OB-Wahl Stuttgart Wie schwarz, grün, rot, blau ist Stuttgart?

So sieht die Stuttgart-Karte zur OB-Wahl in Stuttgart aus. Foto: Collage/Jan Georg Plavec

Der erste Wahlgang der Stuttgarter OB-Wahl hat die politische Landkarte der Stadt neu eingefärbt. Man sieht insbesondere in den Außenbezirken viel Schwarz. Was ist mit den anderen politischen Farben?

Digital Desk: Jan Georg Plavec (jgp)

Stuttgart - Frank Nopper ist der klare Sieger des ersten Wahlgangs zur OB-Wahl in Stuttgart. Der CDU-Kandidat hat in allen Stadtbezirken die meisten Stimmen geholt. Damit wird auch die politische Karte der Landeshauptstadt neu eingefärbt. Sie ist deutlich schwärzer als bei den letzten Wahlen – möglicherweise auch, weil das ökosoziale Lager die Auswahl aus mehreren aussichtsreichen Kandidaten hatte.

 

Im Folgenden zeigen wir die Stimmanteile der fünf Kandidatinnen und Kandidaten mit den meisten Stimmen sowie dazu von Malte Kaufmann, dessen Kandidatur von der im Stadtrat vertretenen AfD unterstützt wurde.

Die politische Stadtkarte nach der Wahl

Bei Frank Nopper (CDU) zeigt sich deutlich, dass er in den Außenbezirken wesentlich stärker ist als in der Innenstadt. Sein bestes Wahlergebnis holte er mit mehr als 40 Prozent in Mühlhausen im Nordosten der Stadt, in West war es nur etwa halb so viel.

Bei den letzten Wahlen zum Bundestag, Landtag und Stadtrat färbte sich die politische Landkarte in Stuttgart tiefgrün. Veronika Kienzle (Grüne) hat zumindest im ersten Wahlgang deutlich weniger Stimmanteile holen können als die Bewerberinnen und Bewerber der Grünen bei den anderen Wahlen. Ihre Hochburgen liegen in der Innenstadt sowie teilweise auf den Fildern. Entlang des Neckars hat Kienzle deutlich schwächer abgeschnitten.

Auf Platz drei landete Marian Schreier (SPD), dessen Kandidatur allerdings nicht von der Partei unterstützt wurde. Die Karte zeigt, dass er in der Innenstadt und besonders in Stuttgart-West ein starker Konkurrent von Veronika Kienzle ist. In den östlichen Stadtbezirken und in Stammheim fuhr er deutlich weniger Stimmenanteile ein.

Das Wählerpotenzial von Hannes Rockenbauch (SÖS) zieht sich in einem Gürtel von Vaihingen bis nach Bad Cannstatt mit ebenfalls klarem Schwerpunkt auf die Innenstadtbezirke. Außer in Stuttgart-Nord kam Rockenbauch in der City durchweg auf knapp 20 Prozent.

Rechnet man die Stimmen von Kienzle, Schreier und Rockenbauch zusammen, hat das ökosoziale Lager in diesem Teil der Stadt deutlich mehr Unterstützer als die CDU um Frank Nopper – das gilt es für den zweiten Wahlgang und insbesondere für die oder den dann antretenden Kandidatin beziehungsweise Kandidaten zu bedenken.

Für Martin Körner (SPD) verlief die Wahl schlechter als vorhergesagt. Stuttgart-Ost ist Körners Hochburg, hier ist er seit Jahren politisch besonders aktiv. Auch in Stammheim konnte er einen gewissen Erfolg verbuchen. In den südlichen und westlichen Stadtbezirken färbt sich die politische Stadtkarte aber eher rosa als rot.

Für die AfD und ihren Kandidaten Malte Kaufmann war die OB-Wahl ein regelrechtes Desaster. Die Stuttgart-Karte färbt sich selbst in den relativ erfolgreicheren Stadtbezirken im Norden der Stadt in eine kaum wahrnehmbare Hellblau:

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