OB-Wahl in Nürtingen Matthias Ruckh hat Interesse an Kandidatur

Matthias Ruckh wurde im März in Wolfschlugen als Bürgermeister wiedergewählt. Foto: Michael Steinert
Matthias Ruckh wurde im März in Wolfschlugen als Bürgermeister wiedergewählt. Foto: Michael Steinert

Der Bürgermeister von Wolfschlugen will Oberbürgermeister in Nürtingen werden. Das Kandidatenkarussell beginnt sich aber erst langsam zu drehen.

Esslingen: Wolfgang Berger (ber)
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Nürtingen/Wolfschlugen - Matthias Ruckh will Oberbürgermeister in Nürtingen werden. Der Bürgermeister von Wolfschlugen hat am Freitag gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass er Interesse an einer Kandidatur hat. „Als parteipolitisch unabhängiger Bewerber suche ich das Gespräch mit allen Fraktionen“, kündigt der 48-Jährige Verwaltungschef der Nachbarkommune Wolfschlugen jetzt an.

Matthias Ruckk kennt Nürtingen aus dem Effeff

Matthias Ruckh ist in Nürtingen kein Unbekannter. Mehr als zwölf Jahre lang war der parteilose Verwaltungswirt Ortsvorsteher der Nürtinger Teilorte Raidwangen und Reudern. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister von Wolfschlugen im Jahr 2010 ist Matthias Ruckh mit seiner Familie in Nürtingen wohnen geblieben. Der 48-Jährige betont, dass er sich in Wolfschlugen sehr wohl fühle. Beim Jubiläumskonzert – die Gemeinde feiert 700-jähriges Bestehen – wird er allen Beteiligten für ein „unvergessliches Jubiläumsjahr“ danken. Gleichwohl reizt den Wolfschlugener Schultes die Herausforderung, in der 40 000 Einwohner zählenden Hochschulstadt Nürtingen Oberbürgermeister zu werden.

Neben Matthias Ruckh sind bisher noch keine weiteren Namen bekannt geworden. Nach der Ankündigung des amtierenden Oberbürgermeisters Otmar Heirich, bei der Wahl am 5. Mai nicht erneut anzutreten, suchen die meisten Nürtinger Gemeinderatsfraktionen aber nun mit Hochdruck nach potenziellen Nachfolgern oder Nachfolgerinnen. Hermann Quast, der Chef der Liberalen-Aktive Bürger-FWV kündigt an, dass seine, gemeinsam mit der CDU mit jeweils sieben Sitzen stärkste Fraktion, keinen eigenen Kandidaten aufstellen werde. Was die Qualitäten eines Nachfolgers für Heirich angeht, hat Quast aber klare Vorstellungen: „Potenzial hat Nürtingen genug, wir brauchen jemanden, der hinsteht, klare Kante zeigt und es anpackt“, fordert Hermann Quast.

Die Zeit drängt

Der CDU-Fraktionschef Matthias Hiller erklärt, dass die Christdemokraten bereits mehrere Gespräche geführt hätten. Noch sei es aber zu früh, einen Kandidaten zu präsentieren. Auch bei der SPD und der Nürtinger Liste/Grüne läuft die Suche auf Hochtouren. Alle stehen indessen vor demselben Problem: Wenn Amtsinhaber wieder antreten, hält dies manch einen geeigneten Interessenten von einer Kandidatur ab. Zwar ist in Nürtingen der Weg nun frei. Weil Otmar Heirich seine Entscheidung aber erst am Dienstag bekannt gegeben hat, ist Zeitdruck entstanden, und Bewerber müssen sich rasch im Klaren werden.

Bürger sollen bei Kandidatenkür mitreden

Ausgeschrieben wird die Stelle am 25. Januar im Staatsanzeiger. Mit diesem Datum beginnt auch die Bewerbungsfrist. Dann geht es in den Wahlkampf, in dem die Kandidaten versuchen werden, die Wähler von ihren Eigenschaften zu überzeugen. Eine öffentliche Vorstellungsrunde in der Stadthalle ist dann im Zeitraum zwischen dem 15. und dem 30. April geplant.

Einen außergewöhnlichen Weg will die Fraktion NT 14 einschlagen. Warum sollten exklusiv die Parteien auf Kandidatensuche gehen? Angelehnt an das TV-Format „Bauer sucht Frau“ plant NT 14 eine Aktion „Bürger suchen Oberbürgermeister“. Wie das dann genau funktioniert, ist aber noch nicht klar. NT 14 sucht nun pfiffige Ideen, um an die Öffentlichkeit zu gehen, sagt der Stadtrat Peter Lohse.




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