OB-Wahl in Stuttgart Fünf Fragen an sechs OB-Kandidaten – Thema Bildungspolitik

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Die Stuttgarter Zeitung stellt wenige Tage vor der Oberbürgermeisterwahl die wichtigsten politischen Standpunkte der aussichtsreichsten Kandidaten vor.

Sebastian Turner, Hannes Rockenbauch, Fritz Kuhn, Jens Loewe, Bettina Wilhelm und Harald Hermann geben Antworten auf Fragen zu den Themen Wirtschaft, Bildung, Umwelt, Verkehr, Stuttgart 21 und Stadtentwicklung.

Was wollen die Kandidaten in der Bildungspolitik verändern?

Stuttgart soll nach dem Willen Sebastian Turners zur Bildungshauptstadt Deutschlands werden. An erster Stelle steht für ihn dabei der Ausbau von Kindertagesstätten und Schulen. Außerdem soll „Platz-Sharing“ in den Kinderkrippen Hunderte neuer Betreuungsplätze bringen. Turner will zudem mehr städtische Förderung für die freien Träger sowie eine Erhöhung der Vergütungspauschale für Tagesmütter und fordert eine bessere Eingruppierung der Erzieher.

Fritz Kuhn will ebenfalls, dass die Stadt mehr Kita-Plätze anbietet und überdies die Öffnungszeiten auch über acht Stunden hinaus verlängert. Auch er fordert eine bessere Bezahlung der Erzieher und bringt dazu eine Hauptstadtzulage ins Gespräch. Er plädiert für die Gemeinschaftsschule und will mehr Schülerhäuser. Es sollte zudem diskutiert werden, ob die Großstädte im Land wie in Bayern auch die inhaltliche Verantwortung für ihre Schulen übernehmen.

Das Schulsanierungsprogramm muss zügig umgesetzt und bei Bedarf erweitert werden, meint Hannes Rockenbauch. Ebenso konsequent müsse man die Voraussetzungen schaffen, dass der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz erfüllt wird. Die Verkürzung der Regelbetreuungszeiten in den Kitas müsse zurückgenommen werden. Es brauche mehr G9-Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in allen Stadtbezirken bis zum Abitur. Das dreigliedrige Schulsystem müsse überwunden werden.

In der Bildungspolitik spricht sich Harald Hermann ebenfalls für den Aufstockung von Kitaplätzen und für die Einstellung zusätzlichen Personals aus. Erzieherinnen und Erzieher sollen künftig besser bezahlt werden. Außerdem will er die Quote der Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln erhöhen. Ziel ist es, die Kinderbetreuung kostenlos anzubieten. Öffentliche und Freie Träger sollen, soweit es die finanziellen Rahmenbedingungen zulassen, in gleichem Maß gefördert werden.

Im Bereich der Bildung sollte laut Jens Loewe ein fairer Wettbewerb unter den Einrichtungen stattfinden, damit die Menschen selbst entscheiden können, welchem pädagogischen Konzept sie ihr Vertrauen schenken. Öffentliche und private Einrichtungen sollten in gleicher Weise finanziell ausgestattet werden. Das Versprechen, für jedes Kind einen Kitaplatz zu stellen, müsse zwingend eingelöst werden. Es brauche auch mehr Einrichtungen mit langen Öffnungszeiten.

Für die Pädagogin Bettina Wilhelm hat frühkindliche Bildung und Betreuung Priorität. Es gebe einen großen Nachholbedarf. Das größte Problem sei der Fachkräftemangel. Die Kitas müssten flächendeckend zu Familienzentren ausgebaut werden. Mit dem Bau von Schülerhäusern sei Stuttgart auf einem guten Wege. Jede Schule solle zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Längeres gemeinsames und individualisiertes Lernen verbessere die Chancen aller Kinder.

 

 



 

 

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