OB-Wahl in Stuttgart Fünf Fragen an sechs OB-Kandidaten – Thema Stadtentwicklung

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Die Stuttgarter Zeitung stellt wenige Tage vor der Oberbürgermeisterwahl die wichtigsten politischen Standpunkte der aussichtsreichsten Kandidaten vor.

Sebastian Turner, Hannes Rockenbauch, Fritz Kuhn, Jens Loewe, Bettina Wilhelm und Harald Hermann geben Antworten auf Fragen zu den Themen Wirtschaft, Bildung, Umwelt, Verkehr, Stuttgart 21 und Stadtentwicklung.

Wie halten es die Kandidaten mit der Stadtentwicklung und dem Wohnungsbau?

Mehr Wohnraum etwa durch den Ausbau von Dachstühlen schaffen und dazu ein 1000-Dächer-Programm auflegen – das hat Sebastian Turner angekündigt. Zudem sollen die Genehmigungsabläufe im Baurechtsamt beschleunigt, bestehende Quartiere verdichtet und so Baulücken geschlossen werden. Die Gestaltung der „Stadt am Fluss“ und des Neckarparks, vor allem aber das neue Rosensteinviertel, sollen nach dem Willen Turners neue Maßstäbe im Städtebau setzen.

Fritz Kuhn sagt, die Bauplanung müsse wieder das öffentliche Interesse vor die Interessen der Großinvestoren stellen: „Die Priorität Wohnungsbau muss auch in der City verwirklicht werden“, so Kuhn. Er fordert den Verzicht auf neue Einkaufszentren a la Milaneo und einen behutsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz Stuttgarts. Er will die Stadt wieder an den Neckar heranführen und den Neckarpark zu einem Modellquartier fürs Wohnen entwickeln.

Der Energiebedarf der Stadt soll laut Hannes Rockenbauch bis 2050 vollständig mit erneuerbaren Energien aus Anlagen in Stuttgart und der Region gedeckt werden. Statt Bürotürmen und Einkaufszentren müssten klein parzellierte Einheiten geplant werden. Er wolle Grundstücke zurückkaufen und nur noch per Erbpacht vergeben. Es müssten 500 öffentliche geförderte Mietwohnungen pro Jahr gebaut werden. Die Wohnraumquote in der City müsse auf 50 Prozent erhöht werden.

Harald Hermann fordert eine zwingende Bürgerbeteiligung bei der Erstellung von Bebauungsplänen. Bei Stadterneuerungsprojekten soll grundsätzlich der Anteil an städtisch geförderten Wohnungen erhöht werden. Bei allen Neubauprojekten sei eine Quote von 20 Prozent für den sozial geförderten Wohnungsbau vorzusehen. Im Übrigen spricht sich der Kandidat für eine familienorientierte und altersgerechte Wohnbauförderung im gesamten Stadtgebiet aus.

Stuttgart könnte ein Vorbild für vorausschauende Stadtplanung sein, die Ressourcen würden aber nicht genutzt, findet Jens Loewe. Ein Arbeitskreis müsste sich um mittel- und langfristige Visionen kümmern. Die mit Baumaßnahmen befassten Ämter müssten personell aufgestockt werden. Bezahlbarer Wohnraum müsse geschaffen und gefördert werden. Nutzungskonzepte für Brach- und Konversionsflächen seien nötig, ebenso mehr Mittel für die Instandhaltung öffentlicher Bauten.

Die Stadt der Zukunft ist für Bettina Wilhelm nach innen verdichtet und kleinräumig parzelliert. Sie hat viel Grün, ausreichend Freizeitflächen, einen erlebbaren Neckar und intelligent vernetzten Verkehr. Sie wünscht sich einen ausgewogenen Mix aus Arbeiten, Nahversorgung und bezahlbarem Wohnraum für alle. Es müsse eine klare städtebauliche Handschrift geben, die aus der Historie abgeleitet sei. Architekturwettbewerbe dürften von Investoren nicht verwässert werden.

 

 

 



 

 

 

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