Nicht nur in Horb ein Problem Boris Palmer zeigt Schock-Fotos von Schultoilette

So ähnlich und noch viel schlimmer sehen die Bilder der Tübinger Grundschule aus, die Boris Palmer zeigt. Einige Kommentatoren sprechen jedoch auch an, dass viele Schultoiletten in einem schlechten Zustand sind. (Symbolfoto) Foto: Satjawat - stock.adobe.com

Diese Schock-Bilder sind nichts für Menschen mit sensiblem Magen: Boris Palmer zeigt Einblicke in eine Schultoilette einer Grundschule in Tübingen. Zuletzt hatte es auch Ärger wegen Verschmutzung und Vandalismus an einer Horber Schule gegeben.

Was ist an deutschen Schulen los? An der Gewerblichen und Hauswirtschaftlichen Schule in Horb wurden zum neuen Schuljahr neue Toilettenregeln aufgestellt, die für Aufregung sorgten, wie der Schwarzwälder Bote berichtete.

 

Auslöser waren Verunreinigungen und Vandalismus. Auch das SWR-Fernsehen griff die Berichterstattung des Schwarzwälder Boten auf.

Ein Schüler berichtete dort, dass mit Fäkalien und Blut an die Wand gemalt worden sei.

Fast 700 Kommentare zum Beitrag von Boris Palmer

Kranke Schulwelt? Das fragen sich auch viele Menschen, die den Facebook-Beitrag von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer kommentieren.

Palmer hat schon in der Vergangenheit des Öfteren bewiesen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Diesmal reichen wenige Worte und einige Bilder, um fast 700 Kommentare auf seinen Facebook-Post zu bekommen. „@ohne Worte Das sind Bilder aus einer Grundschule in Tübingen“, schreibt er.

Das ist auf den Bildern von Boris Palmer zu sehen

Zu sehen sind mit Kot beschmierte Toiletten und wohl auch Fußböden. Auf einem anderem Bild schwimmt eine ganze Klorolle in der Toilette. Oder: Toilettenpapier liegt aufgerollt auf dem Boden.

Welche Entwicklung beobachtet Palmer? Auf die Anfrage der Redaktion des Schwarzwälder Boten antwortet er: „Das Problem ist offenkundig sehr viel schlimmer geworden. Über das genaue Ausmaß und die Ursachen habe ich leider keine Kenntnis.“

Das Regierungspräsidium Tübingen kann allerdings zu dem Thema nicht viel sagen. „Bei uns in der Schulabteilung am Regierungspräsidium sind keine Störungsmeldungen zu Vandalismus aus den Schulen angekommen. Das Thema bewegt sich für die Schulen offensichtlich auf einem solchen Level, dass sie es eigenständig regeln können“, antwortet uns das zuständige RP.

Liegt es an der falschen Erziehung?

Wer die Bilder von Palmer sieht, fragt sich jedoch, ob die Schulen tatsächlich eigenständig dieses Problem in den Griff bekommen können. Die Kommentare auf Palmers Facebook-Seite sprechen auf alle Fälle eine deutliche Sprache.

Rita Sch. schreibt: „Tja, irgendwas läuft falsch in der Erziehung...“ Dieter K. schreibt auf ähnliche Art: „Was lernen die Kinder eigentlich im Elternhaus?“ Manfred B.: „Ein Beweis dafür, dass die Kinder keine gute Erziehung von zu Hause mitbringen. Die Erziehung ist aber eine Familienangelegenheit (Pflicht die früher funktioniert hat) die da überhaupt nicht funktioniert.“

Grundschullehrer meldet sich zu Wort

Auch ein Grundschullehrer meldet sich zu Wort und hat konkrete Vorschläge: „Ich habe als Grundschullehrer leider bereits ähnliches sehen müssen. Einmal kam unsere Reinigungskraft weinend aus der Toilette. Tatsächlich gibt es Kinder, die nicht wissen, wie man eine Toilette richtig benutzt. Es gibt aber auch Kinder, die absichtlich die Klos verstopfen. Es bleibt nichts anders übrig, als bereits in der Grundschule genau zu überwachen, wer wann auf die Toilette geht und regelmäßig zu kontrollieren. Das macht man dann als Lehrer mal eben auch noch nebenbei.“

Hier sieht die Welt ja fast noch „einigermaßen in Ordnung“ aus – Blick in eine Schultoilette. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Manche Facebook-Nutzer wollen darin auch kulturelle Hintergründe sehen. Heidi B. widerspricht: „Ich habe schon die Toiletten- und Baustellenwagen einer deutschen Baufirma gereinigt – war eine echte Zumutung, selbst der Wagen, in dem das Büro untergebracht war. Besen und Kehrbleche waren unbenutzt, die Toiletten wurden vermutlich nur gereinigt, wenn ich zum Putzen da war. Andererseits war ich regelmäßig in Flüchtlingsunterkünften, da waren die Toiletten sauber, obwohl die Männer selbst für die Reinigung zuständig waren – Sauberkeit ist nicht von der Nationalität abhängig.“

Reaktion auf Beitrag von Boris Palmer: Kinder selbst putzen lassen?

Zahlreiche Kommentatoren fordern auf, die Kinder selbst putzen zu lassen. Doch da gibt es schnell Widerspruch: „Selbst putzen lassen ist schlicht nicht erlaubt.“

Und einige weisen darauf hin, dass Schultoiletten schon immer „eklig“ waren. Anne U. schreibt: „Das sind typische Protestaktionen. Als sozialpädagogische Fachkraft habe ich unzählige solcher Klos putzen müssen. Manche Jungs pinkeln auch gerne Mal in die Bauecke oder so. Bei kleinen Kindern ist das normal. Wenn Schulkinder das machen, wollen sie uns Erwachsenen eins auswischen.“

Auch woanders gibt es diese Probleme

Einige Kommentatoren bestätigen, dass es das Problem auch an anderen Schulen gibt: Tina F.: „Ist nicht nur an der Grundschule so, in der Gemeinschaftsschule an der ich arbeite gibt’s das auch. Kaugummis werden absichtlich an die Decke geklebt, damit der ältere Herr der die Toiletten reinigt die dort weg kratzen muss. Ah und übrigens sind das auch Max und Lisa und nicht nur Cynep und Abdullah...“

Und ist es wirklich nur ein Problem in der Schule? Eine Facebook-Nutzerin schreibt: „Egal ob in Schule, in Gaststätten oder öffentliche Toiletten, überall sieht es dort so aus. Eigentlich schon immer. Nur in von Toilettenfrauen besetzten WCs, die man bezahlen muss, ist es sauberer. Armes Putzpersonal!“

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