OB-Wahl in Stuttgart Schreier bleibt SPD-Mitglied

Von Thomas Braun 

Der Tengener Schultes und Stuttgarter OB-Kandidat Marian Schreier darf sein Parteibuch vorerst behalten. Die Schiedskommission der Landespartei traf am Mittwoch keine Entscheidung über den vom Landesvorstand beantragten Rauswurf aus der SPD. Schreier tritt als unabhängiger Einzelbewerber in Konkurrenz zum nominierten SPD-OB-Bewerber Martin Körner an.

Marian Schreier bleibt SPD-Mitglied – zumindest vorerst. Das Landesschiedsgericht hat nicht über den beantragten Parteiausschluss entschieden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Marian Schreier bleibt SPD-Mitglied – zumindest vorerst. Das Landesschiedsgericht hat nicht über den beantragten Parteiausschluss entschieden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Groß war der Aufschrei in der Landes-SPD, als der Tengener Schultes Marian Schreier seine Kandidatur für den OB-Posten im Stuttgarter Rathaus erklärt hatte. Auf Kreis- und Landesebene war man empört über den sozialdemokratischen Nachwuchspolitiker, der entgegen dem erklärten Votum der Parteigremien dem offiziellen SPD-Kandidaten und Fraktionschef Martin Körner Konkurrenz machen will und sich mit jugendlichem Charme, taubenblauen Anzügen und weißen Turnschuhen als moderne Alternative inszeniert. Der SPD-Landesvorstand leitete prompt ein Parteiausschlussverfahren gegen den 30-jährigen ein, der auch Beisitzer im Landesvorstand der Partei ist. Doch das Verfahren droht auszugehen wie das Hornberger Schießen: Nach Informationen unserer Zeitung hat die Landesschiedskommission der SPD am Mittwoch empfohlen, das Parteiausschlussverfahren gegen Schreier zu beenden. Offiziell heißt es, das Verfahren sei „noch nicht abgeschlossen“. Im Gegenzug verpflichtet sich Schreier, seine Parteimitgliedschaft bis nach der OB-Wahl ruhen zu lassen. Der gebürtige Stuttgarter hat zuvor angekündigt, als unabhängiger Einzelbewerber ohne Unterstützung der Partei am 8. November in den ersten Wahlgang zu gehen. Der SPD-Parteivorstand muss dem Kompromiss noch zustimmen.

Schreier tritt in Konkurrenz zum nominierten SPD-Kandidaten Martin Körner an

Wie berichtet, hatte Schreier ein parteiinternes Auswahlverfahren gescheut: Sein Argument: Die Stuttgarter Kreispartei habe sich bereits auf auf ihren langjährigen Ratsfraktionschef Körner als SPD-Kandidaten festgelegt. Dieser war von der SPD-Kreiskonferenz im Februar einstimmig und ohne Gegenkandidat nominiert worden. Schreiers Beharren auf seiner Kandidatur hatte die SPD-Granden nachhaltig verärgert, sie befürchten Stimmeneinbußen für Körner. Auch im Wahlkampf war Schreier vorgeprescht und hatte als erster seine Wahlplakate und sein Programm präsentiert. Schreier werden bei der OB-Wahl Außenseiterchancen zugebilligt. Neben Parteifreund Körner tritt er unter anderem gegen die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Veronika Kienzle (Grüne) sowie den Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) an.




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