Nürtingen Eier vom glücklichen Miet-Huhn

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Die Solidarische Landwirtschaft auf dem Hopfenhof in Nürtingen gedeiht. Immer mehr Leute steigen ein. Jetzt gibt es das Angebot „Rent a Hühnchen“, und in der Backstube wird Bio-Brot gebacken.

Teilnehmer der Solidarischen Landwirtschaft ernten bei Live-Musik auf dem Feld. Außer Gemüse gibt es künftig  auch Eier. Foto: Dirk Egersdoerfer
Teilnehmer der Solidarischen Landwirtschaft ernten bei Live-Musik auf dem Feld. Außer Gemüse gibt es künftig auch Eier. Foto: Dirk Egersdoerfer

Nürtingen - Waren es vor knapp einem Jahr noch rund 60 Kunden, die nach dem Genossenschaftsprinzip auf ökologischen Anbau, faire Bezahlung des Landwirts und den direkten Kontakt zum Erzeuger setzen, so hat die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) auf dem Hopfenhof in Nürtingen schon mehr als 100 Teilnehmer. Bisher gab es über die Kooperative ausschließlich Gemüse. Nun gibt es mit „Rent a Hühnchen“ ein neues Angebot.

In einer neuen Backstube wird Bio-Brot gebacken

Eine Mitarbeiterin vom Hopfenhof hat mit Ihrem Mann einen kleinen Geflügelhof gepachtet. Bei „Rent a Hühnchen“ wird ein Teil der Hühner den Solawi-Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Ein Huhn wird für ein Jahr „gemietet“. Die Eier können mit dem Gemüse abgeholt werden. Mit regelmäßigen Infomails wird über den Hühneralltag informiert. Solidarität bedeutet dann auch für die Teilnehmer, bei einem Ausfall der Eierlieferung, etwa durch einen Fuchs, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Es gibt noch eine zweite Neuerung. Im vergangenen Jahr richtete der Hopfenhof eine Backstube ein. Nun haben die Solawi-Teilnehmer auch die Möglichkeit, Brot in Bioland-Qualität zu bestellen. David und Damaris Traub vom Hopfenhof berichten von einem erfolgreichen Start des erweiterten Angebots: „Nach einer Probephase sind wir jetzt in das reguläre Bestellsystem übergegangen, das von den Teilnehmern sehr gut angenommen wird.“

Jeden Freitag holen die Teilnehmer ihr frisches Gemüse ab

Bei der Solidarischen Landwirtschaft wird der Anbau von der Gemeinschaft getragen. Bei der alljährlichen Bieterrunde im März verpflichten sich alle Anteilnehmer für ein Jahr, die landwirtschaftliche Erzeugung vorzufinanzieren. Die Vorfinanzierung erfolgt durch einen monatlichen Beitrag. Vor dem Beginn des neuen Wirtschaftsjahres werden die gesamten Kosten für die Gemüseerzeugung kalkuliert. Neben Kosten für Pflanzgut und Bewässerung werden auch faire Löhne für die Erzeuger und Rücklagen einberechnet. Schließlich werden die kalkulierten Erzeugungskosten durch die Anzahl der Anteilnehmer geteilt, das Ergebnis ist ein Richtwert, an dem sich der monatliche Beitrag der Teilnehmer orientiert. Auch die Ernte wird jeweils durch die Zahl der Teilnehmer geteilt. Jeden Freitag können die Anteilnehmer ihren Ernteanteil auf dem Hopfenhof und in einem Depot in Nürtingen abholen.

In der Region Stuttgart gibt es eine Reihe weiterer Solawi-Höfen, etwa den Kreuthof zwischen Heiningen und Göppingen, den Reiherhof in Stuttgart-Möhringen oder den Betrieb Großhöchberg in Spiegelberg (Rems-Murr-Kreis) mit Ablegern in Fellbach und Oppenweiler. Gelistet ist zudem ein Solawi-Depot in Besigheim.




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