Niederlage des VfB Stuttgart Wie es für die A-Junioren jetzt weitergeht

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Die A-Junioren des VfB Stuttgart haben das Double verpasst, aber das nächste Endspiel steht schon vor der Tür.

Am Ende war’s „nur“ die Silbermedaille für die A-Junioren des VfB Stuttgart – das Team wurde dennoch gefeiert. Foto: Baumann
Am Ende war’s „nur“ die Silbermedaille für die A-Junioren des VfB Stuttgart – das Team wurde dennoch gefeiert. Foto: Baumann

Aspach - Daniel Teufel wollte am liebsten „niemanden in die Kabine lassen“. Seine Jungs, am Boden zerstört, sollten die bittere Niederlage in Ruhe verarbeiten können. Und sich selbst wieder aufrichten. Was möglich sein sollte – denn eigentlich, meinte der Trainer der A-Junioren des VfB Stuttgart, „gebührt der Mannschaft ein Riesenkompliment“. Für eine grandiose Saison, an deren Ende dennoch Träume geplatzt sind.

Den Pokalsieg hatte die U 19 des VfB bereits in der Tasche, als am Sonntagmittag in Aspach das Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Borussia Dortmund angepfiffen wurde. Und nach 45 Minuten schien das historische erste Double einer deutschen Nachwuchsmannschaft schon beinahe perfekt. Nach einem Eigentor des Dortmunders Ramzi Ferjani sowie den Treffern von Leon Dajaku und Lilian Egloff lag der VfB mit 3:1 vorne. BVB-Coach Benjamin Hoffmann lobte später: „Der VfB hat uns phasenweise an die Wand gespielt.“ Doch der Trainer der Schwarz-Gelben („Es war ein Wahnsinnsspiel“) sah auch Möglichkeiten, noch einmal zurückzukommen – vor allem auf seiner eigenen Ersatzbank.

Rote Karte als Knackpunkt

Dort saß zunächst zum Beispiel Paul Besong. Der bullige Stürmer hatte während der kompletten Saison mit Knieproblemen zu kämpfen gehabt – und war dennoch voll da, als er gebraucht wurde.

Durch den neuen Mann wuchs sofort der Druck auf die VfB-Abwehr, die in der 52. Minute den wohl entscheidenden Knacks bekam. Nach einem Foul an der Strafraumgrenze sah der Stuttgarter Spielführer Luca Mack wegen einer Notbremse die Rote Karte. „Zu elft“, sagte Daniel Teufel später, „wären wir schwer zu knacken gewesen.“ So aber nahm das Unheil seinen Lauf.

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2:3 in der 57. Minute durch Imanuel Pherai, 3:3 in der 77. Minute durch Paul Besong – der nur drei Minuten später noch einen draufsetzte. Enrique Pena Zauner machte dann in der Nachspielzeit alles klar für den BVB. „Dieser Spielverlauf war brutal für uns“, sagte Coach Teufel, der vom Co- zum Cheftrainer aufrückte, nachdem Nico Willig zur Profimannschaft beordert worden war. „Die Jungs“, ergänzte er, „sind wahnsinnig enttäuscht.“

Wer schafft es in den Zweitligakader?

Die fast 9000 Zuschauer in der Aspacher Arena unternahmen dann den ersten Versuch der Aufbauarbeit und verabschiedeten die VfB-Talente trotz der Niederlage mit Ovationen im Stehen. Danach ging’s für das Team zurück nach Stuttgart, wo eine kleine Abschlussfeier geplant war – obwohl ein weiteres Finale noch ansteht.

Am Freitag (18 Uhr in Ebersbach) spielt die Stuttgarter U 19 gegen den SSV Ulm um den WFV-Pokal. Allerdings wohl ohne die Spieler, die in der kommenden Saison in den Aktivenbereich wechseln werden. Sieben Talente werden das sein, in welcher Mannschaft sie künftig spielen werden, ist aber noch offen. Ein Teil wird es ins Zweitligateam des VfB schaffen, auf die Kandidaten festlegen wollte sich VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger vor dem DM-Finale nicht. Leon Dajaku und Antonis Aidonis haben bereits Erfahrungen bei den Profis gesammelt, andere zumindest reingeschnuppert. Bei den weiteren ist die Frage, ob sie für die in die Oberliga abgestiegene U 21 am Ball sein wollen. Das Ziel wäre jeweils dasselbe: der direkte Wiederaufstieg.