WM in Budapest Zehn Dinge, die ein Tischtennis-Nerd nicht sagt

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Die WM in Budapest rückt Tischtennis in diesen Tagen verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch mit „Ping Pong“ im Freibad hat der Sport nur wenig zu tun. Wir haben die Sprüche zusammengestellt, die ein wahrer Tischtennis-Nerd nie sagen würde.

Tischtennis kann jeder, denken viele. Dabei handelt es sich um einen hoch komplexen Sport. Foto: dpa
Tischtennis kann jeder, denken viele. Dabei handelt es sich um einen hoch komplexen Sport. Foto: dpa

Stuttgart - Tischtennis: Kann ja jeder. Ist kein Sport. Spielt man nur im Freibad.

Spätestens seit Philipp Lahm und die Fußball-Nationalmannschaft das „Ping Pong“ zum Ausgleich für ihre harten EM- oder WM-Begegnungen im Trainingscamp für sich entdeckt hatten und öffentlichkeitswirksam inszenierten, wird die Sportart hierzulande belächelt. Dabei handelt es sich um die schnellste Ballsportart der Welt, die zudem ein großes Maß an Koordination und Reaktionsfähigkeit verlangt.

Hier finden Sie einen Überblick über die beliebtesten Tischtennis-Locations in Stuttgart.

Entsprechend häufig finden sich Hobby-Spieler in peinlichen Situationen wieder, weil sie ihre Haltung zum Tischtennis – mehr oder weniger bewusst – in unüberlegten Aussagen offenlegen. Doch mit unseren Tipps können auch sie diese unangenehmen Momente künftig umgehen: Hier kommen „Zehn Dinge, die man als Tischtennis-Nerd nicht sagt“!

1. „Zieht der?“

Der Horror-Satz schlechthin für jeden, dem dieser Sport – und sein Schläger – am Herzen liegen. Denn in Kombination mit dieser Frage streichen „Ping-Pong-Amateure“ gerne mit ihrem Schlägerbelag über den Kopf, um vermeintlich zu testen, ob dieser noch genügend Grip besitzt. Tun Sie das nie! Mit dieser Geste disqualifizieren Sie sich auf der Stelle bei echten Tischtennis-Nerds.

2. „Wann wird Frischkleben endlich wieder erlaubt?“

Nochmal der Belag des Schlägers. Es gibt tatsächlich auch im Tischtennis Regeln. Strenge Regeln. Eine von ihnen besagt, dass das Frischkleben der Beläge unmittelbar vor Liga- oder Pokalspielen untersagt ist. Mit dieser Frage suggerieren Sie sofort, dass Regeln Ihnen wumpe sind. Keine gute Voraussetzung – nicht nur beim Tischtennis.

3. „Spielst Du auch mit Schildkröt?“

Sagen wir es so: Auch unter den Tischtennis-Marken gibt es eine gewisse Hierarchie. Sollten Sie einen gewissen Anspruch an sich selbst haben, dann werfen Sie nicht mit Markennamen um sich, die Ihnen nicht, oder nur bedingt, geläufig sind. Auch mit Schlägern wie „Fetzner Smash“ oder „Rossi“ zu prahlen, ist eher so 1995.

4. „Bei so viel Unterschnitt krieg’ ich keinen hoch.“

Selbsterklärend.

5. „Ist das überhaupt richtiger Sport?“

Der Klassiker. Ja, Tischtennis ist Sport. Sogar olympisch. Im Übrigen ist die derzeit stattfindende WM in Budapest das Sportereignis mit den meisten akkreditierten Journalisten weltweit im Jahr 2019. Das hat zwar sicher auch mit den vielen Chinesen zu tun – in China ist Tischtennis der Volkssport –, dennoch spricht dieser Fakt für sich.

6. „Kannst Du auch so richtig schmettern?“

Dieser Satz impliziert einerseits zwar eine Art der Bewunderung für die Spielkünste des Adressaten, jedoch legt er andererseits ein gewisses Maß an fehlendem Spielverständnis offen. Der Schmetterball ist nicht das A und O im Tischtennis – auch wenn er oftmals durchaus spektakulär daherkommt. Da kann ein guter Aufschlag schon viel effektiver sein.

7. „Ich bin auch gut im Tischtennis – im Freibad gewinne ich immer.“

Absolutes No-Go! Tischtennis wird nicht im Freibad gespielt – das ist höchstens etwas „Ping Pong“, um die soeben einverleibte Currywurst möglichst schnell zu verdauen. Macht zwar Spaß, hat aber nichts mit dem zu tun, was Timo Boll und Co. gerade in Budapest abliefern.

8. „Alle Macht den Noppen!“

Die Noppen – wenn man so möchte das Catenaccio des Tischtennis. Dieser Schlägerbelag ist selbst unter absoluten Nerds unbeliebt. Verzichten Sie also lieber auf eine Grundsatzdiskussion über das Für und Wider von Schläger-Material.

9. „Im Doppel sieht das immer so komisch aus.“

Okay. Zwei Spieler bewegen sich auf engstem Raum und rennen einem kleinen weißen Ball hinterher. Das mag zwar für den Laien etwas befremdlich wirken, ist jedoch deutlich komplizierter und anspruchsvoller als das Einzel. Die im Doppel bisweilen skurril daherkommende Körperhaltung ist also ganz normal und hat nichts mit dem „Beschnuppern des Partners“ zu tun!

10. „Die Relegation ist beim Tischtennis voll cool!“

Aus aktuellem Anlass. Nicht nur in der Fußball-Bundesliga wird am Ende einer jeden Saison die Relegation ausgespielt, sondern auch im Tischtennis – und hier sogar bis hinunter in die Kreisliga. Besonders beliebt ist diese Wettbewerbs-Form jedoch unter den echten Tischtennis-Nerds herzlich wenig. Sich mit diesem Satz Sympathien erarbeiten zu wollen, hat also wenig Aussicht auf Erfolg.