Fast zwanzig Jahre lang war die Garten- und Lifestylemesse ein Besuchermagnet in Ludwigsburg, nun verlassen die Veranstalter den Monrepos – nicht ganz freiwillig.

Das nennt man dann wohl aus der Not eine Tugend machen: Martin Schmidt, der Geschäftsführer der Home & Garden Event, schwärmt vom neuen Veranstaltungsort der Messe für Garten und gehobenen Lebensstil: dem Schloss Solitude, das mehr als nur einen Bilderbuchblick ins Umland bietet. „Wir sind hier in der Landeshauptstadt, wir können jetzt auch Besucherzielgruppen aus dem Raum Böblingen erschließen.“ Und, da ist er sich sicher, „die Klasse der Location“ wird auch bei den Ausstellern ziehen. Immerhin habe es coronabedingt einen deutlichen Marktdruck gegeben. „Wir fanden es an der Zeit, uns inhaltlich und optisch neu aufzustellen“, so Schmidt. Nun soll die Messe vom 18. bis 21. August am Schloss Solitude stattfinden und dort auch dauerhaft bleiben.

Zu wenig Gewinn für Hotel, Restaurant und Weingut

Bei Michael Hörrmann, dem Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, ist Schmidt mit seinem Umzugswunsch auf offene Ohren gestoßen, zumal man schon am Bodensee am Schloss Salem gut zusammenarbeitet. Und Hörmann schwärmt von der Solitude: „Es gibt keine schönere Location.“

Nun ist allerdings das Seeschloss Monrepos auch nicht gerade das, was man als einen heruntergekommenen Altbau in schlechter Lage bezeichnen würde, und fast zwanzig Jahre lang haben sich die Veranstalter der Home & Garden dort durchaus wohl gefühlt.

Der Umzug der Messe, das verrät Rainer Setzer, Geschäftsführer der Hofkammer Grundstücksgesellschaft, zu der der Monrepos gehört, sei auf Hofkammer-Wunsch erfolgt. „In den vergangenen beiden Jahren haben Hotel, Restaurant und Weingut gelitten, deshalb setzen wir auf Veranstaltungen, die auch da Umsatz bringen. Das war bei der Home & Garden nicht der Fall; davon haben in erster Linie wir als Vermieter des Geländes profitiert.“ Lediglich das Hotel habe ein bisschen Bewirtung machen können. Kurz gesagt: Es sei viel Aufwand gewesen, bei dem wenig „rübergekommen“ sei. Deshalb habe man schon im Herbst letzten Jahres mit dem Veranstalter Gespräche geführt und in diesem Jahr beispielsweise auf das Dukeland-Festival gesetzt, von dem auch die anderen Betriebe auf dem Gelände profitiert hätten.

Eines der Highlights: Die Schlosskuppel wird geöffnet

Wie auch immer: Die neuen Gastgeber sind glücklich, dass die Veranstaltung nun zu ihnen kommt. „Sie passt sehr gut zur Geschichte der Solitude, die früher ausgedehnte Gartenanlagen hatte“, betonte die Schlossverwalterin Christiane König-Lorch, die zudem auf ein besonderes Highlight verwies: Anlässlich der Messe werde die Kuppel geöffnet. Dreimal täglich gebe es dort eine Führung. Und Michael Hörrmann verwies darauf, dass man mit solchen Veranstaltungen Besucher zu den Baudenkmalen locken könne, die sonst vielleicht nicht unbedingt kämen. Und das sei angesichts der enormen Kosten für den Unterhalt von Schlössern und Gärten auch dringend nötig, nicht zuletzt für deren Akzeptanz in der Bevölkerung.

Für die Bewirtung der erwarteten 2500 bis 3000 Besucher täglich ist Jörg Mink mit frischen und regionalen Produkten zuständig. Informationen zu Programm und Öffnungszeiten gibt es im Internet unter der Adresse www.homeandgarden-net.de.