Nürtinger Maientagsumzug Brot und Salz statt Heidelbeeren aus Chile

Von adt 

Mit fantasievollen Kostümen haben die Nürtinger Kinder beim Maientagsumzug einer seit 417 Jahren währenden Tradition gehuldigt.

Fantasievoll verkleidet nahmen die Schüler das aktuelle Zeitgeschehen aufs Korn. Foto:   8 Bilder
Fantasievoll verkleidet nahmen die Schüler das aktuelle Zeitgeschehen aufs Korn. Foto:  

Nürtingen - Verbürgt ist, dass in Nürtingen am Wochenende der 417. Maientag in der Geschichte gefeiert worden ist. Damit ist er eines der ältesten Volksfeste im Land. Gefühlt gibt es den Nürtinger Nationalfeiertag jedoch schon seit Anbeginn der Zeitrechnung. Entsprechend ist die Zeit in der Stadt wieder einen Moment stillgestanden, als sich der Umzug der Schulkinder, angeführt vom Jugendspielmannszug, am Samstag in Bewegung gesetzt hat. Zum Höhepunkt der Maientagsfeierlichkeiten haben die Zuschauer zu Tausenden die Straßen und Gassen der Innenstadt gesäumt. Omas und Opas, meist selbst mit einer weit zurückreichenden Maientagsbiografie, winkten Enkeln zu, die fantasievoll verkleidet das aktuelle Zeitgeschehen aufs Korn nahmen. Dem Oberbürgermeister der Stadt, Otmar Heirich, blieb es bei seiner Ansprache vorbehalten, dieses Zeitgeschehen zu kommentieren. Kritisch setzte sich der scheidende Ratschef mit der Kluft zwischen ökologischem Anspruch und tatsächlichem Handlen auseinander. Heidelbeeren aus Chile und Kartoffeln aus Ägypten müssten nicht sein, so der Oberbürgermeister, nachdem er von der Landjugend der Tradition folgend Bot und Salz überreicht bekommen hatte, „auf dass in unserer Stadt immer Brot sei“.