Nordumfahrung Darmsheim Die Sprengungen am Tunnel beginnen

Bald ist es soweit, dann werden die Mineure mit den Sprengungen für den Tunnel der Darmsheimer Nordumfahrung beginnen. Das Land investiert 31 Millionen Euro in das Projekt. Im Mai 2018 soll die Umgehung für den Verkehr freigegeben werden.

Die künftige Tunnelöffnung ist markiert:  Mineure treiben nun von Osten  einen 458 Meter langen Hauptstollen in das Gestein. Foto: factum/Granville
Die künftige Tunnelöffnung ist markiert: Mineure treiben nun von Osten einen 458 Meter langen Hauptstollen in das Gestein. Foto: factum/Granville

Sindelfingen - Volksfeststimmung auf der Baustelle an der Darmsheimer Nordumfahrung. „Auf diesen Tag haben wir lange warten müssen“, sagte der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer beim symbolischen Tunnelanschlag am Montagnachmittag vor einigen Hundert Gästen. In Kürze werden die Mineure mit den Sprengungen beginnen, um den 458 Meter langen Tunnel voranzutreiben. Die Arbeit soll im Januar beendet sein. Danach beginnen der Innenausbau und die Straßenbauarbeiten für die insgesamt 1,4 Kilometer lange Nordumfahrung. Sie soll im Mai 2018 für den Verkehr frei gegeben werden. Das Land investiert 31 Millionen Euro.

Erster Spatenstich vor fünf Jahren

Der erste Spatenstich war bereits im Jahr 2010 erfolgt. Doch dann verhängte das Land einen Baustopp. Die Kosten waren bis zum Jahr 2008 noch mit 15 Millionen Euro taxiert worden, später waren die Planer jedoch von 33,5 Millionen Euro ausgegangen. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die allgemeine Steigerung der Baukosten, aber vor allem die Auslastung der Mineure durch den Baubeginn von Stuttgart 21 hatten das Vorhaben so teuer werden lassen. Nun wird besonders beim Abtransport der rund 100 000 Tonnen Erdaushub gespart, weil man sich mit der angrenzenden Deponie Schäfer einig geworden ist. „Unnötig lange Transportwege fallen weg“, sagte der Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erfreut.

Während seiner Amtsperiode sei er am häufigsten im Kreis Böblingen gewesen, um einem Baustart beizuwohnen, erklärte Hermann. Aber freilich, das Darmsheimer Projekt sei eine schwere Geburt gewesen, räumte er ein. Hermann warb um Verständnis: Für Neubaumaßnahmen habe die Regierung lediglich 40 Millionen Euro im Jahr vorgesehen. Denn der Schwerpunkt solle auf die Sanierung und den Erhalt der Straßen gelegt werden. Seit drei Jahren schon sei kein Neubauvorhaben mehr auf den Weg gebracht worden. „Darmsheim hatte Glück“, sagte der Minister, „die Pläne sind bereits vor Jahren eingereicht worden.“ Das Land plane jährlich mit insgesamt 200 Millionen Euro, die zur Verbesserung der Straßen eingesetzt würden.

Umfahrung soll 13 000 Fahrzeuge täglich aufnehmen

„Die Darmsheimer haben viele Jahre lang eine Eselsgeduld gebraucht“, unterstrich der Landrat Roland Bernhard. Nun sei es endlich an der Zeit, die alte Ortsdurchfahrt vom Verkehr zu entlasten. Über die neue Umfahrung sollen täglich rund 13 000 Fahrzeuge rollen. „Die Trasse dient nicht nur zur Verbesserung der Lebenqualität für den Ort. Sie nimmt auch den Verkehr aus dem Schwarzwald auf“, betonte Bernhard. Deshalb sei es legitim, dass die neue Achse geschaffen werde. „Unser Landkreis ist der Kreis im Land mit dem höchsten Verkehrsdruck“, erklärte der Landrat. Aber auch als Wirtschaftsstandort sei man spitze. „Wir brauchen deshalb nicht als Bittsteller auftreten. Das Interesse in der Region ist groß, nicht ständig im Stau zu stehen.“ Allerdings dürfe man sich im Kreis auch nichts vormachen: „Angesichts der finanziellen Lage ist das hier wohl die letzte Umfahrung, die bei uns gebaut wird“, sagte der Landrat.

Der Sindelfinger OB versprach den zahlreich erschienenen Darmsheimer Bürgern, zeitnah für eine Umgestaltung des Ortskerns zu sorgen. „Jetzt ist es absehbar, dass es bald weniger Lärm und Abgase gibt.“




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