OB-Kandidatin Friedhild Miller im Porträt „Es muss eine Frau an die Macht“
111 Wahlkämpfe hat Friedhild Miller schon bestritten. Der in Stuttgart soll der letzte werden und ihr nach eigener Überzeugung das Amt der Oberbürgermeisterin bringen.
111 Wahlkämpfe hat Friedhild Miller schon bestritten. Der in Stuttgart soll der letzte werden und ihr nach eigener Überzeugung das Amt der Oberbürgermeisterin bringen.
Stuttgart - Eigentlich wollte sie nicht mehr. Nach 111 Wahlkämpfen, die Friedhild Miller (51) aus Böblingen bestritten hat, sollte Schluss sein. Doch der Verzicht von Fritz Kuhn (Grüne) bringt sie zurück auf die Bühne. Den Urnengang in der „Brennpunktstadt“ kann sie nicht einfach vorüberziehen lassen.
Die umtriebige Frau, die mal gegen Angela Merkel, mal gegen das Dieselfahrverbot und immer gegen Korruption Front macht, ist, salopp gesprochen, bekannt wie ein bunter Hund. Dass sie, die lange bei Daimler gearbeitet hat, nach einem Beschluss des Amtsgerichts Böblingen seit 2020 betreut wird (Miller: „durch ein Falschgutachten“), stört nicht. Sie kann gewählt werden, der freie Zugang zum Amt ist ein hohes demokratisches Gut.
Im Amt würde sie aufräumen, in der angeblich „kriminellen Justiz“, dem Jugendamt, das Eltern angeblich fintenreich mithilfe ebenjener „kriminellen Justiz“ Kinder entzieht, bei Stuttgart 21 sowieso. Sie sei „Aufdeckungspolitikerin“ und werde sich „konsequent für Glück und Gerechtigkeit“ einsetzen. Wenn man Liebe verschenke, könne man viel erreichen. Konkret spricht sie sich für die City-Maut und Foodsharing-Stationen in jedem Stadtteil aus.
Plakate wird man von Miller nicht finden, sie wolle die Umwelt schonen. Dafür gibt es Kugelschreiber für jene, die ihre Unterstützungsunterschrift geben. In der Landeshauptstadt müsse „eine Frau an die Macht“, wobei ihr eine Doppelspitze mit einer empathischen Frau und einem praktisch veranlagten Mann noch lieber wäre. Das sieht die Gemeindeordnung nicht vor. „Also werde ich im zweiten Wahlgang gewinnen, weil viele Kandidaten nach dem ersten enttäuscht abspringen und mich empfehlen werden“, sagt Miller mit großer Überzeugung. Wenn das nicht klappen sollte, liege das nicht an ihr: „Ich habe nur wegen des Wahlbetrugs noch nicht gewonnen“, so Miller. Aber auch das werde sie im Amt aufarbeiten und alles „transparent machen“.