Newsblog zu Olympia 2018 in Pyeongchang Das passierte am vierten Wettkampftag

Von red/sid/rtr/dpa/AFP/AP 

Dienstag, 16.42 Uhr +++ Aussprache zwischen Lesser und Dahlmeier

Nach seiner umstrittenen Aussage über Laura Dahlmeier und das deutsche Team hat sich Biathlet Erik Lesser mit der Doppel-Olympiasiegerin ausgesprochen. „Inzwischen habe ich auch die Chance genutzt und mit ihr darüber geredet. Mir ging es nur um die Berichterstattung vor den Spielen. Alles schreibt von Laura, aber nicht vom Team“, sagte Lesser in einem Interview mit „web.de“.

Nach dem Sprint-Gold von Arnd Peiffer hatte Lesser in der ARD festgestellt: „Phänomenal für uns, dass das Team D nicht unbedingt für Team Laura Dahlmeier steht, sondern doch für Team Deutschland.“

„Auf meiner Facebook-Seite ging es danach ganz schön her. Definitiv ging das nicht gegen Laura“, sagte Lesser nun. „Allein von uns vier Männern ist jeder schon Einzelweltmeister geworden und darüber liest man nirgendwo etwas. Nicht, dass wir uns wichtig machen wollen, aber eine neutralere nüchterne Berichterstattung ist doch auch für den Leser oder Zuschauer interessant“, sagte der Verfolgungsweltmeister von 2015.

Dienstag, 14.19 Uhr +++ Kläbo jüngster Langlauf-Olympiasieger aller Zeiten

Der Norweger Johannes Hösflot Kläbo hat als jüngster Skilangläufer der Geschichte Gold bei Olympischen Spielen geholt. Der Senkrechtstarter gewann mit nur 21 Jahren und 114 Tagen den Klassiksprint in Pyeongchang vor Weltmeister Federico Pellegrino aus Italien und Alexander Bolschunow von den Olympischen Athleten aus Russland. Kläbo löste den bisherigen Rekordhalter Gunde Svan ab. Der Schwede hatte 1984 mit 22 Jahren und 32 Tagen über 15 Kilometer triumphiert.

Die beiden deutschen Starter, der Skiathlon-Elfte Thomas Bing aus Dermbach und Sebastian Eisenlauer aus Sonthofen, waren im Viertelfinale gescheitert. Bing verpasste dabei erst durch eine Entscheidung im Fotofinish den Einzug in das Halbfinale der besten zwölf Läufer. „Eine Fußspitze hat gefehlt. Mit Schuhgröße 45 hätte es vielleicht gereicht“, sagte der deutsche Sportliche Leiter Andreas Schlütter.

Der Gesamtweltcup-Führende Kläbo gilt als kommender Superstar seines Sports. Zum Olympia-Auftakt war der Jungstar im Skiathlon über 30 Kilometer jedoch nicht über Rang zehn hinausgekommen.

Dienstag, 13.24 Uhr +++ Kanada holt Mixed-Gold im Curling

Das kanadische Duo Kaitlyn Lawes und John Morris hat die erste Goldmedaille im neuen olympischen Wettbewerb im Mixed-Curling gewonnen. Am Dienstag besiegten Lawes und Morris die Weltmeister Jenny Perret und Martin Rios aus der Schweiz klar mit 10:3 in Pyeongchang. Zuvor hatte das Ehepaar Anastassija Brysgalowa und Alexander Kruschelnizki für die Olympischen Athleten aus Russland nach einem Sieg gegen Kristin Skaslien und Magnus Nedregotten aus Norwegen Bronze gewonnen. Eine deutsches Duo war in Südkorea nicht am Start. In Pyeongchang traten erstmals überhaupt bei Winterspielen Teams aus jeweils einem Mann und einer Frau im Curling an.

Dienstag, 12.31 Uhr +++ Shorttrack: Viertelfinal-Aus für Seidel

Die Dresdner Shorttrackerin Anna Seidel ist bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang über 500 Meter im Viertelfinale ausgeschieden. Die 19-Jährige hatte am Dienstag als Viertplatzierte weit hinter Elise Christie keine Chance auf die Vorschlussrunde. Die Britin lief in 42,703 Sekunden olympischen Rekord vor 11 000 Zuschauern in der Gangneung Eisarena. „Es war leider zu schnell vorbei, die 500 Meter liegen mir nicht. Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagte Seidel, die sich von einer Adduktorenzerrung beeinträchtigt fühlte.

Die Sächsin freut sich bei ihren zweiten Winterspielen nun auf die längeren Strecken. „Die 1500 Meter sind am Samstag, da kann ich taktisch laufen“, sagte sie. Zur Zerstreuung würde sie bei Olympia gern andere Veranstaltungen besuchen: „Ich brauche die Ablenkung, aber der Verband erlaubt es nicht.“

Der Dresdener Stützpunkttrainer Daniel Zetzsche erklärte diese Entscheidung: „Wir sind der Meinung, dass man sich auf die eigenen Veranstaltungen fokussieren kann.“ Die Athleten sollen nicht in der Eiseskälte an anderen Wettkampfstätten frieren. Der Coach zeigte sich enttäuscht von Seidel: „Es war schon ein Lauf, wo sie mitlaufen kann. Sie ist unter ihren Möglichkeiten geblieben.“ Die Zerrung könne ein Grund für die Leistung gewesen sein.

