Gebäude zu Notfallkliniken umfunktioniert, zum Beispiel die Kathedrale St. John the Divine. In dem knapp 200 Meter langen Kirchenschiff sollen Zelte für bis zu 200 Patienten aufgebaut werden. Auch die darunterliegende Krypta soll genutzt werden.

Der Bundesstaat New York ist in der Corona-Krise derzeit das Epizentrum der USA. Die Fallzahlen dort sind um ein vielfaches höher als in anderen Staaten - auch, weil dort deutlich mehr getestet wird.

Besonders betroffen sind auch die Polizisten von New York City. Mindestens zwölf Mitarbeiter seien bereits in Zusammenhang mit mutmaßlichen Coronavirus-Infektionen gestorben, berichtete der Nachrichtensender CNN am Dienstag. Mehr als 2000 weitere Mitarbeiter seien mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert.

Gouverneur Cuomo und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio äußern aber inzwischen die leise Hoffnung, dass der Ostküstenstaat inzwischen den Höhepunkt der Krise überschritten haben könnte.