OB-Wahl in Stuttgart Fünf Fragen an sechs OB-Kandidaten – Thema Umwelt-, Energie- und Verkehrspolitik

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Die Stuttgarter Zeitung stellt wenige Tage vor der Oberbürgermeisterwahl die wichtigsten politischen Standpunkte der aussichtsreichsten Kandidaten vor.

Sebastian Turner, Hannes Rockenbauch, Fritz Kuhn, Jens Loewe, Bettina Wilhelm und Harald Hermann geben Antworten auf Fragen zu den Themen Wirtschaft, Bildung, Umwelt, Verkehr, Stuttgart 21 und Stadtentwicklung.

Welche Haltung haben die Kandidaten in der Umwelt-, Energie- und Verkehrspolitik?

Sebastian Turner will das Auto nicht verteufeln, setzt zugleich aber auf den Ausbau des ÖPNV sowie der E-Mobilität. Er zeigt sich offen für den Bau neuer Umgehungsstraßen, die den Verkehr im Stadtkessel reduzieren sollen. Durch die Vernetzung verschiedener Mobilitätsträger sollen sich Staus verringern. Beim Thema Stadtwerke plädiert er für die Kooperation mit anderen Energieversorgern im Interesse der Versorgungssicherheit.

Stuttgart soll zum Musterbeispiel für die Verkehrsmodelle der Zukunft werden, sagt Fritz Kuhn. Auch er spricht sich für eine bessere Vernetzung der verschiedenen Verkehrssysteme aus. Kuhn will zudem das Radwegenetz ausbauen. Ein weiterer Ansatz zur Reduzierung des Feinstaubs sind abgestufte Tempolimits sowie Änderungen bei Taktung und Preisgestaltung im ÖPNV. Die Stadtwerke und die Versorgungsnetze sollen in öffentlicher Regie betrieben werden.

Hannes Rockenbauch setzt sich seit acht Jahren für kommunale Stadtwerke ein. Stuttgart brauche eine ökologische Energieversorgung. Feinstaub mache krank. Er wolle sicher stellen, dass es in der Stadt genügend saubere Luft zum Atmen sowie Plätze zum Spielen und Wohlfühlen gibt. In dieser Stadt solle keiner mehr das Auto vermissen. Dafür notwendig seien kurze Wege, Wohnen und Arbeiten müsse gemeinsam möglich sein. Er fordert auch einen kostenlosen Nahverkehr.

Harald Hermann spricht sich dezidiert gegen die Einführung einer City-Maut für Autofahrer aus. Zur Entlastung der Straßen plädiert er stattdessen für einen umlagefinanzierten fahrscheinlosen ÖPNV im gesamtem VVS-Tarifgebiet. Das helfe, den Feinstaub zu reduzieren. Zudem unterstützt er den Bau einer Nord-Ost-Umfahrung sowie der sogenannten Filderauffahrt. Beim Thema Stadtwerke setzt er sich für ein genossenschaftlich strukturiertes Betreibermodell ein.

Für den ÖPNV hält Jens Loewe einen Nulltarif für unumgänglich. Stuttgart habe ein erhebliches Frischluftproblem. Um es zu lösen, sollte ein Arbeitskreis mit Fachleuten gegründet werden. Eine mögliche Lösungsoption sei die Elektromobilität. Das Radwegenetz sollte in ernst zu nehmender Form ausgebaut werden. Es müssten Mischgebiete (Wohnen und Arbeiten) ausgewiesen und kleine Läden unterstützt werden, um Verkehr zu vermeiden.

Stuttgart müsse Pionierstadt in nachhaltiger Mobilität werden, weltweiter Spitzenreiter im Automobilcluster ohne Spitzenwerte beim Feinstaub. Eine starke Wirtschaft und Klimaschutz seien keine Gegensätze. Bettina Wilhelm setzt auf einen verbesserten ÖPNV und Radwegenetze, Fußgängerfreundlichkeit, mehr Carsharing-Plätze und die Vorreiterrolle bei der Elektromobilität. Zur Umstellung auf erneuerbare Energien setzt sie auf kommunale Stadtwerke.

 

 



 

 

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