OB-Wahlkampf in Leinfelden-Echterdingen OB-Kandidat David Armbruster präsentiert sein Wahlprogramm

David Armbruster hat sich jede Menge vorgenommen. Foto: privat

Der Grünen-Stadtrat hat als erster der bisher bekannten Bewerber ein detailliertes Wahlprogramm herausgebracht. Es trägt den Titel: „Von hier. Für hier. Mit Euch.“

Filderzeitung: Natalie Kanter (nak)

Bereits im Juli hatte David Armbruster verkündet, dass er bei der Oberbürgermeisterwahl in Leinfelden-Echterdingen antreten wird. Und damit viel früher, als Otto Ruppaner und Raiko Grieb – die beiden anderen bisher bekannten OB-Kandidaten. Mit seinem Wahlprogramm, das er nun auf seiner Homepage veröffentlicht hat und das von diesem Samstag an verteilt wird, hat der Grünen-Stadtrat erneut die Nase vorn. Ruppaner und Grieb werden nachziehen.

 

„Von hier. Für hier. Mit Euch.“, steht auf dem Titel des Programms. Weil „ich von hier komme, die Menschen hier kenne und das Ohr an der Bevölkerung habe“, erklärt er. Sprachlich spielt er mit dem Thema Räume. So will er Lebensräume im Sinne der Gesundheit der Menschen an die Klimaveränderungen anpassen. Und denkt dabei an begrünte Fassaden, Trinkbrunnen, Sitzgelegenheiten mit Schatten...

Ein Blick auf die Inhalte zeigt: Der 38-Jährige will ganz schön viel hinbekommen als möglicher neuer Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen. Vieles davon würde man von einem Grünen auch erwarten. So will er dafür sorgen, dass die Stadt bis 2040 die Klimaneutralität auch erreicht. „Noch ist man weit davon entfernt“, räumt er ein. Gemeinsam mit dem Stadtwerkechef wolle er erarbeiten, wie das städtische Tochterunternehmen ausgestattet werden muss, um für dieses Ziel Vollgas geben zu können. Er will den Ausbau des Fernwärmenetzes in vielen Gebieten der Stadt vorantreiben, setzt auf Strom aus Leinfelden-Echterdingen, möchte erreichen, dass sich Fußgänger, ÖPNV-Nutzer und Radfahrer gleichsam sicher in Leinfelden-Echterdingen fühlen.

Er hat sich vorgenommen die Stadt so zu gestalten, „dass man hier weiter gerne und gesund leben kann“, hat er bereits im Juli gesagt. Dazu passt, dass die Barrierefreiheit in der Kommune unter seiner Leitung selbstverständlich werden soll. Er will die Arbeit des Stadtseniorenrats fördern und mit den Jugendlichen Räume für sie schaffen. In Sachen Theater, Kunst und Musik will er ein Konzept auf den Weg bringen, das unter anderem die Gründung eines Kulturzentrums beinhaltet. „Wir haben die Möglichkeit, die Mäulesmühle neu zu gestalten. Sie kann hier eine entscheidende Rolle spielen“, sagt er.

Sportlich dürfte es werden, bis Ende 2025 alle offenen Stellen in der Kinderbetreuung zu besetzen und mit Springerkräften eine Reserve aufzubauen. Auch das hat er sich zum Ziel gesetzt. Dazu möchte er alle Betreuungs- und Bildungseinrichtungen so ausstatten, dass sich pädagogische Kräfte gezielt für Leinfelden-Echterdingen entscheiden. „Ich kenne Kitaträger, die haben weniger Probleme Personal zu finden, weil sie ein paar Sachen anders machen“, sagt er. Ob es in einer Einrichtung eine Frisch-Küche gibt oder ein Caterer das Essen bringt, sei so ein Punkt. Es brauche zwingend eine zuverlässige Kinderbetreuung in der Stadt, das höre er von Eltern und von Gewerbetreibenden.

Armbruster schwebt eine Kooperation mit Universitäten und den örtlichen Betrieben und Unternehmen vor. Profitieren könnten „die jungen Menschen, die hier zur Schule gehen, die örtliche Wirtschaft und auch die Stadtverwaltung“, sagt er. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, will er mit dem Konzept „runder Tisch Fachkräfteallianz“ alle Beteiligten zusammenbringen, um dann konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

Die wichtigste Aufgabe als künftiger Rathauschef aber sei es, Wohnraum zu schaffen. Er will eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gründen. Bezahlbare Wohnungen zu schaffen, das sei beispielsweise für Azubis wichtig, aber auch für geflüchtete Menschen.

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