OB-Wahl in Stuttgart Kandidatensprecher ist nur ein Nebenjob

Die CDU bemängelt die Doppelrolle von Hans Pfeifer als Foto: Steinert
Die CDU bemängelt die Doppelrolle von Hans Pfeifer als Foto: Steinert

Stefan Schorn spricht nicht nur für Sebastian Turner, Hans Pfeifer nicht nur für die City-Initiative. Letzterer wehrt sich gegen den Vorwurf, sich einer Interessenkollision auszusetzen.

Stuttgart - Am Freitag ist aus CDU-Kreisen zu hören gewesen, die Büromitarbeiterin von Sebastian Turner, die ehemalige Presseamtsleiterin Susanne Wet­terich, werde nach ihrem Urlaub kürzer treten – allerdings nicht ganz freiwillig. Sie selbst dementierte diese Feststellung noch am selben Abend, verlautbarte dann aber, Stephan Schorn werde das Team von Sebastian Turner verstärken – jedoch ohne jemanden zu ersetzen. Nun firmiert Schorn, der nach Wetterich im Rathaus die Kommunikationsabteilung führte und für OB Schuster 2004 den Wahlkampf managte, als Pressesprecher des „Bürger-OB“. Er stellt Turner 20 Prozent seiner wöchentlichen Arbeitszeit zur Verfügung. Dafür reduziere er seinen Arbeitsumfang beim Sparkassenverband auf 80 Prozent. Dort fungiert er ebenfalls als Pressesprecher.

CDU ist überrascht von der Aufmerksamkeit der Medien

Es sei überraschend für die CDU, „mit welcher Aufmerksamkeit die Medien auf unseren Kandidaten schauen“, kommentierte am Montag der Wahlkampfmanager, Kreischef Stefan Kaufmann. Interessanter sei die Personalie Hans Pfeifer. Der Geschäftsführer der City-Initiative Stuttgart (Cis), die für ihr Engagement für den Einzelhandel in der Innenstadt pro Jahr einen Zuschuss von 100 000 Euro erhalte, arbeite als Wahlkampfmanager der parteilosen Bettina Wilhelm, die für die SPD antritt.

Pfeifer reagierte erbost auf diese Aussage. Der stellvertretende SPD-Ratsfraktionsvorsitzende sagte, das Wahlkampfmanagement erfolge unentgeltlich in seiner Freizeit. Bei der Cis habe er schon vor längerer Zeit seine entlohnte Arbeitszeit reduziert. Eine Interessenskollision vermag er dabei nicht zu erkennen. Das sah der Grünen-Kandidat Fritz Kuhn bei seiner Vorstellung vor rund 30 Cis-Mitgliedern allerdings ganz anders. Pfeifer habe ihn gleich zu Beginn der Fragerunde unfair angegangen. Der City-Manager räumt zwei provokative Fragen ein – die eigene Kandidatin habe sich aber auch fragen lassen müssen, ob eine Frau aus der Provinz in der Landeshauptstadt bestehen könne.

Der Wahlkampfmanager der Grünen, Thomas Dengler, arbeitet ebenso wie seine Kollegin Julia Ebling halbtags in der Kuhnschen Wahlkampfzentrale. In diesem Umfang haben sie ihren Job in der Grünen- Ratsfraktion und bei der Landtagsabgeordneten Bea Böhlen reduziert.

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