Notbetreuung an Kitas und Schulen in Stuttgart Kriterien müssen klar sein
Zu Recht verlangen Schulen, Kitas und Eltern rechtzeitig kommunizierte und klar formulierte Maßnahmen und Kriterien, findet Inge Jacobs.
Zu Recht verlangen Schulen, Kitas und Eltern rechtzeitig kommunizierte und klar formulierte Maßnahmen und Kriterien, findet Inge Jacobs.
Stuttgart - Die Corona-Pandemie verlangt Schulen und Kitas viel ab. Aber sie haben seit Ausbruch der Pandemie auch viel dazu gelernt. Ja, sie haben auch eine Routine entwickelt, nicht nur beim Umgang mit dem Infektionsgeschehen, sondern auch, was schnelle Umplanungen angeht. Am Sonntag (!) haben sie vom Lockdown der Kitas und Schulen erfahren, noch am Abend oder gleich am Montag die Eltern informiert und den Bedarf an Notbetreuung abgefragt, am Dienstag deren Rückmeldung erhalten – und am Mittwoch stand schon alles parat für die Kinder. Respekt!
Man fragt sich allerdings, weshalb das Kultusministerium erst am Dienstag klar kommuniziert hat, wer nun die Notbetreuung in Anspruch nehmen darf und wie die Eltern diesen Anspruch nachweisen sollen. Denn erst dann war damit klar, dass die Eltern dafür zwar beruflich unabkömmlich sein müssen, aber – anders als im Frühjahr – weder in systemrelevanten Berufen tätig sein müssen noch ihre Unabkömmlichkeit formal vom Arbeitgeber bestätigen lassen müssen. Wäre dies bereits am Montag klar gewesen, hätten vermutlich mehr Familien die Notbetreuung genutzt.
Gleichwohl zeigen deren Rückmeldungen, dass sie sehr wohl abwägen zwischen dem Infektionsrisiko in den Einrichtungen und der Betreuungsnot daheim. Klar ist auch, dass kleinere Kinder im Homeoffice schlechter nebenbei betreut werden können als ältere. Und ebenso, dass es auch Familien gibt, die keine Wahl haben und auf die Notbetreuung angewiesen sind. Fein wäre, wenn das Land einen Maßnahmenkatalog entwickeln würde, bei welchem Infektionsgeschehen mit welchen Maßnahmen zu rechnen ist. Das fordern Eltern und Bildungsträger zu Recht.