Dienstag, 11.27 Uhr +++ Ski-Weltverband wehrt sich gegen Kritik

Der Ski-Weltverband FIS hat noch einmal die Entscheidung verteidigt, den Slopestyle-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang trotz starken Windes am Montag durchgeführt zu haben. FIS-Medienchefin Jenny Wiedeke sagte auf einer Pressekonferenz des Organisationskomitees POCOG: „Die Bedingungen waren sehr schwierig, aber die Trainingsläufe hatten uns gezeigt, dass sie handhabbar waren.“

In den beiden Endläufen waren die Athletinnen reihenweise gestürzt und hatten anschließend teils heftig über die Bedingungen geklagt. Die deutsche Starterin Silvia Mittermüller hatte sich in einem Trainingslauf einen Meniskusriss zugezogen. Zahlreiche Athleten hatten sich im Gespräch mit Journalisten und in sozialen Netzwerken über die Bedingungen beklagt. Wiedeke sagte dazu: „Das haben wir auch mitbekommen. Bei der FIS hat sich aber nur ein Verband offiziell deswegen gemeldet.“ Welcher Verband das war, sagte sie nicht.

Anders als beim Skispringen, wo festgelegt ist, bei welchen Windgeschwindigkeiten ein Wettkampf stattfinden kann, entscheiden beim Slopestyle und in den alpinen Disziplinen, Experten, ob ein Rennen möglich ist. Wiedeke sagte: „Diese Experten lassen dabei ihre langjährige Erfahrung einfließen.“ Vorerst bleibt es in der Olympiaregion windig. Für den Mittwoch werden Windgeschwindigkeiten von örtlich bis zu 90 km/h vorausgesagt.

Dienstag, 10.04 Uhr +++ Langlauf: Deutsches Trio im Viertelfinale

Sandra Ringwald, Katharina Hennig und Elisabeth Schicho haben bei den Olympischen Spielen im Klassiksprint das Viertelfinale der 30 besten Skilangläuferinnen erreicht. In der Qualifikation sorgte Ringwald (Schonach) im Kampf gegen die Uhr mit Rang 16 für das beste deutsche Ergebnis auf der 1,25 Kilometer langen Runde. Hennig (Oberwiesenthal) und Schicho (Schliersee) folgten auf den Rängen 25 und 26, ausgeschieden ist dagegen Hanna Kolb (Buchenberg) auf Platz 36. „Ich bin nicht so glücklich. Irgendwie stimmt meine Form leider nicht. Das war der einzige Wettkampf für mich - umso unglücklicher, dass es so schlecht lief“, sagte Kolb in der ARD.

Gewinnerin der Qualifikation wurde die Schwedin Stina Nilsson mit einer Zeit von 3:08,74 Minuten. Im Viertelfinale (20.00 Uhr OZ/12.00 MEZ) gibt es fünf Läufe mit je sechs Startern, aus jedem Lauf ziehen der Erst- und Zweitplatzierte ins Halbfinale ein, das durch die beiden zeitschnellsten „Lucky Loser“ komplettiert wird. Die zwölf Halbfinalisten werden erneut in zwei Sechsergruppen eingeteilt, das Finale der besten Sechs erreichen erneut der Erst- und Zweitplatzierte sowie zwei „Lucky Loser“.

Dienstag, 7.53 Uhr +++ Dreßen bei Alpiner Kombination Neunter

Thomas Dreßen hat in der Alpinen Kombination einen achtbaren neunten Platz belegt. Nach der Bestzeit in der Abfahrt fiel der Skirennfahrer aus Mittenwald am Dienstag im entscheidenden Slalom wie erwartet hinter die Technikspezialisten zurück. Marcel Hirscher aus Österreich sicherte sich seinen ersten Olympiasieg. Dreßen fehlten 1,42 Sekunden auf den Franzosen Victor Muffat-Jeandet, der Bronze gewann. Die Silbermedaille holte dessen Teamkollege Alexis Pinturault. Mit der starken Abfahrt untermauerte Kitzbühel-Sieger Dreßen seine Stellung als Medaillenkandidat für die Spezial-Schussfahrt am Donnerstag.

Dienstag, 3.08 Uhr +++ Japanischer Shorttracker gedopt

Der japanische Shorttrack-Läufer Kei Saito hat für den ersten Dopingfall bei den Olympischen Winterspielen 2018 gesorgt. Wie die Ad-Hoc-Kammer des Internationalen Sportschiedsgerichtshofes (CAS) am Dienstag in Pyeongchang mitteilte, wurde bei der Analyse einer Trainingskontrolle das Diuretikum Acetalozamid entdeckt. Der 22 Jahre alte Dritte der Junioren-WM 2013 wurde vorläufig für die Wettkämpfe in Pyeongchang suspendiert. Er verließ das olympische Dorf freiwillig. Über eine Sanktion will der CAS bis zum Ende der Winterspiele entscheiden.