Newsblog zu Olympia 2018 in Pyeongchang Das passierte am sechsten Wettkampftag

Von red/sid/rtr/dpa/AFP/AP 

Donnerstag, 15.41 Uhr +++ Geisenberger erfolgreichste Rodlerin aller Zeiten

Natalie Geisenberger ist seit Donnerstag die neue Nummer eins unter den erfolgreichsten Rodlern der Olympia-Geschichte. Die Miesbacherin schraubte ihre Bilanz mit den Siegen im Einzel und mit der deutschen Teamstaffel auf nunmehr viermal Gold und einmal Bronze. In Vancouver hatte sie Bronze im Einzel gewonnen, 2014 in Sotschi war ihr erstmals das Double geglückt.

Die 30 Jahre alte Geisenberger führt das Ranking nun vor den Doppelsitzern Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden) an, die wie in Sotschi zweimal ganz oben auf dem Podest standen. Geisenberger und die „Doppler“ verdrängten Georg Hackl von Platz eins. Der Berchtesgadener hatte von 1988 bis 2002 dreimal Gold und zweimal Silber gewonnen. Eine Teamstaffel gab es damals allerdings noch nicht.

Dreimal Gold hat ansonsten nur noch Felix Loch (Berchtesgaden) auf dem Konto, der im Einzel nur Fünfter geworden war und damit nicht in der Teamstaffel zum Einsatz kam.

Donnerstag, 14.06 Uhr +++ Erster nicht-niederländischer Eisschnelllauf-Sieg

Der deutsche Hoffnungsträger Patrick Beckert hat beim ersten nicht-niederländischen Eisschnelllauf-Sieg der Winterspiele in Pyeongchang die Medaillenränge über die 10.000 m klar verpasst. Der 27 Jahre alte Erfurter belegte beim Goldlauf des kanadischen Weltrekordhalters Ted-Jan Bloemen in 13:01,94 Minuten Platz sieben. Hinter Bloemen, der in olympischer Rekordzeit von 12:39,77 Minuten gewann, holte der Sotschi-Olympiasieger Jorrit Bergsma (Niederlande) Silber und der Italiener Nicola Tumolero Bronze.

Der zweite deutsche Starter Moritz Geisreiter (Inzell/13:06,35) wurde Neunter, Weltmeister Sven Kramer (Niederlande/13:01,02), Sieger über die 5000 m, lief nur auf Platz sechs.

Donnerstag, 13.37 Uhr +++ Biathlon: Johannes Thingnes Bö siegt im Einzel

Der Norweger Johannes Thingnes Bö hat bei den Winterspielen in Pyeongchang das Einzelrennen der Biathleten gewonnen und seine erste olympische Goldmedaille geholt. Der dreimalige Weltmeister setzte sich nach 20 km trotz zwei Strafminuten mit 5,5 Sekunden Vorsprung vor den fehlerfreien Jakov Fak (Slowenien) und Dominik Landertinger (Österreich) durch. Die deutschen Biathleten hatten bei der sechsten Entscheidung der Spiele zum ersten Mal nichts mit den Medaillenrängen zu tun.

Donnerstag, 13.02 Uhr +++ Alpin-Star Mikaela Shiffrin verzichtet auf Super-G

Riesenslalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin (USA) lässt bei den Winterspielen von Pyeongchang eine weitere Medaillenchance ungenutzt. Wie Shiffrins Mutter und Trainerin Eileen am Donnerstag nach der insgesamt zweiten olympischen Goldmedaille ihrer Tochter verriet, wird die 22-Jährige in Südkorea nicht im Super-G antreten. „Sie würde sonst sechs Tage hintereinander trainieren oder Rennen fahren“, sagte Eileen Shiffrin, „sie braucht einen Tag Pause.“

Ski-„Wunderkind“ Shiffrin hat im „Riesen“ ihre zweite olympische Goldmedaille nach der im Slalom 2014 in Sotschi gewonnen. Am Freitag (10.00/13.15 Uhr OZ, 2.00/5.15 Uhr MEZ) geht sie als vermeintlich unschlagbare Goldfavoritin in den Slalom von Yongpyong. Drei Mal Gold - das hat noch kein Alpiner aus den USA geschafft. Weitere Chancen auf Edelmetall hat Shiffrin in der Abfahrt am 21. Februar und in der alpinen Kombination am 23. Februar.

Donnerstag, 8.48 Uhr +++ Norwegerin Haga läuft zum Olympiasieg

Die norwegische Skilangläuferin Ragnhild Haga hat die Favoritinnen düpiert und Olympia-Gold über die 10-km-Freistil gewonnen. Die 26-Jährige gewann vor Skiathlon-Olympiasiegerin Charlotte Kalla aus Schweden, die am Samstag das erste Gold der Winterspiele in Pyeongchang gewonnen hatte. Bronze teilten sich Rekord-Winterolympionikin Marit Björgen aus Norwegen und die Finnin Krista Pärmäkoski.

