Auf der Bühne dann werden sie eine echte, große Arche haben, mit Fenstern und Tür, aus Holz. Sie wird das einzige an ihrer Aufführung sein, das nicht von ihnen selbst gebaut, geprobt, entwickelt wurde – das Schiff, auf dem der biblische Noah samt Familie und Tierwelt die Flut überlebte, das Noah auf Gottes Weisung und zum Spott seiner Zeitgenossen auf trockenem Lande, fernab jeglichen Wassers errichtete. Doch das Wasser kam.
Die riesige Holzarche, in der die Holzgerlinger Kinder diese Geschichte spielen werden, stammt von einer methodistischen Gemeinde bei Backnang.
Die Kinder proben das Musical seit Ostermontag
Dort wurde „Noah und die coole Arche“, das Kindermusical von Ruthild Wilson und Helmut Jost, im vergangenen Jahr aufgeführt. Nun bringen der CVJM und die evangelische Kirchengemeinde Holzgerlingens das Musical auf die Bühne ihrer Stadthalle, am Sonntagnachmittag, um 16 Uhr.
Zuvor proben die Kinder und ihre Begleiter das Stück ausführlich. An vier Tagen, seit Ostermontag, sind sie von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr im Holzgerlinger Johannes-Brenz-Haus, üben ihre Rollen ein, üben Gesang, Tanz, Schauspiel.
Eine Live-Band begleitet die Musical-Aufführung
Elisabeth Binder, Musiklehrerin und zuhause in Holzgerlingen, leitet die Proben. Sie ist auch tätig für die Musikschule eines christlichen Bildungs- und Sozialwerkes in Schwäbisch Gmünd. Dort wird ein Teil der Holzgerlinger Kinder das Musical am 12. Juli ein zweites Mal aufführen dürfen. Erst aber kommt die Premiere in der eigenen Gemeinde auf sie zu.
Auf der Bühne dann wird eine Band für den musikalischen Rahmen der Aufführung sorgen. Sie besitzt acht Mitglieder, die E-Gitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier und Solo-Instrumente wie Trompete, Klarinette, Tuba, Geige, Akkordeon spielen. Schon einmal, vor zwei Jahren, organisierte die Holzgerlinger Kirchengemeinde ein Musicalprojekt in den Osterferien, und auch 2017, im Reformationsjahr, fand ein Singspiel statt, zum Thema.
Das Ostermusical ist auch ein Ereignis, an dem viele Mitglieder der Holzgerlinger Gemeinde mitwirken – es gibt eine Jungenschaft des CVJM, die die Kulissen abseits des großen Schiffes baut. Es gibt eine Männergruppe, die die Stühle in der Stadthalle stellt. Es gibt eine Bastelgruppe, die kleine Geschenke fürs Publikum herstellt. Und es gibt gut 70 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren, die singen, tanzen, schauspielern, zu Noah, seinen Freunden, seiner Familie werden, zu hämischen Dorfbewohnern und zu den Tieren, die brav auf die Arche strömen – Löwen, Pfauen, Nilpferde, Zebras.
Manche Teilnehmer haben schon Musical-Erfahrung
Manch ein Kind war beim letzten Holzgerlinger Musical schon mit dabei, manch eines ist es das erste Mal, folgt nun älteren Geschwistern. Und unter all jenen, die helfen, das Musical auf organisatorischer Ebene umzusetzen, finden sich einige, die zuvor schon selbst mitspielten. Alle engagieren sich dabei ganz auf privater Ebene.
Die Kinder, die mit Elisabeth Binder die Lieder des Chors üben und mit bunten Tüchern winken, haben ihren Spaß und finden alles cool. Sie freuen sich übers Singen und sie freuen sich über den Kuchen, den sie in der Pause bekommen.
Wie spielt man eine Maus?
In einem anderen Raum proben Kinder, die darstellerische Rollen übernommen haben. Zu ihnen gehört Jakob, elf Jahre alt, der den Noah spielt. „Ich muss viel Text auswendig lernen, aber das macht Spaß“, sagt er. „Und außerdem muss ich eine Arche bauen.“ Chiara, zehn, gehört zu den fünf Mädchen, die Dorfbewohnerinnen spielen. Sie müssen sich über Noah lustig machen. Chiara fällt das nicht so leicht: „Ich bin nicht gerne gemein“, sagt sie.
Wiederum einen Raum weiter proben andere Kinder, Tiere zu sein. Leni und Vanessa beispielsweise, beide sieben. Sie spielen Mäuse. Ist das schwierig? Was muss man tun, um eine Maus zu sein? „Klein sein!“, sagen sie beide.