Ein vor der Nordseeinsel Wangerooge auf Grund gelaufenes Containerschiff ist wieder frei. Die 400 Meter lange „Mumbai Maersk“ wurde von acht Schleppern befreit. Die Reederei kündigte eine Untersuchung der Havarieursache an.
Cuxhaven - Das vor der Nordseeinsel Wangerooge auf Grund gelaufene Containerschiff „Mumbai Maersk“ ist wieder frei. Der knapp 400 Meter lange Frachter wurde nach Angaben des deutschen Havariekommandos und der Reederei in der Nacht zum Freitag in einer groß angelegten Bergungsaktion von acht Schleppern befreit. Anschließend sollte das Schiff noch einmal auf mögliche Beschädigungen untersucht werden und weiter zu seinen Zielhafen im nahen Bremerhaven fahren.
Die Reederei Maersk kündigte am Freitag zugleich eine „interne Untersuchung“ der Ursachen für die Grundberühung im Wattenmeer an. Zunächst liege die „Mumbai Maersk“ auf einer „sicheren Position“ für weitere Überprüfungen an Rumpf und Maschinenanlage.
Die unter dänischer Flagge fahrende „Mumbai Maersk“ hatte sich auf dem Weg von Rotterdam nach Bremerhaven befunden, als sie sich am späteren Mittwochabend bei der Ansteuerung der Wesermündung aus bislang unklaren Gründen in einem flacheren Gebiet festfuhr. Schiff und Besatzung blieben nach Angaben der Reederei unversehrt, auch die Zufahrt nach Bremerhaven war frei. Anzeichen für Risse im Rumpf oder den Austritt umweltgefährdender Stoffe gab es demnach nicht.
„Mumbai Maersk“ ist ein 399 Meter langes Großcontainerschiff
Der Schleppversuch in der Nacht zum Freitag war der zweite Anlauf zur Befreiung des Schiffs, das einige Kilometer nördlich der Insel Wangerooge im Wattenmeer festsaß. Ein erster Versuch war bereits kurz nach der Grundberührung in der Nacht zu Donnerstag erfolglos beendet worden. Anschließend erarbeiteten das Havariekommando von Bund und Ländern in Cuxhaven und ein von der Reederei beauftragtes Bergungsunternehmen generalstabsmäßig das weitere Bergungskonzept.
Dazu wurden nach den Angaben des Havariekommandos zusätzlich zu den schon zur „Mumbai Maersk“ beorderten Schleppern und behördeneigenen Mehrzweckschiffen „Neuwerk“ und „Mellum“ noch zwei leistungsstarke Hochseebergungsschlepper zu dem Havaristen geschickt. Nachdem diese in der Nacht zu Freitag eingetroffen waren und der Wasserstand ein optimales Niveau erreicht hatte, wurde der Containerriese letztlich freigeschleppt.
Die „Mumbai Maersk“ ist ein 399 Meter langes Großcontainerschiff, das laut Reederei Waren aus Asien nach Europa transportiert. Mit einer Kapazität von etwa 20.000 sogenannten Standardcontainern gehört das erst 2018 in Dienst gestellt Schiff zu den größten Containerschiffen der Welt. Großcontainerschiffe wie die „Mumbai Maersk“ verkehren in einer Art regelmäßigem Linienverkehr zwischen Häfen in Asien und Europa, wo sie jeweils diverse Häfen anlaufen.