OB Degode im Sportzentrum SV Leonberg/Eltingen: Handballer geben hitziges Heimspiel aus der Hand

Es ging zuweilen wüst zu: Der Leonberger David Klatte (2. v. r.) wird unsanft gestoppt. Foto: Andreas Gorr

Die Handballer des SV Leonberg/Eltingen verlieren ein emotionales Spiel vor heimischem Publikum. Prominente Gäste verfolgen das 33:38 gegen den HTV Meissenheim.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Die Halle im Leonberger Sportzentrum war gut gefüllt. Dafür sorgte neben den SV-Fans auch eine wuchtige Delegation Gästefans aus der kleinen Gemeinde Meissenheim nahe der französischen Grenze. Einige bekannte Gesichter tummelten sich auf den Rängen, neben Ex-Interimstrainer Rafet Oral war auch Ladislav Goga zugegen.

 
Stiller Beobachter: Ladislav Goga, der den SV im Sommer übernimmt, beobachtete seine künftige Mannschaft. Foto: Andreas Gorr

Neben Florian Streib, dem Leonberger Amtsleiter für Kultur und Sport, gesellte sich im Verlaufe des Spiels auch der neue Oberbürgermeister Tobias Degode, der erst zur zweiten Halbzeit dazustieß.

Der neue Oberbürgermeister Tobias Degode (re.) und Sportamtsleiter Florian Streib (2.v.r.) im Gespräch mit Handball-Chef Matthias Groß. Foto: Andreas Gorr

Sie alle sahen eine Partie, die torarm begann. Einer, der sich jedoch stark gegen eine Torflaute wehrte, war Felix Wiederhöft. Der wuchtige Linkshänder, der mit neun Treffern zum erfolgreichsten Werfer seines Teams avancierte, war besonders von der Siebenmeterlinie gefährlich. Gegen den Tabellenzweiten entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, im ersten Durchgang gelang es keiner der beiden Mannschaften, auf mehr als zwei Tore Vorsprung zu stellen.

Mehrere Führungen reichen dem SV nicht

Dabei gingen die SV-Handballer bereits vor der Pause siebenmal in Führung, nachdem der HTV mehrfach hatte ausgleichen können. Mit ihrer zweiten Führung des Spiels gingen die Gäste jedoch in die Halbzeitpause (18:17). In der 38. Minute konnten die Gastgeber erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung erspielen.

Wuchtiger Werfer auf außen: Felix Wiederhöft Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Einen Wendepunkt stellte die in der 40. Minute folgende Hinausstellung des Meissenheimers Alexander Velz dar, der nach einem Foulspiel an Niklas Bolkart vom Platz gestellt wurde. Der Gästeblock, der das gesamte Spiel über lautstark in Erscheinung trat, war merklich erbost über die Entscheidung des Unparteiischen, die Mannschaft wirkte in der Folge aber wie angestochen. „Die Körpersprache war eine ganz andere“, meinte Gästetrainer Christoph Baumann auf der Pressekonferenz.

Gäste schlagen zurück – Wiederhöft scheitert spät

Der HTV arbeitete sich in die Begegnung zurück, drehte den Rückstand und war ab der 48. Minute mit zwei Toren vorn. Wenig hilfreich für die Gastgeber war sicher auch, dass die Mannschaft insgesamt sieben Zeitstrafen abzusitzen hatte. Zudem schlich sich auch Pech in den Schlussminuten ein: Felix Wiederhöft traf in der 56. Minute nur den Pfosten, im Gegenzug baute Meissenheim die Führung auf 33:30 aus. Bei Stand von 32:36 scheiterte Wiederhöft erneut am gegnerischen Schlussmann, was im direkten Umschalten zum 37:32 führte.

SV-Trainer Markus Stotz präsentierte sich lautstark und energisch. Foto: Andreas Gorr

Trainer Stotz, der das Spiel lautstark und gestenreich an der Seitenlinie begleitete, wollte die positiven Aspekte des Spiels betonen. „Wir sind mit gutem Selbstvertrauen in die zweite Halbzeit gegangen, die Mannschaft hat von der ersten Minute an konsequent alles umgesetzt, was wir wollten“, lobte er und verwies auf die klare Favoritenrolle der Gäste. 50 Minuten lang habe sein Team gut mitgehalten, das Ergebnis sei entsprechend eng geblieben.

Die Rote Karte gegen Velz sah er hingegen als wenig spielentscheidend an, wollte sich aber auch nicht an der Schiedsrichterkritik der Gäste beteiligen. „Ich habe kein Recht, die Unparteiischen zu kritisieren. Jeder, der kritisiert, soll den Job selbst machen“ meinte der Trainer.

Der Trainer wünscht sich Unterstützung für sein Team

Stotz, der seit zwei Wochen im Amt ist, zog ein erstes Fazit seiner Arbeit: „Die Jungs können alle Handball spielen, man muss sie nur unterstützen. Ich denke, dass ich das kann. Ich wünsche es mir, für Leonberg und für die Jungs, weil sie es verdient haben.“ Besonderen Wert möchte Stotz auf die Stabilität in der Defensive legen, die schwächste Abwehr der Liga muss dringend weniger Gegentore kassieren. Einen deutlichen Appell richtete der neue Übungsleiter an die Zuschauer: „Ich lebe Handball und wünsche mir, dass die Zuschauer die Mannschaft unterstützen.“ SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Denk - Wiederhöft (9/6), Salathe (6), Oral (5), Laib (4), Schreiner (3), Hönig (2), Hönninger (2), Bolkart (1), Klatte (1), Kost.

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