OB-Wahl in Leinfelden-Echterdingen Roland Klenk bekommt doch einen Gegenkandidaten

Von Natalie Kanter 

Die Bürger von Leinfelden-Echterdingen haben bei der anstehenden Oberbürgermeister-Wahl nun doch eine echte Wahl: Einzelstadträtin Claudia Moosmann fordert Amtsinhaber Roland Klenk heraus.

Claudia Moosmann hat nicht nur einen Ableger des Stuttgarter Schwabenstreichs nach Leinfelden-Echterdingen geholt. Sie will nun auch Rathauschefin werden. Foto: Archiv Norbert J. Leven
Claudia Moosmann hat nicht nur einen Ableger des Stuttgarter Schwabenstreichs nach Leinfelden-Echterdingen geholt. Sie will nun auch Rathauschefin werden. Foto: Archiv Norbert J. Leven

Leinfelden-Echterdingen - Die Bürger von Leinfelden-Echterdingen werden bei der OB-Wahl am Sonntag, 12. November, nun doch eine echte Wahl haben. Das steht seit Montagabend fest. Claudia Moosmann, Pfarramtssekretärin im Ruhestand und Einzelstadträtin (Freunde der Filderpiraten) von Leinfelden-Echterdingen will Oberbürgermeisterin werden.

Die Frau gilt als Mutter des Stuttgart-21-Protests in Leinfelden-Echterdingen. Sie hat einen Ableger des Stuttgarter Schwabenstreichs nach Leinfelden verpflanzt. Wenn es ihr gelingt, Rathauschefin zu werden, will sie sich für eine Verkehrsentlastung – insbesondere in Unteraichen – einsetzen. Ein weiteres ihrer Ziele ist der Ausbau des Glasfasernetzes in der Großen Kreisstadt. „Das Glasfasernetz sollte zu einem Standortvorteil für Leinfelden-Echterdingen werden.“ Moosmann liegt auch der Bau von Sozialwohnungen am Herzen. Zudem möchte sie die Kinderbetreuung massiv ausbauen, so dass für jedes Kind, das in der Großen Kreisstadt lebt, tatsächlich ein Betreuungsplatz in der Kita und auch in der Schulkindbetreuung zur Verfügung steht.

Eine kurzfristige Entscheidung

Erst an diesem Montag – und damit kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist – hat die Kommunalpolitikerin ihren Hut in den Ring geworfen. Zuvor hatte es lange Zeit so ausgesehen, als würde allein Amtsinhaber Roland Klenk zur Wahl antreten. Das aber wollte Moosmann verhindern. „Ein Kandidat bei einer OB-Wahl, das ist aus meiner Sicht völlig undemokratisch“, sagt sie.

Die Entscheidung sich aufstellen zu lassen, hat die 61-Jährige erst vor einer Woche getroffen. In wenigen Tagen ist es ihr gelungen, mehr als 50 Unterschriften zusammen zu tragen. Sie wird von den Freunden der Filderpiraten, von den Linken sowie von den Mitgliedern ihres Vereins Lebenswertes L.-E. unterstützt.

AfD-Mann bewirbt sich doch nicht

Philipp Häfner (AfD), der mit einer Kandidatur geliebäugelt hat, und bereits vor acht Jahren gegen OB Klenk angetreten war, hat derweil keine Bewerbung eingereicht. Er wird Anfang nächsten Jahres zum ersten Mal Vater und will sich nun vor allem seiner Familie widmen. Zudem sei auch der Bundestagswahlkampf, bei dem er für die AfD auf Stimmenfang gegangen ist, sehr anstrengend gewesen, erklärt er.

Der Amtsinhaber Klenk strebt derweil eine dritte Amtszeit an. Er will die Gunst der derzeit noch guten Finanzlage nutzen, um die Infrastruktur der Stadt zukunftsfähig zu machen. Ihm liegt eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung am Herzen, und zwar in den Kindergärten sowie in der Schulkindbetreuung. Zudem gelte es, die Verkehrsprobleme in der Stadt zu lösen. Dabei will er nicht nur Schienenprojekte – wie die Verlängerung der U5 nach Echterdingen – vorantreiben, er setzt auch auf eine Verbesserung des Busangebotes. Der Rathauschef zeigt sich überrascht von Claudia Moosmanns Bewerbung und sagt dazu: „Sie nimmt ihr Bürgerrecht wahr.“

Die Bewerber Roland Klenk und Claudia Moosmann werden sich am Donnerstag, 26. Oktober, 19.30 Uhr, in der Filderhalle, Bahnhofstraße 61, der Öffentlichkeit präsentieren. Bürgermeisterin Eva Noller wird die Versammlung leiten.




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