NS-Gedenkstätte in Stuttgart Um das Hotel Silber gibt es weiter Ärger

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Die Stadt Stuttgart will in der künftigen NS-Gedenkstätte keine Fläche für Wechselausstellungen. Die Eröffnung wird nicht vor Ende 2016 sein.

Im alten Hotel Silber Foto: Achim Zweygarth 13 Bilder
Im alten Hotel Silber Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Bürgerverein zum Hotel Silber will sich nicht geschlagen geben: Am Donnerstagabend will die Initiative erörtern, wie sie auf die Kürzung der Mittel für die künftige NS-Gedenkstätte reagiert. Staatssekretär Jürgen Walter (Grüne), Ministerialdirigent Wolfgang Leidig (SPD) und Stuttgarts Bürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) hatten Ende Juli entschieden, dass der Jahresetat um fast 40 Prozent auf 500 000 Euro (plus Miete) beschnitten wird; die Fläche wurde um ein Stockwerk verringert und umfasst noch 1000 Quadratmeter.

Eine Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion hat jetzt zusätzliches Öl ins Feuer gegossen. Denn darin teilt OB Fritz Kuhn (Grüne) mit, dass es im Hotel Silber keine Fläche für Wechselausstellungen geben werde, was zuletzt zugesagt war. Es sei, so die Begründung, „finanziell unverantwortlich“, wenn man im Hotel Silber und im nahe gelegenen künftigen Stadtmuseum solche Flächen vorhalte. Anja Dauschek vom Planungsstab für das Stadtmuseum bot an, dass das Hotel Silber ihre Flächen mit nutzen könne. Geplant war aber, dass die rund 60 Gedenkstätten im Land im Hotel Silber ihre kleinen Ausstellungen zeigen könnten. „Was hätte eine Schau über die Rexinger Juden im Stuttgarter Stadtmuseum verloren?“, fragt Harald Stingele, der Sprecher des Vereins.

Daneben ärgert man sich im Verein darüber, dass die Stadtverwaltung in ihrer 22-seitigen Antwort zwar den gewünschten Vergleich zu anderen NS-Dokumentationszentren in Deutschland angestellt hat – dieser Vergleich sei aber so unvollständig, dass man fast den Eindruck gewinne, wichtige Daten seien mit Absicht weggelassen worden. Gerade bei der ähnlichen Einrichtung in Köln sei weder angegeben, dass es sich um ein rein städtisches Zentrum handele noch dass die Stadt Köln jährlich 1,8 Millionen Euro dafür aufwendet.

Eröffnung des Dokumentationszentrums frühestens 2016

Die Stadt Stuttgart müsste nach derzeitigem Stand etwa 300 000 Euro jährlich investieren. Im direkten Vergleich zu den großen Zentren nimmt sich das Hotel Silber bescheiden aus. Allerdings wird das Hotel Silber an das Haus der Geschichte angedockt und braucht keine eigene Leitung, was die Gedenkstätte günstiger macht.

Die Kürzung zurücknehmen könnten jetzt nur noch der Landtag und der Stuttgarter Gemeinderat. Ob sich dafür im Gemeinderat eine Mehrheit findet, ist ungewiss. Die Grünen würden damit ihren OB düpieren. Fraktionschef Peter Pätzold sagte, man könne sich eine Option für eine spätere Erweiterung vorstellen. Alexander Kotz, Chef der CDU, ist mit der jetzigen Lösung zufrieden. SPD-Fraktionsvorsitzende Roswitha Blind zeigte sich hin- und hergerissen. In seiner Antwort hat OB Fritz Kuhn übrigens erstmals einen Eröffnungstermin genannt: Frühestens Ende 2016, vielleicht erst 2017 könne das Dokumentationszentrum eingeweiht werden.

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