Angelo Stiller ist nicht für die kommenden Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nominiert worden. Dazu hat sich sein Trainer Sebastian Hoeneß geäußert.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Für Lothar Matthäus war es „sicher nicht der beste Moment“. Der Rekordnationalspieler war als TV-Experte für RTL im Einsatz, es waren nur noch wenige Minuten bis zum Anpfiff der Europa-League-Partie des VFB Stuttgart gegen Feyenoord Rotterdam, es ging nun aber um die Nominierungen von Julian Nagelsmann.

 

Der Bundestrainer hatte am Mittag sein Aufgebot für die kommenden Länderspiele bekanntgegeben. Und es fehlte: Angelo Stiller. Was Matthäus verwunderte. Damit war der Experte nicht alleine.

Auch Sebastian Hoeneß konnte nicht so recht verstehen, warum es nach zuletzt und nun wieder Maximilian Mittelstädt nun auch einen seiner wichtigsten Spieler getroffen hatte mit der Nichtnominierung. „Wir waren sehr überrascht“, sagte der Coach des VfB Stuttgart vor der Partie gegen Feyenoord und erklärte: „Ich weiß nicht, warum.“

Erklärt hat Julian Nagelsmann seinen Verzicht auf Stiller zumindest dessen Vereinstrainer nicht. Stattdessen nutzte er die Gelegenheit, für seinen defensiven Mittelfeldspieler zu werben. „Ich kann nur für Angelo sprechen“, sagte Hoeneß und ergänzte: „Er ist für uns DER zentrale Spieler und ein Faktor, warum wir in der Bundesliga auf Platz vier stehen.“ Eben deshalb sei er ja „ziemlich verwundert“.

Logischerweise werde man das nun „akzeptieren“. Hoeneß will aber seinen Spielern helfen, wieder Anschluss ans Nationalteam zu bekommen. Das gilt für Mittelstädt und Stiller ebenso wie für Deniz Undav, der wegen seiner Verletzung zuletzt nicht dabei sein konnte und auch nun nicht nominiert worden ist. „Wir werden versuchen, sportliche Antworten zu finden“, sagt Hoeneß und betont: „Noch mehr als bisher.“

Lothar Matthäus fand es übrigens nicht nur verwunderlich, dass Angelo Stiller nicht nominiert worden ist. Er meinte auch, der Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser enttäuschenden Nachricht am Tag eines wichtigen internationalen Spiels sei nicht optimal.