OB-Wahl in Böblingen Das sagen die Stadträte zu Belz’ Wahlsieg
Für sein Abschneiden erhält Stefan Belz viel Zuspruch aus dem Gemeinderat. Dennoch geben ihm die Räte Hausaufgaben für die zweite Amtszeit auf den Weg.
Für sein Abschneiden erhält Stefan Belz viel Zuspruch aus dem Gemeinderat. Dennoch geben ihm die Räte Hausaufgaben für die zweite Amtszeit auf den Weg.
Stefan Belz bleibt weitere acht Jahre Oberbürgermeister von Böblingen – und damit gleichzeitig Vorsitzender des Gemeinderats. Dass er vor acht Jahren als Grüner gegen den CDU-Amtsinhaber Wolfgang Lützner überraschend durchmarschiert war, galt als Überraschung. Dass das konservative Spektrum daraufhin aber eine Front im Rat gegen ihn aufbauen würde, diese Befürchtung bestätigte sich nicht. Im Gegenteil: Belz genießt Ansehen über die Fraktionen hinweg, mit Ausnahme einzelner Stadträte am rechten Rand. Welche Stimmen gibt es aus dem Gemeinderat zu seinem Abschneiden?
Dorothea Bauer (Grünen-Fraktionsvorsitzende): „Mir hätten auch 51 Prozent gereicht. Ich freue mich sehr, dass Stefan Belz so klar gewonnen hat. Ich habe es mir aber auch schon fast gedacht. Er hat in den vergangenen acht Jahren eine super gute Arbeit gemacht. Sein Stil, mit den Menschen umzugehen, sucht seinesgleichen. Stefan ist sehr kooperativ, gleichzeitig kann ein Oberbürgermeister nicht zaubern. In den kommenden acht Jahren wollen wir ein Augenmerk wieder auf den Klimaschutz legen und darauf, dass dieser positive wirtschaftliche Effekte hat.“
Janina Dinkelaker (Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende): „Wir haben Stefan Belz als Fraktion geschlossen im Wahlkampf unterstützt, da wir mit seiner Arbeit zufrieden sind. Allerdings haben wir zunächst abgewartet, wer sich außer ihm noch bewirbt. Nach Bewerbungsschluss war die Lage für uns aber eindeutig. Jetzt geht der Blick nach vorn, bisher hat Stefan Belz ziemlich viel ziemlich gut gemacht. Wenngleich manche Anträge lange liegen, bis wir eine Rückmeldung erhalten. Hier würde ich mir ein schnelleres Abarbeiten wünschen. Einen prüfenden Blick haben wir außerdem auf die Personalsituation und die damit verbundenen Kosten im Rathaus.“
Thorsten Breitfeld (CDU-Fraktionsvorsitzender): „Wir Christdemokraten gratulieren Stefan Belz zum Wahlsieg und wünschen ihm weiter eine glückliche Hand bei den anstehenden großen Weichenstellungen für unsere Stadt. Die Zusammenarbeit in den vergangenen acht Jahren war gut. Gleichwohl haben wir ihn nicht aktiv im Wahlkampf unterstützt. Bei manchen Themen gingen unsere Sichtweisen auseinander, deshalb wollen wir uns die mentale Freiheit bewahren, in die Opposition gehen zu können. Das betrifft etwa den Umgang mit Tempo 30 in der Innenstadt, die Windkraft oder die Baumaßnahmen an der Calwer Straße bei der Klinik-Einfahrt. Da waren nicht immer einverstanden.“
Lukas Häberle (SPD-Stadtverbandsvorsitzender): „Stefan Belz hat sich dieses Ergebnis hart erkämpft und wir gratulieren ihm dazu. Gleichwohl müssen die Stimmen, die er nicht erhalten hat, ernst genommen werden. Wir in der SPD-Fraktion hatten unterschiedliche Sichtweisen zum favorisierten Standort der Windräder oberhalb der Diezenhalde, aber nicht zur Windkraft an sich. Es gibt weitere Themen, bei denen sich die Menschen nicht ausreichend mitgenommen fühlen, etwa beim Verkehr oder der Masse an Baustellen in der Stadt. In den kommenden acht Jahren muss der Blick in Richtung wirtschaftliche Entwicklung und Konsolidierung des Haushalts gehen.“
Von den Fraktionen der FDP und der AfD war am Wahlabend kein Vertreter im Rathaus anzutreffen.
Sieger
Amtsinhaber Stefan Belz (Grüne) erhielt bei der OB-Wahl am Sonntag 64,8 Prozent der Stimmen.
Konkurrenz
Auf den Plätzen zwei und drei: Aleksandar Blazevski (13,1 Prozent) und Stefan Thien (12,5 Prozent). Werner Schneider erhielt 6,0 Prozent der Stimmen, Lucas Guimaraes de Macedo kam auf 2,0 Prozent und Fridi Miller auf 1,5 Prozent.Die Wahlbeteiligung lag bei 36,2 Prozent.