Niederlage gegen Frankfurt Der VfB Stuttgart steckt weiter in der Abwärtsspirale

Martin Harnik (r.) traf zum 1:0. Die Bildergalerie zeigt weitere Impressionen des Spiels gegen Frankfurt. Foto: Bongarts 23 Bilder
Martin Harnik (r.) traf zum 1:0. Die Bildergalerie zeigt weitere Impressionen des Spiels gegen Frankfurt. Foto: Bongarts

Fassungslosigkeit machte sich auf dem Rasen breit. Wie nur konnte dieses Spiel wieder verloren gehen? Das war der erste Gedanke, der den Spielern und Verantwortlichen des VfB Stuttgart nach dem 1:2 (1:0) bei Eintracht Frankfurt in den Kopf schoss.

Sport: Thomas Haid (T.H.)
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Stuttgart - Fassungslosigkeit machte sich auf dem Rasen breit. Wie nur konnte dieses Spiel wieder verloren gehen? Das war der erste Gedanke, der den Spielern und Verantwortlichen des VfB Stuttgart nach dem 1:2 (1:0) bei Eintracht Frankfurt in den Kopf schoss. Denn es war eine engagierte Vorstellung des schwäbischen Fußball-Bundesligisten gewesen.

Doch am Ende bleibt, dass es die achte Niederlage nacheinander war. Was zum einen bedeutet, dass der VfB einen neuen Negativrekord verbucht. Zum anderen dokumentiert es, dass die Mannschaft und der Verein in einer Sackgasse stecken. Nicht einmal ein Remis war den Stuttgartern vergönnt. Alexander Meier traf noch für die Gastgeber (89.) – und setzte so die Pleitenserie mit späten Gegentoren fort.

Damit wird die Trainerdiskussion um Thomas Schneider vor dem nächsten Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig weitergehen (siehe auch „Mit dem Rücken zur Wand“). Eine Entscheidung, ob er weiterarbeiten darf, soll bis Dienstag fallen. An diesem Tag treffen sich sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat des Vereins.

Intensive Gespräche wurden aber schon gestern Abend unmittelbar nach der Niederlage aufgenommen. „Wir werden jetzt alle Entscheidungsträger des Vereins einbinden“, sagte der Präsident Bernd Wahler. Bei allen Unterredungen wird es vor allem darum gehen, wie der VfB seine langfristigen Pläne und eine kurzfristige Lösung der Krise zueinanderbringen kann. „Wir hatten und haben die Idee, mit Thomas Schneider etwas aufzubauen. Das werden wir nicht alles sofort über den Haufen werden“, sagte Wahler. Gut möglich indes, dass in dem Tandem Krassimir Balakov/Zvonimir Soldo schon Schneiders Nachfolger parat stehen. Heute um zehn Uhr leitet aber Schneider das Training.

Doch eigentlich müssten sich die Cluboberen nach diesem Spiel nicht über den Trainer Gedanken machen, sondern über Alexandru Maxim. Der Mittelfeldspieler vergab die Riesenchance zum 2:0 für den VfB (78.). Damit wäre die Partie wohl entschieden gewesen. Allerdings kam alles ganz anders. Denn in den letzten zehn Minuten drehte das Team von Eintracht-Trainer Armin Veh, das erst am vergangenen Donnerstag in der Europa League ausgeschieden war, mit Toren von Jan Rosenthal (80.) und eben Meier das Geschehen.

Gedanken machen über Maxim

Aber der Reihe nach. Der sportlichen Notsituation geschuldet waren die personellen Veränderungen. Schneider pflanzte seiner Mannschaft mit Christian Gentner (nach längerer Verletzungspause) und Cacau mehr Erfahrung ein. Auch Moritz Leitner kehrte nach einer Sperre in die Anfangself zurück. Dafür mussten die jungen Timo Werner und Rani Khedira sowie der Stürmer Mohammed Abdellaoue weichen.

Doch damit nicht genug. Schneider stärkte auch noch einmal die hinteren Reihen, weil er drei defensive Mittelfeldspieler aufbot: Gentner, Leitner und Arthur Boka. Von Schneiders ursprünglichem Plan, einen frischen und forschen Fußball mit den Stuttgartern zu bieten, blieb so erst einmal nicht viel übrig.

Der VfB im Abstiegskampf

Doch wen interessieren im Abstiegskampf noch irgendwelche schönen Modelle? Der VfB ist als Tabellen-15. dazu verdammt zu punkten. Die Stabilisierungsmaßnahmen für das Team waren aber ebenso arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen für den unter Druck stehenden Trainer. Diese griffen dann auch erst einmal. Zumindest nach einer Schrecksekunde für den VfB, als Tranquillo Barnetta auf das Tor köpfte und der Stuttgarter Schlussmann Sven Ulreich glänzend reagierte (6.).

Das Zentrum war danach aber dicht und wenn die Schwachstelle links hinten nicht gewesen wäre, dann hätte man die Partie im Schwabenlager deutlich ruhiger verfolgen können. Nicht ohne Grund trugen die Frankfurter also ihre Angriffe bevorzugt über die Seite von Gotoku Sakai vor.

Einen Konter schloss dann Martin Harnik zum 1:0 ab (31.). Eine verdiente Führung, da die Stuttgarter kämpferisch stark auftraten. Und zumindest eine Stunde lang behielten sie eines: die Ordnung. Doch der Druck nahm zu. Aufregung löste eine Szene in der 72. Minute aus. Cacau spitzelte Barnetta im Strafraum den Ball vom Fuß, der Frankfurter kam dabei zu Fall und Deniz Aytekin entschied auf Elfmeter. Zunächst. Denn nach einer Unterredung mit seinem Assistenten Benjamin Brand nahm der Schiedsrichter die Entscheidung zurück.

Da schien der VfB also doch einmal mit dem Glück im Bunde – bis Maxim seinen bitteren Moment hatte und den Ball nach Bokas Vorarbeit aus wenigen Metern vorbei schob anstatt ins Tor der Eintracht.




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