OB-Wahl in Konstanz Der Wähler hatte offenbar Scheu vor Rot

Uli Burchardt in seinem Amtszimmer im Konstanzer Rathaus mit den ältesten Butzenfenstern nördlich der Alpen. Wer das Klima schützen möchte, muss dort manchmal frieren. Foto: /Felix Kaestle

Die Warnungen von dem Linken Luigi Pantisano haben gewirkt. Der CDU-Mann Uli Burchardt bleibt Oberbürgermeister von Konstanz. Das Wahlergebnis ist nicht zuletzt ein Armutszeugnis für die Grünen, kommentiert unser Autor Eberhard Wein

Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)

Konstanz - Fast ein wenig beleidigt hat sich der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt durch die Endphase des Wahlkampfs geschleppt. Mit einer Negativkampagne gelang es ihm schließlich, den Wählern seinen Widersacher Luigi Pantisano madig zu machen: Unerfahrenheit und unfinanzierbare Versprechen warf er ihm vor. Vor allem aber bemühte Burchardts Umfeld immer wieder den Hinweis auf Pantisanos Mitgliedschaft in der Linkspartei. Der sei nur ein roter Wolf im grünen Schafspelz, hieß es.

 

Das hat gereicht. Burchardt darf weiter machen. Doch der vor acht Jahren als Prototyp eines neuen schwarz-grünen Politikertypus ins Amt gekommene CDU-Mann, so viel steht fest, hat den grünen Teil seiner Basis verloren. Zu viele Ankündigungen, zu wenig zählbare Erfolge gerade bei seinem Paradethema Klimaschutz wurden ihm angelastet.

Botschaften für Kretschmann

Allerdings hat es sich auch für die Grünen nicht ausgezahlt, Pantisanos Kampagne zu übernehmen und dick grün anzustreichen. Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann sind das gleich zwei Botschaften: Einerseits hat seine grüne Basis ein halbes Jahr vor der Landtagswahl kaum noch Lust auf Grün-Schwarz. Andererseits sind die Grünen nicht einmal in einer Stadt wie Konstanz mehrheitsfähig, wenn sie zu sehr nach links driften. Und es ist ein Armutszeugnis: Als stärkste Partei haben sie kaum Personal, um bei Bürger- und Oberbürgermeisterwahlen im Land eigene Angebote zu machen.

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