OB-Wahl in Sindelfingen Der Lokalmatador führt nach dem ersten Wahlgang

Strahlen im Ratssaal Zuversicht aus: Max Reinhardt (li.), Markus Kleemann Foto: Eibner-Pressefoto

Bei der Wahl zum Sindelfinger Oberbürgermeister holt der erst 25-jährige Max Reinhardt knapp 37 Prozent der Stimmen. Es gibt eine Stichwahl am 25. Mai.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Um 18.17 Uhr gab es eine erste Ahnung, wer bald an der Spitze von einer der reichsten Städte in Baden-Württemberg stehen könnte. Über die Leinwand im Sindelfinger Ratssaal flimmerte das Ergebnis aus den ersten drei Wahllokalen: Knapp 44 Prozent der Wähler hatten ihr Kreuzchen beim Sindelfinger FDP-Stadtrat Max Reinhardt gemacht. Auf Platz zwei lag der Bürgermeister von Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg), Markus Kleemann (40), mit 30,1 Prozent. Nur auf dem dritten Rang rangierte der Ehninger Bürgermeister Lukas Rosengrün (40) mit 18,4 Prozent. Sollte das schon eine erste Vorentscheidung sein? „Sieht gut aus, momentan“, freute sich Reinhardt bei der Auszählung im Ratssaal.

 

Die Ahnung verfestigte sich nach und nach zur Gewissheit, als immer mehr Ergebnisse aus den Wahllokalen eintrudelten. Allerdings konnte Reinhardt den großen Vorsprung nicht halten: Nach gut der Hälfte der 53 Wahllokale lag er nur noch bei 38,4 Prozent und Kleemann bei 33,6 Prozent – und das ging noch weiter. Als alle Wahllokale ausgezählt sind, landet Reinhardt bei nicht ganz 37 Prozent, Kleemann bei 35,4. Da wird der weitere Wahlkampf noch spannender werden, denn Lukas Rosengrün holte zwar auch noch etwas auf, mit 22,6 Prozent der Stimmen zeichnete sich aber ab, dass der Wahlkampf nach dem ersten Wahlgang für ihn schon gelaufen sein dürfte.

Wahlparty im Sindelfinger Rathaus Foto: Eibner

„Ich bin geschafft, aber ich bin sehr glücklich“, sagt Max Reinhardt am Wahlabend. Als die ersten Balken auf der Leinwand auftauchten, zeigte er sich sichtlich überrascht, als habe er keineswegs mit dem größten Stimmenanteil gerechnet. Er genieße den Abend, „aber es ist noch kein Triumphgeheul. Wir haben noch nicht gewonnen“, sagt er. Den Wahlkampf vor der Stichwahl will er wie Markus Kleemann weiter intensiv führen, sieht viele Schnittmengen mit Rosengrün: „Ich glaube, dass es viele gemeinsame Themen gibt. Er wollte Sindelfingen vorwärts bringen, ich will einen Aufbruch organisieren. Er will allerdings keinen Wahlkampf gegen jemanden führen, „sondern die Themen setzen, für die ich stehe.“

Markus Kleemann freut sich nach der Auszählung, „dass die Wählerinnen und Wähler jemand mit Bürgermeister-Erfahrung haben wollen.“ Im zweiten Durchlauf hofft er, diesen Bonus gegenüber seinem Mitbewerber Max Reinhardt ausspielen zu können. Dass es in einen zweiten Wahlgang gehen würde, galt für Kleemann aber als ausgemacht. Für den entscheidenden zweiten Teil des Wahlkampfs geht es für ihn nun darum, mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen, sagt er.

Stimmauszählung im Rathaus Foto: jps

Lukas Rosengrün gibt sich am Wahlabend als fairer Verlierer, aber dennoch zerknirscht: „Natürlich bin ich enttäuscht. Aber wen man zu einer Wahl antritt, muss man damit umgehen können, dass man nicht erfolgreich ist.“ Seinen Mitbewerbern gratuliert er zu ihrem starken Wahlkampf. Eine Wahlempfehlung für einen der beiden verbleibenden Kandidaten war ihm im Sindelfinger Rathaus nicht zu entlocken.

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