OB-Wahl in Stuttgart Kienzle zieht zurück – Schreier und Rockenbauch bleiben

Von Konstantin Schwarz 

Mehrere der bisherigen OB-Kandidaten konnten sich auf kein gemeinsames Vorgehen für die entscheidende Neuwahl am 29. November einigen. Damit hat Frank Nopper von der CDU die besten Chancen.

Veronika Kienzle, die OB-Kandidatin der Grünen, hat sich angeblich festgelegt: Sie tritt in der zweiten Runde nicht mehr an. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Veronika Kienzle, die OB-Kandidatin der Grünen, hat sich angeblich festgelegt: Sie tritt in der zweiten Runde nicht mehr an. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Die vier nach dem ersten Wahlgang hinter dem führenden OB-Kandidaten Frank Nopper (CDU) platzierten Bewerber haben sich in mehreren Gesprächsrunden am Dienstag und Mittwoch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen für den entscheidenden Wahlgang am 29. November einigen können. Kurz nach dem Ende der Gespräche begannen gegenseitige Schuldzuweisungen.

Rockenbauch macht weiter

Ziel der Zusammenkünfte von Veronika Kienzle (Grüne), Marian Schreier (unabhängig, aber in der SPD), Martin Körner (offizieller SPD-Kandidat) und Hannes Rockenbauch (unabhängig) war ein gemeinsamer Antrag, den die Fraktionschefs der Grünen, der SPD und des von Rockenbauch geführten Linksbündnisses im Gemeinderat unterschreiben sollten. Die Fraktion Puls hätte sich den Festlegungen anschließen und somit eine klare Mehrheit im Rat (35 von 60 Stimmen) sichern können. „Leider ist es nicht gelungen, die Inhalte verbindlich festzuhalten“, teilte Hannes Rockenbauch, der im Gemeinderat das achtköpfige Linksbündnis führt, mit. Er werde erneut zur OB-Wahl antreten. „Ich habe nicht die Bereitschaft, die wichtigen Themen Klima, Wohnen und Verkehr den Parteien der großen Koalition von SPD und CDU zu überlassen“, so der 40-jährige Architekt und Stadtrat. Rockenbauch kritisierte scharf das Verhalten von Marian Schreier. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sei klar geworden, dass er nicht zurückziehen werde. Daraufhin habe Veronika Kienzle erklärt, dass sie nicht erneut antreten werde. Er selbst sehe „gute Chancen, den Dreikampf zu gewinnen“. Er stehe als einziger Kandidat konsequent für Ökologie und die Verkehrswende.

Streit mit der SPD

Die SPD, kritisierte Rockenbauch, habe einem gemeinsamen Papier dazu keine Verbindlichkeit zumessen wollen. Mitglieder der Sozialdemokraten aus der Runde interpretieren deren Verlauf anders. Inhaltlich stehe man zu dem Papier. „Ich bin entsetzt, dass Hannes Rockenbauch nicht bei der Wahrheit bleibt“, so Martin Körner. Er habe den Inhalt in einer Sondersitzung mit der Fraktion abgestimmt. Der SPD-Kreisvorstand habe die Ergebnisse unterstützt, so Kreischef Dejan Perc. Mehr Zusicherung für ein Programm habe man in der Kürze der Zeit „kaum geben können“. Rockenbauch sei nicht davon zu überzeugen gewesen, nicht mehr anzutreten, so Körner. Marian Schreier vermittle mit seiner Person am deutlichsten den nötigen Aufbruch und Innovationen für Stuttgart.

Kandidat Schreier geht in die zweite Runde

Schreier äußerte sich um 15.15 Uhr vor der Presse. Er bleibt im Rennen und soll nun von der SPD unterstützt werden. Veronika Kienzle von den Grünen, nach Nopper mit 37 619 Stimmen Zweitplatzierte und ihr Wahlkampfleiter waren nicht erreichbar.




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