Nicola Schelling Neue Regionaldirektorin in Amt und Würden

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Die Spitze des Regionalverbands war lange verwaist. Jetzt ist Nicola Schelling als Verwaltungschefin da. Am Mittwochabend hatte sie ihren ersten Auftritt in dem neuen Amt als Regionaldirektorin.

Die neue Regionaldirektorin ist da: Nicola Schelling. Foto: Horst Rudel
Die neue Regionaldirektorin ist da: Nicola Schelling. Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Beim ersten öffentlichen Auftritt am Mittwoch im Verkehrsausschuss der Regionalversammlung hat Nicola Schelling keine aktive Rolle gespielt. Sie meldete sich nicht einmal zu Wort. Geleitet wurde die Sitzung, wie üblich, vom ehrenamtlichen Regionalpräsidenten Thomas Bopp. Doch unverkennbar war: am Montag ist sie nach ihrer Wahl im Dezember offiziell angetreten, die neue Regionaldirektorin, die in den nächsten acht Jahren die Verwaltung des mehr als 50 Mitarbeiter starken Verbandes führen wird.

Mehr als zwei Jahre lang gab es an dieser Stelle ein Vakuum, nachdem Schellings Vorgängerin, die wegen ihrer Amtsführung immer wieder in der Kritik stehende Jeannette Wopperer, schwer erkrankt war. Schlussendlich wurde die Beamtin im Sommer 2013 in den einstweiligen Ruhestand versetzt – was wiederum den Weg frei machte zur Neubesetzung des Postens. 56 Bewerbungen waren dafür eingegangen. Die 46 Jahre alte parteilose Juristin Nicola Schelling hatte sich dann im Dezember im Finale mit knapper Mehrheit gegen den Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger durchgesetzt.

Sie ist in Stuttgart geboren, in Degerloch und Möhringen zur Schule gegangen. Sie hat zunächst Holzmechanikerin gelernt, Jura studiert und schließlich als Richterin und Staatsanwältin gearbeitet. 2002 wechselte sie ins Staatsministerium und ist seit 2010 in Brüssel tätig gewesen – zunächst als Leiterin der Vertretung des Landes bei der Europäischen Union, zuletzt als Leiterin des Referats Europapolitik. Gerade mit ihrer internationalen Erfahrung hatte sie sich bei ihrer Bewerbungsrede zu profi­lieren versucht und das Gros der Regionalparlamentarier überzeugt. Ein besserer Austausch bei „Best-practice-Modellen“ schwebe ihr vor. Dabei könne die Region Stuttgart mit ihren insgesamt guten Strukturen von anderen Ballungsräumen lernen. Zudem hatte sie die Themen Energiewende und regionale Wirtschaftspolitik angesprochen. Klar ist auch, dass das traditionell angespannte Verhältnis zu den Landräten prioritär zu behandeln ist.

Hinsichtlich inhaltlich-programmatischer Aussagen aber will sich die neue Regionaldirektorin zunächst einmal zurückhalten – wohl wissend, dass ihr Amt in der Vergangenheit im Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit stand. Der erste Regionaldirektor, der verstorbene Bernd Steinacher, hatte in seiner Ära deutliche politische Akzente gesetzt. Jeanette Wopperer war nie so richtig auf dem regionalpolitisch bedeutsamen Posten angekommen. Umso gespannter wird nun beobachtet, wie Nicola Schelling ihre Stelle angehen wird und ausfüllen will – auch im Verhältnis zum ebenso starken wie machtbewussten Regionalpräsidenten Bopp, der zuletzt auf ehrenamtlicher Basis und mit großem persönlichem Einsatz die Geschäfte des Verbandes geführt hat. Wie hatte Nicola Schelling zuletzt gesagt: „Als frühere Richterin stehe ich dafür, faire Lösungen zu entwickeln.“

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