OB-Wahl in Kornwestheim Tritt Ursula Keck noch einmal an?

Wer macht im kommenden Jahr das Rennen um den Chefsessel im Kornwestheimer Rathaus? Es zeichnet sich eine spannende Wahl ab. Foto: Anne Rheingans

Bei der Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr könnte es spannend werden. Die Amtsinhaberin lotet derzeit ihre Optionen für eine dritte Amtszeit aus. Von zwei Parteien darf sie keine Unterstützung erwarten.

Ludwigsburg: Anne Rheingans (afu)

Zwar ist es noch etwa ein Dreivierteljahr hin, aber eine Frage bewegt schon jetzt viele Einwohner von Kornwestheim: Tritt Ursula Keck noch einmal bei der Oberbürgermeisterwahl an? Für die Entscheidung im nächsten Sommer zeichnet sich schon jetzt ein spannendes Rennen ab.

 

Die Amtsinhaberin bekommt in jüngster Zeit die Frage nach ihrer Zukunft oft zu hören. Sie hatte 2021 angedeutet, vor der diesjährigen Sommerpause einen Entschluss fassen zu wollen. „Ich werde im Moment von vielen Menschen auf das Thema angesprochen“, sagt Ursula Keck. Das sei für sie der Anlass, in die Meinungsbildung zu gehen und mit den Fraktionen und Parteiortsverbänden in Kornwestheim zu reden. Einen Entschluss habe sie allerdings noch nicht gefasst. „Es ist eine lebensprägende Entscheidung, die man nicht an einem Tag trifft“, erklärt sie. Viele Faktoren spielten für sie eine Rolle, vor allem auch private Überlegungen, sagt Ursula Keck. Allzu lange möchte sich die 59-Jährige aber nicht mehr Zeit lassen. „2022 ist für mich das Jahr, in dem ich eine Entscheidung treffen möchte“, kündigt sie an.

Noch ist unklar, ob CDU und SPD sie unterstützen würden

Ursula Keck (parteilos) wurde 2007 Oberbürgermeisterin der Stadt Kornwestheim. Unterstützt von CDU und SPD holte sie als Herausforderin 71 Prozent der Stimmen und setzte sich damit deutlich gegen den damaligen Amtsinhaber Ulrich Rommelfanger durch. Im Juni 2015 wurde sie im Amt bestätigt. Mit 54,4 Prozent der Stimmen ließ sie bereits im ersten Wahlgang ihre drei Herausforderer hinter sich. Auch beim zweiten Mal sprachen die Christ- und die Sozialdemokraten eine Wahlempfehlung für Keck aus.

Ob sich eine oder gar mehrere Parteien wieder hinter die Amtsinhaberin stellen werden, ist noch völlig ungewiss. Die CDU bestätigt, dass ein Gesprächstermin stattgefunden habe, hat sich in dieser Frage aber noch nicht positioniert. „Wir sind grundsätzlich offen für andere Interessenten, reden aber auch mit Frau Keck“, sagt Sven Waldenmaier, der Vorsitzende des Stadtverbands. Wenn klar sei, ob die Amtsinhaberin erneut kandidiert, werde vermutlich in einer Mitgliederversammlung entschieden, wie schon 2015. Auch Hans Bartholomä, der Fraktionsvorsitzende der CDU, hält eine Festlegung zum jetzigen Zeitpunkt für zu früh. Man solle zunächst abwarten, ob Ursula Keck weitermachen möchte, meint er. Er haben großen Respekt vor dem Amt. „Sie macht ihr Sache gut“, sagt Bartholomä.

SPD und Grüne sind in der Meinungsfindung

Die SPD plant, sich noch in diesem Monat zu einer Klausurtagung zu treffen und dabei auch ausführlich über die OB-Wahl zu reden. Danach gebe es wohl eine Tendenz, wie sich die Kornwestheimer Sozialdemokraten positionieren werden, meint Florian Wanitschek, der Vorsitzende des Ortsvereins. Auch Hans-Michael Gritz, der Fraktionsvorsitzende der SPD, betont, dass die Überlegungen noch längst nicht abgeschlossen seien. Es gebe durchaus Gründe dafür, Ursula Keck zu unterstützen. Gritz räumt aber auch ein, dass nicht alle in seiner Partei hinter der Amtsinhaberin stehen.

Auch an den Ortsverband der Grünen in Kornwestheim ist Ursula Keck herangetreten. Dort ist man ebenfalls zu keinem Ergebnis gekommen, was die Frage angeht, ob man die Amtsinhaberin unterstützen würde. „Wir sind noch in der Meinungsfindung und können uns noch nicht festlegen“, sagt Thomas Ulmer, Fraktionsvorsitzender und Vorstandssprecher. Im Vorstand soll die OB-Wahl in Kürze besprochen werden. Auch beim Ortsverband werde das bald ein Thema sein.

FDP und Freie Wähler erteilen eine Absage

Bei den Liberalen sei bisher kein Gesprächsangebot von Keck eingegangen. „Wir fassen das als Signal auf“, sagt Ender Engin, Vorsitzender des FDP-Ortsververbands und der Gemeinderatsfraktion. Unterstützung für eine Kandidatur kann Ursula Keck voraussichtlich seitens der FDP nicht erwarten. Intern habe seine Partei die OB-Wahl aber noch nicht diskutiert, betont Engin. Innerhalb des Vorstandes werde er das Thema demnächst ansprechen.

Sehr deutliche Worte findet Markus Kämmle, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. „Wir würden Ursula Keck nicht unterstützen“, sagt er. Dies habe er der amtierenden Oberbürgermeisterin auch bereits mitgeteilt. Zwei Amtszeiten sind genug, meint Kämmle. „Wir könnten mit einem Wechsel leben.“ Ob die Freien Wähler wieder einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, steht noch nicht fest. Das sei abhängig davon, wer seinen Hut in den Ring wirft. „Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass wir es nicht zulassen werden, dass sich nur eine Person bewirbt“, sagt Kämmle. „Wir wollen, dass die Kornwestheimer eine Wahl haben.“

Ein Wahltermin steht noch nicht fest

An welchem Sonntag im kommenden Jahr die Kornwestheimer zur Wahl aufgerufen sind, ist noch nicht klar. Wahrscheinlich ist wieder ein Termin im Juni. Der Gemeinderat muss zudem auch noch über die weiteren Details, unter anderem die Bewerbungsfristen, entscheiden.

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