Podiumsdiskussion zum tiefergelegten Nordostring: Fellbachs Baudezernentin zeigt klare Kante gegen das Projekt.
Der Stuttgarter Nordostring, die autobahnähnliche Schnellstraße auf dem Schmidener Feld zwischen den Ballungsräumen Waiblingen/Fellbach (Rems-Murr-Kreis) und Kornwestheim/Ludwigsburg, ist mittlerweile seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Debatten.
Die jüngste gab es am Montagabend in einer Veranstaltung des VfB Stuttgart und der Stuttgarter Zeitung – und zwar in im VIP-Bereich der Cannstatter Arena.
Fellbach strikt gegen Grünen Tunnel
In der Diskussion ging es um den vor einiger Zeit vom Waiblinger Unternehmer Rüdiger Stihl ins Spiel gebrachten „Grünen Tunnel“, also eine unterirdische und somit vermeintlich naturfreundlichere Variante der Straße. Strikt abgelehnt wird das 10,7 Kilometer lange und geschätzt 1,6 Milliarden Euro teure Projekt, egal ob auf oder unter dem Schmidener Feld, von der Stadt Fellbach.
Als deren Vertreterin saß, wie der Erste Bürgermeister Johannes Berner am Tag danach im Fellbacher Gemeinderat berichtete, „als einzige Frau in der Männerrunde“ seine Amtskollegin, die Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Deren Auftritt geriet offenkundig eindrucksvoll – jedenfalls nach Berners Einschätzung, der die Übertragung der Podiumsdiskussion per Youtube mitverfolgt hat und im Gemeinderat ein besonderes Lob aussprach: „Die Kollegin hat sich bravourös geschlagen“, sagte er, und „sie hat Fellbach exzellent und clever vertreten“.
Die Baudezernentin selbst berichtete von einem „sehr spannenden Abend“, bei dem Landesverkehrsminister Winfried Hermann ihr in der Gegnerschaft zur Seite stand, während Stihl vom Ludwigsburger CDU-Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger unterstützt wurde.
Soltys: „Wir müssen wachsam bleiben“
Für Soltys brachte die Veranstaltung „nichts Neues, es wurden die gleichen Argumente wie bisher ausgetauscht“. Im Übrigen stehe ja fest, dass der Nordostring auch als Grüner Tunnel „mittlerweile durch die Zeit gefallen“ sei, also eigentlich beerdigt gehöre. Gleichwohl gelte: „Unsere Wachsamkeit ist weiterhin vonnöten.“ Ihr Fazit: „Wir haben uns ganz gut geschlagen.“
Durchaus angetan war Soltys übrigens, wie sie einräumte, vom Abschiedsgeschenk: Jeder Teilnehmer erhielt ein VfB-Trikot mit eigenem Namen. Als Rückennummer wurde ihr die „10“ zugeteilt – was bekanntlich für Spielmacherin steht. Damit kann Soltys sich künftig durchaus in Fellbach sehen lassen.