Donnerstag, 7.51 Uhr +++ Snowboardcross: Pierre Vaultier holt Gold

Der französische Snowboardcross-Weltmeister Pierre Vaultier hat bei den Winterspielen in Pyeongchang sein zweites Gold in Folge gewonnen. Nach seinem Sieg in Sotschi 2014 gewann der 30-Jährige in Südkorea vor dem Australier Jarryd Hughes und dem Spanier Regino Hernandez.

Martin Nörl belegte als bester Deutscher Platz acht. Der 24-Jährige aus Adlkofen hatte das „Große Finale“ um die Medaillen nur knapp verpasst. Nörl gewann zunächst sowohl sein Achtel- als auch Viertelfinale, ehe er im Halbfinale stürzte und nur noch den vierten Rang rettete. Für den Einzug in den Goldlauf der besten sechs Snowboarder hätte der Olympia-Debütant mindestens Rang drei benötigt.

Paul Berg, der im Dezember den Weltcup im französischen Val Thorens gewonnen hatte, war in seinem Viertelfinale ebenfalls in einen Sturz verwickelt und daher chancenlos. Der dritte deutsche Starter Konstantin Schad (Miesbach) schied als Vierter seines Achtelfinals frühzeitig aus.

Donnerstag, 6.48 Uhr +++ Platz vier für Rebensburg bei Shiffrin-Sieg

Gold-Favoritin Viktoria Rebensburg hat bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang eine Medaille im Riesenslalom hauchdünn verpasst. Die beste deutsche Skirennfahrerin landete am Donnerstag beim Sieg der Amerikanerin Mikaela Shiffrin auf Rang vier. Auf die drittplatzierte Federica Brignone aus Italien fehlten Rebensburg nur zwölf Hundertstelsekunden.

Die 28-Jährige vergab die Chancen auf eine bessere Platzierung durch einen groben Fehler im ersten Lauf und konnte damit nach Gold 2010 und Bronze 2014 nun in ihrer Spezialdisziplin kein Edelmetall gewinnen. Shiffrin setzte sich vor Ragnhild Mowinckel aus Norwegen durch.

Donnerstag, 6.22 Uhr +++ Auftakt-Niederlage für deutsches Eishockey-Team

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage ins olympische Turnier von Pyeongchang gestartet. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm verlor sein Auftaktspiel in der Vorrundengruppe C gegen Finnland mit 2:5 (1:2, 0:2, 1:1). Der Münchner Brooks Macek (9.) und der Berliner Frank Hördler (42.) erzielten die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Für den sechsmaligen Medaillengewinner Finnland trafen Sami Lepistö (4.), Mika Pyörälä (16.), Eeli Tolvanen (38.), Lasse Kukkonen (39.) und Jonas Kemppainen (53.). Zweiter Gegner ist am Freitag (21.10 Uhr OZ/13.10 MEZ) Weltmeister Schweden. Zum Abschluss der Vorrunde trifft das deutsche Team am Sonntag (12.10 Uhr OZ/4.10 MEZ) auf Norwegen.

Donnerstag, 4.43 Uhr +++ Thomas Dreßen verpasst Abfahrts-Medaille

Thomas Dreßen hat die erste deutsche Olympia-Medaille in der Abfahrt seit 1964 verpasst. Der 24-Jährige aus Mittenwald, der nach seinem Triumph beim Klassiker in Kitzbühel im Januar zum Kreis der Anwärter auf Edelmetall in Südkorea gehört hatte, wurde auf der „Jeongseon Downhill“ mit 0,78 Sekunden Rückstand auf Sieger Aksel Lund Svindal aus Norwegen Fünfter.

Für den 35-jährigen Svindal war es nach seinem Olympiasieg 2010 im Super-G die zweite Goldmedaille bei Winterspielen, die erste für Norwegen in der alpinen Königsdisziplin überhaupt. Hinter dem zweimaligen Abfahrts-Weltmeister sorgte der Sotschi-Dritte Kjetil Jansrud (+0,12) für einen norwegischen Doppelsieg, Bronze ging an Weltmeister Beat Feuz aus der Schweiz (+0,18).

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Mit der Startnummer eins hatte Dreßen am Berg Gariwang die Richtzeit von 1:41,03 Minuten aufgestellt, doch er wurde von den Favoriten schnell durchgereicht. In der Kombinationsabfahrt am Dienstag war er ebenfalls als Erster gestartet und hatte die Bestzeit erzielt. Auch der Ennepetaler Andreas Sander verpasste als guter Zehnter eine Überraschung (+1,37).

Die einzigen deutschen Medaillengewinner in der Abfahrt bleiben damit Wolfgang Bartels als Dritter 1964 in Innsbruck und Hans-Peter Lanig, der vier Jahre zuvor Silber in Squaw Valley geholt hatte.