Notstromaggregat beschafft Renningen rüstet sich für den Katastrophenfall
Mit der Beschaffung eines mobilen Notstromaggregats soll die Einsatzfähigkeit der Renninger Feuerwehr in Krisensituationen gewährleistet werden.
Mit der Beschaffung eines mobilen Notstromaggregats soll die Einsatzfähigkeit der Renninger Feuerwehr in Krisensituationen gewährleistet werden.
Nicht nur der kürzlich aufgetretene, flächendeckende Stromausfall in Südeuropa hat aufgezeigt, wie wichtig es ist, auf einen Krisenfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Das betrifft sowohl den einzelnen Bürger als auch Städte und Kommunen. Auch die Stadt Renningen widmet dem Thema Katastrophenschutz wieder mehr Aufmerksamkeit.
„Bis Anfang der neunziger Jahre gab es überall Verwaltungsstäbe, die im Krisenfall agieren sollten“, schildert Marcello Lallo, Leiter des Fachbereichs Bürger und Recht im Renninger Rathaus. „Mit dem Kalten Krieg war das Thema immer präsent. In den vergangenen Jahren wurde das aber auf kommunaler Ebene und auch landes- und bundesweit immer weiter zurückzufahren, weil die Notwendigkeit nicht mehr gesehen worden ist.“ Nun sei man dabei, diese Strukturen überall wieder aufzubauen.
Die Renninger Stadtverwaltung arbeitet im engen Austausch mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Landratsamt als untere Katastrophenschutzbehörde an Plänen, um im Idealfall für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Denn verschiedene Ausnahmesituationen wie Brand-, Strom- oder Überschwemmungsereignisse fordern ganz unterschiedliche Vorbereitungsmaßnahmen. Im städtischen Haushalt wird jährlich ein sechsstelliger Betrag für den Katastrophenschutz aufgewendet. Auch der Landkreis Böblingen ist gerade dabei, ein Konzept aufzustellen, um die Kommunen bei ihren individuellen Krisenplänen zu unterstützen.
Bereits vorhanden ist in Renningen ein Notstromaggregat, das im Krisenfall den Nahwärmeverbund am Schul- und Sportzentrum und die Stromversorgung der Rankbachhalle gewährleisten kann. „Die Rankbachhalle könnte dadurch im Fall extremer Kälte zu einer Wärmehalle umfunktioniert werden“, erklärt Marcello Lallo. Da hier mit Holzhackschnitzel geheizt wird, besteht keine Abhängigkeit von Gas und auch das Pflegeheim „Haus am Rankbach“ könnte hierüber im Notfall beheizt werden.
Damit auch die Feuerwehr im Krisenfall ihre Einsatzbereitschaft aufrechterhalten und bei Bedarf sogar erhöhen kann, soll nun ein mobiles Notstromaggregat beschafft werden. Der Gemeinderat hat dies in der letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Im Falle eines Stromausfalls könnte dank des Notstromaggregats das komplette Feuerwehrgerätehaus inklusive des Bürgerhauses autark betrieben werden. Beschaffungskosten von mindestens 115 000 Euro muss die Stadt hierfür aufwenden. „Das Aggregat ist nicht gerade günstig, aber wir wollen es anschaffen, damit die Möglichkeit besteht, das Feuerwehrhaus und das Bürgerhaus im Krisenfall als Einsatzzentrale zu nutzen“, betont Lallo.
Das neue, noch zu beschaffende Aggregat ist auf 55 Kilovoltampere (kVA) ausgelegt und leistet damit deutlich mehr als die derzeit vorhandenen Aggregate der Feuerwehr. Auf einem Anhänger gelagert ist es zudem mobil und standortunabhängig nutzbar.
Dank des Notstromaggregats sollen auch bei längerfristigen Stromausfällen komplette Einsätze wie üblich abgebildet werden können. „Das Aggregat stellt ein wichtiges weiteres Standbein für den Katastrophenschutz in Renningen dar“, fasst Lallo zusammen. Da bei der Lieferzeit mit bis zu 18 Monaten zu rechnen ist, werden die im Haushalt 2025 eingestellten Mittel nicht benötigt und müssen 2026 neu veranschlagt werden.