Lange Zeit galt vollständiger Verzicht für Suchtkranke als einzige Therapie. Mittlerweile setzen Fachleute auch auf kontrollierten Konsum bei Alkohol, Drogen und Co. Im ZfP Winnenden startet nun die Tagesklinik mit zieloffener Suchtarbeit – ein Novum.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Manchmal ist es Zeit für einen Paradigmenwechsel. Christopher Dedner, Chefarzt an der Klinik für Suchttherapie am Zentrum für Psychiatrie in Winnenden, erinnert sich noch gut, dass es während seiner Ausbildung und auch noch lange danach nur einen Therapieansatz für Suchtkranke gab: „Die vollständige Abstinenz war ein unumstößliches Paradigma. Es war die Grundsäule der Behandlung.“ Doch eine Vielzahl an Forschungen zu dem Thema habe diese Paradigmen ins Wanken gebracht, sagt Christopher Dedner. „Studien haben gezeigt, dass es meist zehn Jahre braucht, bis ein Suchtkranker sich in Behandlung begibt“, sagt der Chefarzt der Suchtklinik am ZfP.