Überraschung im ersten Wahlgang Nopper Favorit für OB-Wahl in Stuttgart

Frank Nopper (CDU) geht als Favorit in die OB-Wahl am 29. November. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Frank Nopper (CDU) geht als Favorit in die OB-Wahl am 29. November. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Bei der OB-Wahl in der Landeshauptstadt liegt der von der CDU unterstützte Backnanger Rathauschef Frank Nopper deutlich vorn. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erzielte er 31, 8 Prozent der Wählerstimmen.

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Stuttgart - Bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart liegt der amtierende Backnanger Rathauschef Frank Nopper (CDU) mit 31,8 Prozent deutlich vor der von den Grünen nominierten Bewerberin Veronika Kienzle (17,2 Prozent). Auf Platz drei rangiert nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Tengener Schultes Marian Schreier (SPD), der als unabhängiger Kandidat antrat und es auf 15 Prozent der Stimmen bringt, dicht gefolgt vom Kandidaten des Bürgerbündnisses SÖS, Hannes Rockenbauch mit 14 Prozent. Auf Martin Körner, SPD-Fraktionschef im Stuttgarter Gemeinderat, entfielen lediglich 9,8 Prozent der Wählerstimmen. Er kündigte noch am Wahlabend sein Verzicht auf einen weiteren Wahlgang an.

Acht weitere parteiunabhängige Einzelbewerber sowie Malte Kaufmann (AfD), die sich ebenfalls um die Nachfolge des scheidenden Rathauschefs Fritz Kuhn (Grüne) beworben haben, spielten bei der Entscheidung am Sonntag nur eine Nebenrolle: Als Bestplatzierter landete der Kandidat Sebastian Reutter mit 4,4 Prozent auf Platz sechs. Da keiner der Bewerber die im ersten Durchgang notwendige absolute Mehrheit von 50 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte, fällt die Entscheidung, wer Nachfolger von Fritz Kuhn an der Rathausspitze wird, erst bei der Neuwahl am 29. November. Dann reicht die einfache Mehrheit zum Sieg.

Die ersten Vier zeigen sich zufrieden -Martin Körner (SPD) zieht zurück

Frank Nopper zeigte sich „sehr zufrieden“ mit seinem Ergebnis und kündigte an, er werde bei der Neuwahl noch stärker seine langjährige Erfahrung als „Krisenmanager mit langjähriger OB-Erfahrung“ akzentuieren und den Fokus vor allem auf eine starke Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen richten. Veronika Kienzle zeigte sich trotz des großen Rückstands ebenfalls zufrieden: „Ich habe mit dem zweiten Platz gerechnet.“ Sie sehe das starke Abschneiden des ökosozialen Lagers insgesamt als Ermutigung für den zweiten Durchgang – und sich als geeignete gemeinsame Kandidatin, um Nopper Paroli zu bieten. Der Drittplatzierte Marian Schreier sprach von einem „sensationellen“ Ergebnis für einen unabhängigen Kandidaten: „Ich spüre den Willen zur Veränderung in dieser Stadt.“ Und auch Hannes Rockenbauch freute sich über sein Resultat: „Es ist uns gelungen, mehr Menschen als vor acht Jahren zu mobilisieren.“ Ob er weiter im Rennen bleibe, werde er am Mittwoch entscheiden. Rockenbauch bescheinigte den Grünen zugleich, sie hätten eine „krachende Niederlage“ erlitten.

Rund 450 000 wahlberechtigte Stuttgarter waren zur Abstimmung über die Nachfolge von Fritz Kuhn (Grüne) aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des zuständigen Statistischen Amts bei 49 Prozent und damit leicht höher als vor acht Jahren (46,7 Prozent). Der Anteil der Briefwähler lag bei 22 Prozent (115 000 Stimmen) – ein neuer Rekord bei Wahlen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. 2012 war der Anteil der per Brief abgegebenen Stimmen nur halb so hoch. Es handelte sich um die erste Wahl in Stuttgart unter Corona-Bedingungen. Amtsinhaber Fritz Kuhn war nach acht Jahren nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.




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