Die nächsten fünf Jahre könnten gesichert sein
Die Rathausspitze soll sich nun aber laut Fuhrmann mit ihm über die Anmietung einer benachbarten Halle für die nächsten fünf Jahre verständigt haben. Nach Ablauf dieser Frist sollen dann endlich eigene Proberäume für die Ensembles im geplanten Erweiterungsbau auf dem Pragsattel zur Verfügung stehen. Umzug und Umbaukosten am Löwentor von Halle zu Halle schlagen mit 1,4 Millionen Euro zu Buche, Miete und Betriebskosten werden auf 240 000 Euro pro Jahr veranschlagt. Allerdings fehlt nicht nur die Unterschrift unter den Vertrag, dem Gemeinderat liegt noch nicht einmal eine Beschlussvorlage vor. Das birgt die Gefahr, dass der seit eineinhalb Jahren von der Rathausspitze vertröstete Doblinger die Geduld verlieren könnte. Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jürgen Sauer, dringt deshalb darauf, dass die Verwaltung schnell Nägel mit Köpfen macht.
In der Vereinbarung mit Doblinger sollte eine Verlängerungsoption nicht fehlen, denn dass die unendliche Geschichte über den Erweiterungsbau hinter der ehemaligen Rheinstahlhalle schon 2028 endet, ist nicht gesichert. Bekanntlich hat sich das Theaterhaus entschieden, in dem seit fünf Jahren geplanten Gebäude auf einen Saal mit 600 Plätzen zu verzichten. Neben Proberäumen werden dort Werkstätten, Lager und 21 Stellplätze in der Tiefgarage unterkommen. Das nimmt aber nur ein Drittel der geplanten Fläche ein. Zwei Drittel des Gebäudes, das aus Lärmschutzgründen weiter mit einer Höhe von 25 Metern geplant wird, muss anderweitig bespielt werden. Die Stadt stellt sich dort eine Büronutzung vor. Wohnen schließt der Bebauungsplan aus, weil es dort schon so viele Appartements gibt.
Sanierung der großen Halle unstrittig
Während im Gemeinderat alle für die ebenfalls geplante Sanierung (im Umfang von zehn Millionen Euro) des 1200 Besucher fassenden Saales T1 plädiert und sich auch bereit erklärt, in den anstehenden Haushaltsberatungen über eine auskömmliche Finanzierung des Theaterhauses zu sprechen, ist beim Ergänzungsbau die entscheidende Frage noch offen: Wer baut ihn?
Die Verwaltung will das einem privaten Investor überlassen, die öko-soziale Mehrheit verweist auf ihre Entscheidungen zur Bodenpolitik und hält es für besser, wenn die Stadt das Grundstück behält und das Projekt selbst stemmt, mangels personeller Kapazitäten notfalls mit Hilfe eines Generalübernehmers. Kulturbürgermeister Fabian Mayer (CDU) hat nun die Möglichkeit der Realteilung sowie ein Erbbaurecht fürs Areal in Spiel gebracht. Er versuchte, Bedenken zu zerstreuen, ein Investor könne ungewollte Nutzungen planen. Michael Hans Mayer (AfD) unterstützte ihn mit dem Hinweis: „Ein Großbordell wird es sicher nicht geben.“
Verwaltung bevorzugt privaten Investor
Die Verwaltung plädiert für die private Lösung, weil sie sich damit ein beschleunigtes Vorgehen verspricht. Der Zeitgewinn entstehe vor allem durch die unkomplizierte Vergabe von Leistungen. Die öffentliche Hand unterliegt strengeren Vorgaben.
Fabian Mayer beziffert den auf das Theaterhaus entfallenden Kostenanteil inklusive Bühnenausstattung auf 32 Millionen Euro. Der private Part mit 3,5 Bürogeschossen und 99 (baurechtlich notwendigen) Stellplätzen dürfte rund 49 Millionen Euro kosten. Inklusive der erwarteten Baukostensteigerungen von fünf Prozent jährlich spreche man von 105 Millionen Euro Investitionskosten. Bisher waren 130 Millionen Euro veranschlagt.
Parkplatzproblem bleibt
So erfreulich für das Theaterhaus die Erweiterung ist, die Stellplatzproblematik bleibt. Einst hat die Stadt 241 Parkplätze zugesichert, der Siegerentwurf des Anbaus sah 230 vor, jetzt sind es nur noch 21. Wenigstens kann der Wegfall der 80 Mitarbeiterstellplätze infolge des Neubaus für zehn Jahre kompensiert werden. So viele stehen in der Tiefgarage des benachbarten Hotels Europe zur Verfügung. Das hat die Stadt für die Flüchtlingsunterbringung angemietet.