Der Ehninger Bürgermeister Lukas Rosengrün (SPD) ist im ersten Durchgang der Wahlen zum Sindelfinger Oberbürgermeister auf Platz drei gelandet. Er erhielt 22,6 Prozent der gültigen Stimmen. An der Stichwahl wird er damit nicht als Kandidat teilnehmen. Nach dem noch recht neuen Kommunalwahlrecht, sagt Rosengrün, findet eine Stichwahl nur zwischen den beiden Erstplatzierten statt. Der Landtag hatte diese Änderung am 29. März 2023 beschlossen. Dass es für Lukas Rosengrün nicht gereicht hat, habe er gefasst aufgenommen, sagt der Politiker am Tag nach der Wahl. „Wenn man zu einer Wahl antritt, ist es keine Selbstverständlichkeit, diese auch zu gewinnen. Dessen war ich mir immer bewusst“, so Rosengrün.
Lukas Rosengrün war als „Umsetzungsbürgermeister“ in Sindelfingen angetreten – seiner Heimatstadt. „Sindelfingen braucht nicht nur Visionen, sondern eine Politik, die verlässlich, umsetzungsstark und zukunftsorientiert ist“, schreibt Rosengrün auf seiner Kampagnenseite. Stichworte wie bürgernahe Verwaltung, Bildung, Stärkung der Teilorte, Daseinsvorsorge und nachhaltige Energie finden sich in seinem Wahlprogramm. Er wolle Angefangenes zu Ende bringen, aber auch neue Impulse setzen. Aber er hatte sich auch zu wichtigen Sindelfinger Themen positioniert. Das Badezentrum beispielsweise hätte er lieber nicht in der von der bisherigen Verwaltungsspitze favorisierten 100 Millionen Euro teuren großen Variante ausbauen lassen, sondern stattdessen den Bestand saniert – für immerhin auch schätzungsweise 35 Millionen Euro. Das Geld werde für die Sanierung von Schulen und Kitas dringender gebraucht.
Was es war, das ihn Stimmen gekostet hat, lässt sich nicht sagen. Denn auch einige der anderen Kandidaten hatten sich gegen die große Ausbauvariante des Sindelfinger Schwimmbads ausgesprochen. Klar ist nur, es hat nicht gereicht. Das Stechen liefern sich der Sindelfinger FDP-Stadtrat Max Reinhardt und der Bürgermeister von Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg). Das soll am Sonntag, 25. Mai, stattfinden. Dabei werden die Wählerinnen und Wähler, die beim ersten Wahlgang für Rosengrün gestimmt haben, eine wichtige Rolle spielen. Welchen der beiden verbliebenen Kandidaten er fürderhin befürwortet, das habe er noch nicht entschieden, sagt der Politiker.
Für den 40-jährigen Rosengrün geht es nach der Wahl wieder ins Rathaus von Ehningen. Dort ist er seit fünf Jahren Verwaltungschef. In der Kommune sei er auch weiterhin sehr glücklich. „Ich hatte die einmalige Chance in meiner Heimatstadt Oberbürgermeister zu werden. Das war meine Motivation“, sagt er. Die Gelegenheit habe er nicht an sich vorüberziehen lassen wollen.
Eine OB-Kandidatur in einer anderen Stadt habe er nie in Betracht gezogen. Ehningen sei eine tolle Kommune, seine Arbeit als Bürgermeister mache er von Herzen gern. „Dementsprechend bin ich heute Morgen frohen Mutes ins Rathaus gegangen und habe mich gefreut, meine Kolleginnen und Kollegen zu sehen, die mir in den letzten Wochen den Rücken freigehalten haben“, äußert sich Rosengrün auf die Frage, wie es nun in Ehningen weitergeht.